Newsletterarchiv: Forschung und wissenschaftliche Qualifikation

Newsletterausgabe 1/2026 Kooperation mit der Osaka Kyoiku University

Seit dem 12. Februar besteht ein bilaterales Abkommen zwischen der Fakultät für Bildungswissenschaften der UDE und der Osaka Kyoiku University (Japan). Die Kooperation stärkt den internationalen Austausch.

Seit dem 12. Februar besteht ein bilaterales Kooperationsabkommen zwischen der Fakultät für Bildungswissenschaften der Universität Duisburg-Essen und der Osaka Kyoiku University (Japan). Die Partnerschaft eröffnet neue Möglichkeiten für wissenschaftlichen Austausch sowie für zukünftige Kooperationen in Forschung und Lehre.

Der erste Kontakt entstand im Rahmen eines Besuchs von Prof. Yuichi Toda (Osaka Kyoiku University) am Institut für Psychologie während einer DAAD-Gastdozentur. Prof. Toda, hielt einen Vortrag mit dem Titel „Countermeasures against Cyberbullying and the Smartphone Summit“. Der Besuch wurde durch Prof. Dr. Philipp Jugert initiiert und bot eine wertvolle Gelegenheit zum wissenschaftlichen Austausch.

Im Anschluss entwickelten sich Gespräche über eine mögliche institutionelle Zusammenarbeit zwischen beiden Universitäten. Noch vor der formalen Unterzeichnung des Abkommens besuchten zwei Studierende der Osaka Kyoiku University unsere Fakultät. Sie wurden von Prof. Dr. Tobinski, Dr. Francesca Ialuna und Dr. Bita Behravan, internationale Koordinatorin der Fakultät für Bildungswissenschaften, an der Universität Duisburg-Essen empfangen. Der Besuch bot Gelegenheit zu persönlichen Begegnungen sowie zu Einblicken in die Arbeit unserer Fakultät.

Die Fakultät bedankt sich herzlich bei Prof. Dr. Philipp Jugert für die Anbahnung dieser Kooperation sowie bei Dr. Francesca Ialuna und Prof. Dr. Tobinski für ihre Unterstützung.

Mit dem neuen Abkommen wird ein weiterer Schritt zur Stärkung der internationalen Vernetzung der Fakultät für Bildungswissenschaften und zur Förderung akademischer Zusammenarbeit mit Partneruniversitäten weltweit gemacht.

Newsletterausgabe 1/2026 Student:innen begleiten Schüler:innen beim Lernen

Zur Förderung von sozio-emotionalen, mathematischen und sprachlichen Kompetenzen von Schüler:innen in Startchancen-Schulen im Ruhrgebiet qualifiziert das Projekt Lerncrew Ruhr studentische Lernbegleiter:innen.

Professionalisierungsunterstützung für angehende Lehrkräfte für mehr Bildungsgerechtigkeit: Im Rahmen des Startchancen-Programms qualifiziert das Projekt Lerncrew Ruhr bis zu 200 studentische Lernbegleiter:innen, die Schüler:innen der Klassen 1 bis 6 rund 12 Stunden pro Woche beim Kompetenzaufbau begleiten. Die Qualifizierung wird in Kooperation mit RuhrFutur, der RUB, der TU Dortmund und der UDE (UA Ruhr) entwickelt und umgesetzt. Prof. Kerstin Göbel und Nina Welsandt (AG Unterrichtsentwicklung) konzipieren die Qualifizierung im Hinblick auf die Förderung von sozio-emotionalen Basiskompetenzen und setzen diese im Rahmen des Programms um.

