Der Studiengang LuM

Ziele und Inhalte

Der Master-Studiengang »Literatur und Medienpraxis (LuM)« an der Universität Duisburg-Essen ist ein 2-Fach-Master, der in Kombination mit einem anderen, gleichwertigen Fach studiert wird.

Theorie und Praxis - ein integraler Ansatz

Der integrale Ansatz, der den Studiengang LuM auszeichnet, verbindet aus kulturwissenschaftlicher Perspektive die Vermittlung von literatur- und medienwissenschaftlichen Kenntnissen und Kompetenzen mit dem Erwerb von auf die Berufspraxis hin orientierten Fertigkeiten. Fokussiert ist der Studiengang dabei gleichermaßen auf Theorie und Praxis. Vermittelt werden den Studierenden kulturwissenschaftliche, medientheoretische und -praktische Kernkompetenzen in den Bereichen Wissenschaft, Presse, Verlag, Hörfunk und Fernsehen.

Die Inhalte des Master-Studiengangs LuM

Die Studierenden erarbeiten sich theoretisch-methodische Kenntnisse und Kompetenzen in den Bereichen Literatur- und Mediengeschichte, in der Medientheorie und über die Funktionsweise des Literaturbetriebs. Sie erlernen audiovisuelle und radiophone Medienformate sowie journalistische Textgattungen in Theorie und Praxis. Sie lernen, journalistische Beiträge für Zeitung, Radio, Fernsehen sowie digitale Medien eigenständig zu verfassen, zu gestalten und kritisch zu reflektieren. Die LuM-Studierenden erproben zudem typische Arbeitsabläufe verschiedener Medieninstitutionen. Dabei steht die medienspezifische Verarbeitung und Präsentation literarischer und kultureller Themen im Vordergrund. Die Schwerpunkte des Studiengangs liegen in den Bereichen:

  • Verlagswesen
  • Zeitungswesen
  • Hörfunk
  • Fernsehen
  • Wissenschaft.

Die Lehrveranstaltungen werden von DozentInnen des Faches Germanistik der Universität Duisburg-Essen, von namhaften Lehrbeauftragten aus der Medienpraxis (aus regionalen und überregionalen Sendeanstalten, Zeitungsredaktionen und Verlagen) sowie von renommierten AutorInnen der Gegenwartsliteratur (im Rahmen der überregional bekannten Institution »Poet in Residence«) geleitet.

Studienverlauf

Der Masterstudiengang LuM ist horizontal in vier Module (entsprechend den vier Semestern) gegliedert, die aufeinander aufbauen. Zudem ziehen sich durch den Studienverlauf in der Vertikalen fünf Säulen, die jeweils auf ein Praxisfeld hinführen:

Das Aufbaumodul des ersten Semesters vermittelt Grundlagenwissen im Bereich der Medien- und Literaturwissenschaft, über den Literaturbetrieb, intermediale Erweiterungen der Literatur sowie audiovisuelle Formate. Das Vertiefungsmodul des zweiten Semesters erweitert die medienwissenschaftlichen Grundlagen sowohl qualitativ als auch quantitativ und fokussiert die Vermittlung von Literatur in der journalistischen Praxis, im Radio und im Bewegtbild. Das Praxismodul des dritten Semesters ermöglicht den Studierenden eine Schwerpunktsetzung, da alle Studierenden - neben der Wissenschaftspraxis - zwei Seminare aus dem Angebot der Verlags-, Zeitungs-, Radio- und Videopraxis auswählen können. Das Mastermodul des vierten Semesters besteht aus dem Anfertigen der Masterarbeit (sofern diese nicht im zweiten Masterfach entsteht). Die Masterarbeit kann entweder als Arbeit zu einer wissenschaftlichen Fragestellung oder als Praxisprojekt in Verbindung mit einer theoretischen Reflexion angefertigt werden.

Die Abfolge der drei ersten Module erlaubt den Studierenden somit eine Spezialisierung, die entweder in eine medienpraktische (Verlags-, Zeitungs-, Radio- und Videopraxis) oder in eine wissenschaftliche Richtung (Wissenschaftspraxis) geht, an die sich eine Promotion anschließen kann.

Die vier Schwerpunkte im medienpraktischen Bereich

Verlag

Die Studierenden arbeiten sich im Studiengang LuM in die komplexen Arbeitsabläufe in Verlagen ein, von der Idee und Programmplanung bis hin zur Organisation von Lesereisen der AutorInnen. Insbesondere erlernen sie das Redigieren und Korrigieren von Manuskripten, das Verfassen von Klappen- und Pressetexten, das Vorbereiten von Manuskripten für den Satz, das Entwickeln von Layouts für Einzeltitel wie auch Reihen.

Die zunehmende Digitalisierung des Literaturmarktes (u.a. durch Hörbücher, eBooks, eCommerce, Netzliteratur, Autoren-Communities, Reading Rooms etc.) wird in doppelter Hinsicht thematisiert: Einerseits erhalten die Studierenden einen Einblick in die digitalen Entwicklungen, andererseits entwickeln sie eigene Ideen und Kompetenzen in der digitalen Präsentation und Distribution digitaler Inhalte.

