ILoNa - Innovative Logistik für Nachhaltige Lebensstile

Projektbeschreibung

Ausgangssituation und Forschungsfragen
Die Förderung nachhaltiger Lebensstile ist ein wesentlicher Hebel zur notwendigen Reduzierung des Ressourcenverbrauches. Bisher wenig beachtet, stehen Lebensstile im engen Zusammenhang zu modernen Logistikdienstleistungen. Dies gilt für eine Vielzahl unterschiedlicher Aspekte von Lebensstilbetrachtungen, insb. aber für Entwicklungen des Konsumsystems. Logistische Dienstleistungen werden entsprechend den Bedarfs- und Bereitstellungsmengen und -zeitpunkten von Gütern, Dienstleistungen und/oder Personen im Bereich der Produktion (im Unternehmen), des Transportes, Umschlages und der Lagerung (durch Logistikdienstleister), als auch im Bereich des Konsums (durch Individuen) und der Entsorgung/Wiederverwertung kontinuierlich erweitert. Dabei nimmt die moderne Logistik immer umfassendere Leistungserstellungen wahr – bis hin zur Gesamtplanung von Versorgungssystemen im Sinne der Konfiguration der Supply Chain-Partner, Teilproduktionsschritten, Assemblierungen, Rücknahmen und Gewährleistungen etc. Es ist nicht nur eine gesellschaftliche, sondern auch eine betriebs- und gesamtwirtschaftliche Notwendigkeit, dass die Logistik sich auf innovative Weise mit der Transformation zu einer nachhaltigen Gesellschaft und Wirtschaft auseinandersetzt.

Im Projekt ILoNa sind zwei Fragestellungen von zentraler Bedeutung: 

1. Wie sollten innovativeLogistikdienstleistungen gestaltet sein, die sowohl sozioökologischen Anforderungen gerecht werden als auch nachhaltige Lebensstile von Konsumenten fördern und ermöglichen?

2.  Wie können andererseits Veränderungen auf der Konsumentenseite aussehen, um nachhaltige Logistikstrukturen zu unterstützen?

Projektziele und zu erwartende Ergebnisse
ILoNa liefert erste verbindende Forschungsansätze und integriert sozio-ökonomische und -ökologische Aspekte systematisch, indem es etwa stationären Handel, Internethandel und auch neue Formen der Sharing Economy in den Blick nimmt, die Verbindungsstationen und Konfigurationsmöglichkeiten von Produktionsprozessen bis zum Übergang des Produkts an den Konsumenten aus der Perspektive ganzheitlich verstandener Supply Chains analysiert und alternative „nachhaltige“ Handlungsoptionen entwirft. Das Projekt zielt darauf ab, die Unternehmen in ihrem Transformationspotential zu stärken, und bezieht für die Logistikbranche die Entwicklungsperspektiven zum 6PL (Sixth Party Logistics Service Provider/Lead Sustainability Service Provider) mit ein. Zudem werden die Transformationspotentiale auf Unternehmens-, bzw. Supply Chain Ebene in verschiedenen Entwicklungsszenarien sozioökonomischer Rahmenbedingungen gespiegelt und die Ebene für Politikempfehlungen mit einbezogen. Dabei werden weiterentwickelte Methoden des Accounting  und der Modellierung von Nachhaltigkeit angewendet.

ILoNa trägt dazu bei, dass die Ergebnisse über die Beteiligung von Forschungs- und Praxispartnern wissenschaftlich wie wirtschaftlich anschlussfähig sind und insb. die Forschungsergebnisse praktisch umsetzbar sind. Gemeinsam mit Praxispartnern aus Wirtschaft und Gesellschaft sollen im Rahmen einer Innovationsplattform neue Verständnisse und Lösungen entwickelt und erprobt werden. Dazu werden ‚Best Case‘-Beispiele gesammelt, um Potentiale ermitteln und einhergehende Herausforderungen für die praktische Umsetzung antizipieren zu können. Für die teilnehmenden Unternehmen  ergibt sich die Möglichkeit, sich angesichts der zunehmenden Anforderungen im Nachhaltigkeitsbereich innovativ mit neuen Marktlösungen auseinanderzusetzen, neue Ansätze der Interaktion mit den Kunden zu erproben und sich damit an die Spitze notwendiger Innovationsbewegungen zu setzen sowie Alternativen des Nachhaltigen Wirtschaftens im vorwettbewerblichen Rahmen von ILoNa konkret zu demonstrieren.

Projektleitung

PD Dr. habil. Ani Melkonyan
Klaus Krumme
Universität Duisburg-Essen, Zentrum für Logistik und Verkehr (ZLV)

Projektkoordination

Gustavo de la Torre
Emre Koç
Universität Duisburg-Essen, Zentrum für Logistik und Verkehr (ZLV)

Projektstart

Mai 2015

Projektlaufzeit

bis April 2018