Seit Beginn des Schuljahres 2025/2026 (September 2025) werden Studierende an den Schulen eingesetzt. Sie unterstützen Schüler:innen durch individuelle Lernbegleitung und tragen zur Entlastung der Lehrkräfte im Unterricht bei, während das Projekt zugleich eine praxisnahe Professionalisierung angehender Lehrkräfte unterstützt. Durch den gezielten, bedarfsorientierten Einsatz studentischer Lernbegleiter:innen werden insbesondere sozial benachteiligte Schüler:innen beim Aufbau von Basiskompetenzen unterstützt, um bestehende Lernrückstände gezielt zu adressieren. Der Einsatz von Studierenden in den Schulen wird im Hinblick darauf, inwiefern Lehrkräfte eine Entlastung im Unterricht wahrnehmen und welche Kompetenzentwicklungen bei Schüler:innen und Studierenden sichtbar werden, systematisch evaluiert.

Das Projekt fördert die Professionalisierung angehender Lehrkräfte, stärkt personelle Herausforderungen von Startchancen-Schulen im Ruhrgebiet und fördert nachhaltige Kooperationen zwischen Schulen, Universitäten, Kommunen und RuhrFutur. So entstehen tragfähige Netzwerke, die über die unmittelbare Projektlaufzeit hinaus wirksam bleiben.

Ansprechpartnerinnen:

Prof. Kerstin Göbel (kerstin.goebel@uni-due.de)

Nina Welsandt (nina.welsandt@uni-due.de)

Websites:

Projektwebsite: https://www.uni-due.de/unterrichtsentwicklung/lerncrewruhr.php

Homepage: https://lerncrew-ruhr.de/

Newsletterausgabe 1/2026 Aufgaben des Franzimo-Projekts in europäischer Datenbank verfügbar

Das Aufgabenmanual des DFG-geförderten Projekts Franzimo wurde in die CARAP/REPA Datenbank des Council of Europe aufgenommen.

Im Rahmen des DFG-geförderten Forschungsprojekts Franzimo (Franzimo - Französisch als 2. Fremdsprache: interkulturell und mehrsprachigkeitsorientiert; GO 798/4‐1 / SCHM 2389/3‐1) unter der Leitung von Prof. Dr. Kerstin Göbel (Universität Duisburg-Essen) und Prof. Dr. Lars Schmelter (Bergische Universität Wuppertal) wurde ein Aufgabenmanual entwickelt, welches nun in die CARAP/REPA Datenbank des Council of Europe aufgenommen wurde. Die Aufgaben dienen der sprachlichen Reflexion, der Vermittlung von Transferstrategien zwischen Sprachen sowie der interkulturellen Reflexion im Französischunterricht als zweite Fremdsprache. Das Manual integriert die vorhandenen Sprachkenntnisse der Schüler:innen, z. B. Deutsch, Englisch oder Herkunftssprachen wie Polnisch, Türkisch oder Russisch. Dabei werden vor allem authentische Materialien genutzt, um die Sprachrepertoires zu verbinden und die Reflexion über die eigene Sprachbiografie zu fördern, wodurch die Sprachenbewusstheit gestärkt wird.

Die CARAP/REPA-Datenbank wird vom European Centre for Modern Languages of the Council of Europe unterhalten, um europäische Bildungsziele in den Bereichen Sprachen und Kulturen zu erreichen. Sie bietet Lehrer:innen geeignete Materialien, um in schulischen Kontexten mehrsprachigen und interkulturellen Unterricht zu ermöglichen. Dabei werden plurale Ansätze verfolgt, die mehrere Sprachen und Kulturen einbeziehen. Die Materialien können nicht nur in (Fremd-)Sprachfächern genutzt werden, sondern können vielmehr von allen Fachlehrer:innen in den Unterricht integriert werden, wobei sich die Lernziele grob in Kenntnisse, Einstellungen und Fertigkeiten separieren lassen. Diese Lernziele werden neben den regulären, fachspezifischen Unterrichtszielen angestrebt und sollen eine Ergänzung zum monolingualen Fachunterricht darstellen. Außerdem werden Module zur Aus- und Weiterbildung von Lehrpersonen angeboten, die mehrsprachigen und interkulturellen Unterricht forcieren.