Presse

In Seminaren zur Zeitungspraxis eignen sich die Studierenden die Fertigkeiten redaktioneller Arbeit an. Neben der Themenfindung und der Gestaltung von Überschriften diskutieren sie Fragen der journalistischen Ethik an Fallbeispielen, sie verfassen eigene journalistische Texte unterschiedlicher Genres (darunter beispielsweise Literaturkritiken) und analysieren die Texte anderer. Zudem werden Seminare angeboten, in denen sich die Studierenden mit den neuen Online-Formen des Journalismus auseinandersetzen. Auf diese Weise erlernen sie im Studiengang LuM jene inter- bzw. universalmedialen Perspektiven auf Text, Audio und Video, die für Journalisten im digitalen Zeitalter zur adäquaten Präsentation von Inhalten unabdingbare Fertigkeiten darstellen.

Hörfunk

Die Studierenden lernen, eigene Beiträge zu recherchieren, zu entwerfen und nach den Erfordernissen der Radioproduktion aufzubereiten. Dabei geht es insbesondere darum, die eigene Textproduktion als ein »Schreiben fürs Hören« zu verstehen. Mit Mikrofon und am Schneidetisch trainieren die Studierenden den praktischen Umgang mit der Rundfunktechnik. Die Analyse der einzelnen Arbeitsschritte ist dabei ebenso Bestandteil der eigenen Rundfunkpraxis wie die kritische Reflexion der produzierten Beiträge unter inhaltlichen und technischen Gesichtspunkten.

Video

Die Studierenden lernen, ein audiovisuelles Produkt selbstständig zu realisieren, und zwar von der Idee bis zum sendefähigen Beitrag. Neben dem Erlernen und Automatisieren der Dreh- und Schnitttechnik steht insbesondere die inhaltliche Konzeption von Videobeiträgen im Zentrum der Seminare.

Das eigene audiovisuelle Produkt ist zudem immer auch Gegenstand der kritischen und theoretischen Reflexion. Aber nicht nur die Formen der technischen Realisation werden reflektiert und diskutiert, sondern auch die Möglichkeiten und Grenzen der Darstellbarkeit kultureller Inhalte, Themen und Gegenstände im Medium Fernsehen.

Schwerpunkte im Bereich »Wissenschaftspraxis«

Die Studierenden setzen sich mit der Tradition und den aktuellen Entwicklungen der literatur- und medienwissenschaftlichen Forschung auseinander und arbeiten intensiv an ihren methodischen, theoretischen und analytischen Kompetenzen. Zudem üben sie die für eine wissenschaftliche Laufbahn unabdingbaren Fertigkeiten wie Produktion und Präsentation (mündlich und schriftlich) wissenschaftlicher Arbeiten und die Bewältigung komplexerer Fragestellungen in Teamarbeit ein. Für einzelne Studierende besteht die Möglichkeit, an den zum Teil internationalen Forschungsprojekten der Lehrenden zu partizipieren. Im Literaturwissenschaftlichen Kolloquium erhalten sie direkten Kontakt zu namhaften Literatur- und Medienwissenschaftlern der Gegenwart.

Zusatzqualifikation für alle Bereiche: Poet in Residence

In den Schreib-Seminaren des jeweiligen Poet in Residence können die Studierenden jedes Semester unterschiedliche Formen des poetischen Schreibens entwickeln und Fragen der literarischen Schreibpraxis mit bekannten Autorinnen und Autoren der Gegenwartsliteratur diskutieren. Die intensiven Erfahrungen des Schreibens in Zusammenarbeit mit praktizierenden Literaten sind in hohem Maße produktiv für alle vier medienpraktischen Bereiche wie auch für den wissenschaftlichen Schwerpunkt.

Berufsqualifikationen: Medienpraxis und Wissenschaft

Die Absolventen des Master-Studiengangs »Literatur und Medienpraxis« erwerben eine fundierte akademische Qualifikation (Master of Arts), die sie zu selbstständig reflektiertem literatur-, medien- und kulturtheoretischem Arbeiten im gesamten Spektrum der Institutionen des aktuellen Literaturbetriebs und Mediensystems befähigt.

Mögliche Berufsfelder für LuM-Absolventen sind je nach studierter Fächer-Kombination: 

  • Literatur- und Medienwissenschaften (Promotion)
  • Verlagspraxis (Lektorat, Öffentlichkeitsarbeit)
  • Zeitungspraxis (Print und Online; Kulturjournalismus, Feuilleton, Literaturkritik)
  • Radiopraxis (Hörfunk und Podcast)
  • Videopraxis (Fernsehanstalten, Redaktion, Produktion)
  • Bibliotheken und Literaturarchive
  • Kulturförderung und Kulturinstitutionen
  • Literarische Gesellschaften und Literaturhäuser
  • Literaturagenturen und Literaturmanagement.

Ausführlichere Informationen zu diesen Berufsfeldern finden Sie unten den Punkten Mit dem Master ... in die Medienpraxis gehen sowie Mit dem Master ... promovieren.