Newsletterarchiv: Forschung und wissenschaftliche Qualifikation
Newsletterausgabe 2/2026
Schule stärken mit Umbraise-Startchancen
Umbraise-Startchancen setzt dort an, wo belastende Verhaltensdynamiken und Konflikte pädagogisches Handeln herausfordern. Das Programm transferiert wissenschaftliche Erkenntnisse in die schulische Praxis und stärkt professionelles Handeln für mehr emotionale Sicherheit.
Als Landesmaßnahme im Startchancen-Programm unterstützt Umbraise-Startchancen Grundschulen in Nordrhein-Westfalen dabei, belastenden Verhaltenssituationen und Konflikten professionell und beziehungsorientiert zu begegnen und emotional sichere Lehr-Lern-Situationen zu gestalten. Dabei nimmt Umbraise gezielt verhaltensbezogene Bildungsungleichheit in den Blick und setzt dort an, wo Konflikte und herausforderndes Verhalten zu Ausgrenzung und eingeschränkten Bildungs- und Teilhabechancen beitragen können.
Im Zentrum steht der im Projekt entwickelte Smart Action Loop, eine wissenschaftsbasierte Entscheidungs- und Handlungsarchitektur, die pädagogische Fachkräfte dabei unterstützt, belastende Verhaltenssituationen und Konflikte systematisch zu verstehen, zu reflektieren und zu bearbeiten. Ein zentraler Grundstein dieser Architektur ist der Restorative Practice Approach, durch den Beziehungen, Gemeinschaft und die beziehungsorientierte Bearbeitung von Konflikten fest im Smart Action Loop verankert sind.
Um diese Ansätze in die schulische Praxis zu übertragen, arbeitet das Zentrum für Lehrkräftebildung der Universität Duisburg-Essen mit dem Transferpartner Institut Chancenrecht am Rhein zusammen. Der Transfer beginnt mit der zweitägigen Qualifizierung multiprofessioneller Teams der teilnehmenden Schulen. Bis Juli 2026 haben 760 pädagogische Fachkräfte aus 219 Startchancen-Grundschulen daran teilgenommen; weitere Schulen sind für die kommenden Qualifizierungen angemeldet. Insgesamt beteiligen sich damit 61,05 % der 629 Startchancen-Grundschulen in NRW an Umbraise-Startchancen.
Damit aus der Qualifizierung nachhaltige Schulentwicklung entstehen kann, werden die Schulen im aktuellen Vertiefungsprogramm über ein Schuljahr hinweg begleitet. Auch der Transfer ist wissenschaftsbasiert gestaltet und darauf ausgerichtet, die teilnehmenden Teams dabei zu unterstützen, die Ansätze von Umbraise in ihre Kollegien zu tragen und nachhaltig in der schulischen Praxis zu verankern.
Cara HüningNewsletterausgabe 2/2026
Umbraise Transfer gestartet
Das BMFTR Projekt verbindet Forschung mit praxisnaher Unterstützung. Untersucht wird, wie verstehens- und beziehungsorientierte Ansätze im Umgang mit herausfordernden Verhaltenssituationen nachhaltig in Schulen verankert werden können.
Umbraise Transfer: Neues BMFTR-Projekt zum Transfer verstehender und beziehungsorientierter Ansätze im Umgang mit herausfordernden Verhaltenssituationen in Schule gestartet
Wie können verstehens- und beziehungsorientierte Ansätze im Umgang mit belastenden Verhaltenssituationen nachhaltig in schulische Praxis übertragen und verankert werden? Dieser Frage widmet sich das neue, vom BMFTR geförderte Projekt Umbraise Transfer, das am Lehrstuhl für inklusive Pädagogik und Diversität angesiedelt ist.