Die Aufgaben des Manuals zeichnen sich durch eine progressive Struktur aus: Von einfachen Wortvergleichen über lexikalische Transferstrategien bis hin zu komplexen Reflexionsaufgaben. Die Aufgaben sind für kurze Unterrichtseinheiten (10-15 Minuten pro Woche) konzipiert. Lehrer:innen erhalten detaillierte Anleitungen zur Umsetzung jeder Aufgabe. Reflexionsphasen helfen Schüler:innen, ihre Lernstrategien bewusst zu verbessern. Die Aufgaben lassen sich somit flexibel in den Unterricht integrieren. Positive Effekte der Implementation der Aufgaben zeigen sich insbesondere in Bezug auf die Sprachbewusstheit und Akzeptanz von Mehrsprachigkeit bei allen Schüler:innen, insbesondere bei monolingual aufgewachsenen Lernenden.

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Newsletterausgabe 1/2026 School Development and AI Agency

Das „School Development and AI Agency Research Lab (SD-AI)“ erhält UA Ruhr-Förderung. Im Fokus steht die Frage, inwieweit epistemische Verantwortlichkeit unter Wahrung eigener Handlungsfähigkeit in komplexen soziotechnischen Umgebungen gewährleistet werden kann, wenn KI im Schulsystem eingesetzt wird.

Das „School Development and AI Agency Research Lab (SD-AI) – AI Accountability at all Levels of the Education System?“ erforscht Schulentwicklung unter Berücksichtigung der Handlungsfähigkeit (Agency) und Verantwortlichkeit (Accountability) bei der Implementierung künstlicher Intelligenz (KI) auf verschiedenen Ebenen des Schulsystems. Die Nutzung von KI und deren Anwendung im Schulsystem schafft eine soziotechnische Umgebung, in der KI-Systemen eine Handlungsfähigkeit zugeschrieben wird. Dabei drängt sich die Frage auf, ob epistemische Verantwortlichkeit unter Wahrung eigener Handlungsfähigkeit in komplexen soziotechnischen Umgebungen gewährleistet werden kann, wenn KI im Schulsystem eingesetzt wird.

SD-AI erweitert bisherige Forschungsansätze, die vorrangig den KI-Einsatz im Unterricht und die Nutzung durch Schüler:innen in den Blick nehmen (Mikroebene), um Fragen nach Schulleitungshandeln, Lehrkräftekooperation und Fortbildungen (Mesoebene) sowie schulischen Unterstützungssystemen und bildungspolitischen Vorgaben (Makroebene). Ziel ist u.a. die Entwicklung eines theoretischen Modells zur Rolle von KI in der Schulentwicklung auf den verschiedenen Ebenen des Schulsystems und den zugehörigen Handlungsfähigkeiten und Verantwortlichkeiten im sozio-technischen Umfeld.

In Workshops wird das Theoriemodell durch Expert:innen aus Wissenschaft, schulischer Praxis und Bildungsadministration geprüft, validiert und feinjustiert. Die Workshops werden durch Gastvorträge international renommierter Wissenschaftler:innen gerahmt. Darüber hinaus wird eine experimentelle Designstudie mit Lehrpersonen und Schulleitungen durchgeführt, um den Einsatz von KI in Schulen für bestimmte Bereiche der Schulentwicklung unter kontrollierten Bedingungen im Vergleich zu unkontrollierter KI-Nutzung zu untersuchen.

SD-AI ist Teil des PostdocLab-Förderprogramms des UA Ruhr College for Social Humanities und wird von Dr. Manuela Endberg (UDE, Institut für Schulentwicklung) und PD Dr. Ramona Lorenz (TU Dortmund, Institut für Schulentwicklungsforschung) ab dem 15. April 2026 durchgeführt.

Newsletterausgabe 1/2026 Moodeli – Gesprächskompetenzen gezielt trainieren

Mit Moodeli entsteht dank Lehr-Lern-Innovations-Förderung eine nachhaltige digitale Ressource für praxisnahes Üben von Gesprächskompetenzen – mit realistischen Videoprompts und Lernmaterialien.

Moodeli ist eine neue moodlebasierte Lernressource, die Studierenden künftig strukturierte und dauerhaft verfügbare Übungsmöglichkeiten zur Gesprächsführung in psychosozialen Kontexten bieten soll. Entwickelt wird Moodeli auf Basis des evidenzbasierten Deliberate-Practice-Ansatzes. Dieser Ansatz wird bereits im Sport oder in der Musik genutzt, um komplexe Kompetenzen zu erwerben und zu verfeinern. Im Mittelpunkt steht gezieltes, wiederholtes Üben mit unmittelbarem Feedback. Der Name „Moodeli“ setzt sich zusammen aus MOOdle und DELIberate practice.

Moodelis Kernstück wird eine kuratierte Bibliothek von Videoprompts sein – realistische Gesprächsszenarien mit Erwachsenen und Kindern, die durch Anleitungen, Reflexionsaufgaben und Materialien ergänzt werden. Die Inhalte werden nach Kompetenzfeldern und Schwierigkeitsgraden gegliedert und eignen sich sowohl für den Einsatz in Lehrveranstaltungen als auch für das Selbststudium – allein oder in Lerngruppen. Gamifizierte Elemente wie Level-Ups und Badges sollen das Üben zusätzlich attraktiv machen.

Die Förderung durch das UDE-Programm Lehr-Lern-Innovationen (LLI), ermöglicht uns mit Moodeli die nachhaltige Aufbereitung, Weiterentwicklung und langfristige Verfügbarkeit der Lernmaterialien. Das Projekt wurde von Antonia Barke (Klinisch-Psychologische Intervention) eingeworben und war ursprünglich für den Masterstudiengang Psychologie mit dem Schwerpunkt Klinische Psychologie und Psychotherapie konzipiert. Es ist geplant, Moodeli offen zu gestalten, so dass es auch in anderen Studiengängen eingesetzt werden kann, in denen entsprechende Kompetenzen zentral sind – etwa in der Sozialen Arbeit, der Lehrkräftebildung, der Medizin oder den Pflegewissenschaften.

Derzeit wird Moodeli aufgebaut und im laufenden Jahr erprobt; ab Anfang nächsten Jahres soll die Lernressource zur Verfügung stehen.

Newsletterausgabe 1/2026 SFB 1342 "Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik" geht in die 3. Förderungsphase

Seit Beginn der ersten Förderphase sind Teilprojekte der UDE in den von der Universität Bremen koordinierten DFG-Sonderforschungsbereich 1342 „Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik” eingebunden. Jetzt wurde von der DFG offiziell bekannt gegeben, dass die dritte Phase des SFBs genehmigt wurde (siehe Pressemitteilungen der DFG und der Uni Bremen unten sowie unter: https://www.socialpolicydynamics.de/ueber-den-sfb-1342/aktuelles/detail/?news=432).

Die UDE ist im Kontext des von Prof.in Dr. Simone Leiber (gemeinsam mit Prof. Dr. Heinz Rothgang und Dr. Johanna Fischer von der Universität Bremen) geleiteten Teilprojekts A07 nun für weitere vier Jahre daran beteiligt. Dieses Projekt trägt den Titel „New Politics of the Ageing Welfare State? Comparing Political Outcomes and Policy Feedback of Long-term Care Policies“.

Generell geht es in dieser Phase des SFB um die Auswirkungen von Sozialpolitik in einem globalen Vergleich, und zwar auf materieller (z. B. Armut, soziale Ungleichheit) wie auch politischer (z. B. politisches Vertrauen und (Wahl-)Verhalten) Ebene. Das Projekt A07 wird in einem sytematischen Ländervergleich untersuchen, wie die Langzeitpflegepolitik politisches Vertrauen und politisches Verhalten prägt (z.B. die Entstehung von neuen Parteien oder Interessengruppen zur Interessenvertretung speziell für ältere Menschen oder für pflegende Angehörige). 