Umbraise Transfer verbindet wissenschaftliche Forschung mit einer praxisnahen Unterstützungsstruktur. Für eine Fokusgruppe von ca. 20 teilnehmenden Schulen werden Qualifizierung, Transferbegleitung und Forschung eng miteinander verbunden. Zum Unterstützungsangebot gehören unter anderem Professionalisierungstage für multiprofessionelle Teams, ein digitales Begleitprogramm, praxisnahe Transfermaterialien sowie individuelle Transferberatung.
Die Forschung begleitet diesen Transferprozess unmittelbar: Durch forschungsbasierte Schulbesuche, teilnehmende Beobachtungen und Gruppendiskussionen untersucht das Projektteam die Umsetzung an den Schulen. Erforscht werden die Anschlussfähigkeit im jeweiligen Schulalltag sowie die Herausforderungen im Transferprozess, und schließlich datenbasierte Weiterentwicklung der Transferbegleitung.
Ziel des Projektes ist die Erarbeitung einer wissenschaftlich fundierten und skalierbaren Transferarchitektur für verstehende und beziehungsorientierte Ansätze im Umgang mit herausfordernden Verhaltenssituationen in Schule.
Malte ThiedeNewsletterausgabe 2/2026
Bewegung als Lernfaktor in allen Fächern
Im Projekt BeLe4All entdecken und erproben Lehramtsstudierende ab WiSe 26/27 innovative Unterrichtsideen, die mehr Bewegung und neue Lernwege in der Schule ermöglichen. Dabei erfahren sie, wie sich Fachinhalte bewegungsbasiert begleiten, organisieren und vermitteln lassen.
Bewegung kann aktivieren, Konzentration unterstützen und fachliche Inhalte handelnd erfahrbar machen. Außerhalb des Sportunterrichts wird dieses Potenzial bislang jedoch selten gezielt genutzt. Das Projekt BeLe4All – Bewegung: Lernfaktor in allen Fächern richtet sich daher an Lehramtsstudierende aller Fächer und Schulformen.
Im Mittelpunkt des Projekts, das im April 2026 startete, steht die Entwicklung des Seminarkonzepts im Inverted-Classroom-Format. Digitale Selbstlernphasen vermitteln theoretische Grundlagen, die in Präsenzveranstaltungen reflektiert, diskutiert und auf konkrete Unterrichtssituationen übertragen werden. Die Studierenden entwickeln, erproben und reflektieren eigene bewegungsbasierte Unterrichtsideen. Dabei steht auch die Frage im Mittelpunkt, wie Lernräume flexibel, kreativ und an unterschiedliche Bedürfnisse angepasst werden können. Im Sinne einer praktischen Erprobung wird der Seminarraum S06 S01 B29 mit bewegungsfreudigem Mobiliar ausgestattet.
Ziel des innovativen Lehr-Lern-Angebots ist es, Bewegung als bedeutsamen Bestandteil fachlicher Lernprozesse systematisch in der Lehrkräftebildung zu verankern. Zudem wird das Projekt wissenschaftlich begleitet. Sowohl die Ergebnisse als auch die entwickelten Materialien werden in OER-Formaten veröffentlicht und langfristig für die Lehrkräftebildung nutzbar sein.
Das Projekt wird bis März 2028 im Rahmen der Förderlinie „Freiraum 2026“ durch die Stiftung Innovation in der Hochschullehre gefördert. Die Hauptverantwortung für das Projekt tragen Dr. Karin Eckenbach und Dr. Jennifer Liersch vom Institut für Sport- und Bewegungswissenschaften. Unterstützt werden sie von den Hilfskräften Evla-Nur Toren, Lucas Jan Czyrt, Niklas Dittert und Monique Schulz.
Weitere Informationen zum Projekt finden Sie auf unserer Projektwebsite: https://www.uni-due.de/sport-und-bewegungswissenschaften/bele4all.php
Dr. Jennifer LierschNewsletterausgabe 2/2026
Neues Projekt im SFB 1567: Sichere Räume
Wie schätzen Sportlehramtsstudierende den virtuellen Campus hinsichtlich körperlicher und emotionaler Sicherheit ein? Das neue DFG geförderte Projekt Sichere Räume untersucht Bedarfe zur Prävention interpersoneller und sexualisierter Gewalt im Sportstudium an der UARuhr.