Newsletterausgabe 1/2026 Lehrkräfte PLUS Jahrgang 7 startet!

Im April startet der siebte Jahrgang von Lehrkräfte PLUS. Internationale, zugewanderte Lehrkräfte werden dabei wieder ein Jahr lang auf den beruflichen Wiedereinstieg ins Lehramt vorbereitet.

Ende März beendet der sechste Jahrgang das Programm Lehrkräfte PLUS, einem Drittmittelprojekt, das sich an zugwanderte Lehrkräfte wendet, denen der Weg zurück in den Klassenraum dadurch ermöglicht werden soll. Die Teilnehmenden können so zu Beginn des neuen Schuljahres im Anschlussprogramm Internationale Lehrkräfte fördern (ILF) eine erste Anstellung als Lehrkraft an einer Schule in Deutschland bekommen. Mit unseren Kolleg:innen der Universität Bielefeld und der Ruhr-Universität Bochum wird am 28. Mai eine gemeinsame Abschlussfeier stattfinden, bei der unsere Teilnehmenden ihre Abschlusszertifikate erhalten werden.

Im April startet der siebte Jahrgang. Das Projekt ist stark interdisziplinär ausgelegt. Neben dem Institut für Erziehungswissenschaft, das durch Prof. Dr. Nicolle Pfaff und Prof. Dr. Carolin Rotter maßgeblich beteiligt ist, arbeiten das Institut für Deutsch als Zweit- und Fremdsprache (vertreten durch Marlene David) und das ZLB gemeinsam für den Erfolg des Programms. Für die bildungswissenschaftliche Qualifizierung der Teilnehmenden ist Farhad Akbary zuständig.

Newsletterausgabe 1/2026 10 Jahre ML Qualitative Forschung

Das MethodenLab Qualitative Forschung feiert 10jähriges Bestehen.
Im März 2016 startete der Aufbau des MethodenLab Qualitative Forschung an der Fakultät für Bildungswissenschaften.

Das MethodenLab Qualitative Forschung unterstützt seit zehn Jahren erfolgreich die Verbesserung der forschungsmethodischen Ausbildung speziell für Qualitative Methoden – für Lehrende, Studierende und Promovierende hier an der Fakultät für Bildungswissenschaften.

Unter der Leitung von Prof.in Dr. Nicolle Pfaff und Prof.in Dr. Anja Tervooren wurde im Rahmen des BMBF-Projektes ProViel – Professionalisierung für Vielfalt zunächst ein Online-Kurssystem mit insgesamt neun Kursen auf Moodle entwickelt, welches flexibel in der Lehre oder zum studentischen Selbstlernen eingesetzt werden kann.

Mit der Angliederung des MethodenLab Qualitative Forschung an das Dekanat der Fakultät für Bildungswissenschaften Anfang 2024 wurde das Angebotsportfolio um eine offene Methodensprechstunde sowie ein stetig wachsendes Workshopangebot in enger Kooperation mit dem IZfB erweitert und etabliert.

Mehr Informationen und Details zu den Angeboten des MethodenLab Qualitative Forschung finden Sie auf unserer Homepage:  https://www.uni-due.de/biwi/methodenlab-quali/

Bei weiteren Fragen melden Sie sich gerne unter methodenlab.quali@uni-due.de

Newsletterausgabe 2/2025 Forschungsprojekt: Teilhabeförderung im Kontext der Armutsbekämpfung

Das Projekt widmet sich den Fragen, inwiefern Sozial- und Kulturpässe in Nordrhein-Westfalen zur sozialen und kulturellen Teilhabe von armutsbetroffenen Personen beitragen und mit welchen Hürden und Ausschlüssen deren Nutzung verbunden sind. Es zielt darauf den derzeitigen Wissensstand zu systematisieren. Das Projekt ist am 01.08.2025 gestartet und läuft bis zum 31.12.2025. Es ist an der Arbeitsgruppe „Theorie und Methoden der Sozialen Arbeit“ (Schoneville) angesiedelt und wird Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales in NRW gefördert.

Mehr: https://www.uni-due.de/biwi/isp/tum/forschung_task

Newsletterausgabe 2/2025 DFG-Projekt zum Vorbereitungsdienst

Beraten und Beurteilen – wie bearbeiten Fachleitungen im Vorbereitungsdienst diese divergierenden Aufgaben in ihrer beruflichen Praxis? Dies erforscht die AG Pädagogische Professionsforschung in einem dreijährigen, von der DFG geförderten Projekt.

Über verschiedene Studien hinweg wird der Vorbereitungsdienst als hoch herausfordernd und belastend wahrgenommen. Es sind unterschiedliche Belastungsfaktoren für die beteiligten Akteur:innen zu identifizieren. Dazu zählt die Aufgabendiffusion von Beraten und Beurteilen verbunden mit einer unklaren Abgrenzung von Prüfungssituationen mit entsprechenden Belastungen für die Beziehungskonstellation zwischen Referendar:innen und Ausbildenden. Die Bearbeitung dieser Aufgabendiffusion stellt für Ausbilder:innen eine große Herausforderung für ihr berufliches Handeln dar, zumal bei ihnen die zentrale Verantwortung für die fachliche, fachdidaktische sowie allgemeinpädagogische Ausbildung der Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst sowie die Gestaltung der Interaktions- und Kommunikationspraxis liegt. Aus einer praxeologisch-wissenssoziologischen Perspektive fokussiert das Projekt auf ‚berufliche Selbstverständnisse‘ von Fachleitungen. Für eine empirisch fundierte Schärfung des ‚beruflichen Selbstverständnisses‘ von Fachleitungen wird die Gestaltung von Unterrichtsnachbesprechungen in den Blick genommen, denn in diesen Gesprächen kondensieren sich die ausbildungsstrukturelle Problematik der Aufgabendiffusion und damit einhergehenden divergierenden Anforderungen an das Handeln von Fachleiter:innen. Zudem sind Fachleitungen in der dyadischen Interaktionskonstellation in Unterrichtsnachbesprechungen gefordert, Adressat:inkonstruktionen (Entwürfe von Referendar:innen) vorzunehmen und sich selbst komplementär dazu zu positionieren (Selbstentwürfe). Damit leistet das Projekt einen Beitrag zu einer Typologie von Ausbildendenhabitus, die dem Handeln von Fachleitungen im Vorbereitungsdienst zugrundeliegen, im Verhältnis zu normativen Entwürfen von Ausbildenden.

Newsletterausgabe 2/2025 Wenn die Chefin: ein Algorithmus ist

Die AG A&O Psychologie startet im Oktober eine von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung geförderte Studie zu den psychosozialen Auswirkungen algorithmischen Managements.

Arbeitsprozesse können mittlerweile automatisiert und ohne unmittelbare menschliche Beteiligung durch algorithmisches Management (AM) gesteuert und kontrolliert werden. AM wird derzeit vor allem in der Plattformarbeit (z.B. bei Lieferdiensten oder Clickworkern) eingesetzt, hält jedoch auch zunehmend Einzug in betriebsgebundene Arbeitsbereiche wie die Logistik. Neben den erwarteten Effizienzgewinnen deuten erste Studien darauf hin, dass durch AM deutliche gesundheitliche Risiken für Beschäftigte entstehen können. Es wird vermutet, dass diese Risiken unter anderem auf negative Auswirkungen von AM auf psychische Belastungsfaktoren zurückzuführen sind (z.B. mehr Zeitdruck, weniger soziale Unterstützung). Darüber hinaus könnten sich Einschränkungen bei der Umsetzung von Arbeitsschutzmaßnahmen – wie der Gefährdungsbeurteilung – sowie eine Schwächung der Präventionskultur ergeben. Vor dem Hintergrund sollen in diesem Projekt diese neuen Herausforderungen für den Arbeitsschutz durch AM systematisch zu untersucht und praktische Handlungsempfehlungen für die Unfallversicherungsträger entwickelt werden.