Im Juli 2026 ist am Institut für Sport- und Bewegungswissenschaften (ISBW) das Forschungsprojekt Sichere Räume gestartet. Das Unterprojekt ist Teil des Projekts C01 Well-Being in der virtuellen Lebenswelt: Studentisches Wohlbefinden in der Universität im DFG-geförderten Sonderforschungsbereich 1567 »Virtuelle Lebenswelten«.
Im Mittelpunkt stehen die Wahrnehmungen und Bedarfe von Sportlehramtsstudierenden der Universitätsallianz Ruhr mit und ohne Behinderung. Untersucht wird, wie Studierende körperliche und emotionale Sicherheit sowie soziale Teilhabe im Studium erleben und inwiefern sie den virtuellen Campus als einen sicheren und gewaltfreien Raum wahrnehmen.
Das Sportlehramtsstudium ist in besonderer Weise durch Körperlichkeit, Körperkontakte sowie enge Bindungs- und Abhängigkeitsverhältnisse geprägt. Daher fokussiert das Projekt auf die Prävention sexualisierter Gewalt. Das Projektteam untersucht auch, welche Barrieren und spezifischen Bedarfe Studierende mit Behinderung erleben.
Sichere Räume wird von Dr. Caterina Schäfer und das Teilprojekt CO1 gemeinsam mit Prof. Dr. Sandra Aßmann geleitet. Zum Projektteam am ISBW gehören die wissenschaftliche Mitarbeiterin Anna Stokloßa sowie Niklas Dittert, wissenschaftliche Hilfskraft. Die Laufzeit beträgt vier Jahre von Juli 2026 bis Juni 2030.
Dr. Caterina SchäferNewsletterausgabe 2/2026
Maturationsbezogene Trainingsanpassungen
Das Ziel des DFG-Projekts ist die Untersuchung der Effekte von Gleichgewichtstraining (klassisch vs. kindgerecht) bei Heranwachsenden mit unterschiedlichem biologischem Reifegrad mittels randomisierten Cross-Over-Design.
Es ist bekannt, dass die menschlich Haltungskontrolle Wachstums-, Reifungs- und Entwicklungsprozessen unterliegt. Im Konkreten sind gleichgewichtsrelevante sensorische Funktionen (propriozeptiv, visuell und vestibulär) bei Kindern und Jugendlichen im Vergleich zu Erwachsenen noch unvollständig ausgeprägt. Daraus resultieren altersabhängige Unterschiede im statischen und dynamischen Gleichgewicht (d. h. bessere Leistungen bei Jugendlichen gegenüber Kindern). Jedoch ist unklar, ob die zuvor skizzierten Unterschiede in der Reifung gleichgewichtsrelevanter sensorischer Funktionen auch einen Einfluss auf die Trainierbarkeit des Gleichgewichts haben. Daher besteht ein Ziel des Antrags in der Untersuchung der Effekte von Gleichgewichtstraining bei Heranwachsenden mit unterschiedlichem biologischen Reifegrad (d. h. präpubertär, pubertär, postpubertär) auf das statische und dynamische Gleichgewicht unter variierenden sensorischen Bedingungen (z. B. Einbeinstand mit geöffneten versus geschlossenen Augen oder auf stabilen versus instabilen Untergrund). Darüber hinaus kann sich die Gestaltung von Gleichgewichtstraining (z. B. klassisch vs. kindgerecht) auf dessen Effektivität bei Heranwachsenden auswirken. Daher besteht ein weiteres Ziel des Antrags in der Untersuchung der Effekte von unterschiedlich gestaltetem Gleichgewichtstraining (klassisch vs. kindgerecht) von Heranwachsenden mit unterschiedlichem biologischen Reifegrad im Rahmen eines randomisierten, cross-over Designs.
Prof. Dr. Thomas Mühlbauer