(Projektdauer: 2 Jahre; Kooperationspartner: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, Universitätsklinikum Ulm).

Newsletterausgabe 2/2025 SERVE SDGs-Partnerschaft

„Developing societies in a sustainable way!” – vom 06.-10. Okt. läuft die Autumn School als Teil der 4-jährigen DAAD-Partnerschaft zwischen der UDE und der St. Augustine University of Tanzania (SAUT). 

Zum 01. April ist das vom DAAD geförderte Partnerschaftsprojekt zum Thema „Service learning and community building: German-Tanzanian partnership for SDGs“ (SERVE SDGs) gestartet. Das 4-jährige Projekt wird am IBW im FG Erwachsenenbildung mit Prof. Dr. Silke Schreiber-Barsch (Projektleitung) und Lukas Eble sowie in Kooperation mit UNIAKTIV (Jörg Miller) und der St. Augustine University of Tanzania (SAUT) in Mwanza / Tanzania unter Leitung der dortigen Kollegen Joseph B. Bulugu und Delphinus K. Kamugisha durchgeführt.

Das FG Erwachsenenbildung kooperiert mit der SAUT seit vielen Jahren. In 2022 wurde diese Partnerschaft mit einem Memorandum of Understanding (MoU) institutionalisiert. Mit SERVE SDGs kann diese Arbeit über 4 Jahre gefördert und mithilfe vielfältiger Kooperationsaktivitäten weiter entfaltet werden.

Die deutsch-tansanische Partnerschaft orientiert sich an den normativen Leitlinien der Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen. SERVE SDGs stellt sich die Aufgabe, gesellschaftliche Schlüsselthemen durch die Kollaboration zwischen außer-/hochschulischen Akteuren aus Ländern des sog. Globalen Nordens und des sog. Globalen Südens zukunftsweisend zu gestalten und nachhaltig umzusetzen. Im Zentrum des DAAD-Projektes steht der jährliche Studierendenaustausch im Sinne einer internationalisation@home und internationalisation@abroad.

Hierzu gehört u.a. die jährliche Durchführung einer Autumn School im Wechsel an den beiden Hochschulstandorten. Anfang Oktober reisen hierzu 10 Studierende und 3 Kollegen der SAUT an, um mit UDE Studierenden und Dozierenden zusammen für eine Woche Service-Learning Projekte zu entwickeln, diese vor Ort in Essen zusammen mit lokalen Community-Partnern durchzuführen und die Ergebnisse zu präsentieren.

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Newsletterausgabe 2/2025 Open Sport Campus

Die Öffnung von Sporträumen am Wochenende steht seit Jahren im Fokus der Entwicklungsforschung am Institut für Sport- und Bewegungswissenschaften.
Nun wurde im Rahmen eines Modellversuchs auch der Sportcampus an der Gladbecker Str. geöffnet. Kinder, Jugendliche, Familien und Erwachsene können den attraktiven Sportcampus nutzen. Für das kommende Jahr ist eine dauerhafte Öffnung am Wochenende vorgesehen. Ziel des Forschungsprojektes ist es zu eruieren, unter welchen Rahmenbedingungen Sportstätten am Wochenende für viele Menschen geöffnet werden können. Finanziert wird das Projekt durch die Stadt Essen.  

Newsletterausgabe 1/2025 DFG-Förderung für Suizidalitätsprojekt

Die DFG fördert das Projekt „APOS+R: Akute Risikofaktoren für poststationäres suizidales Verhalten und Reaktivität von EMA zu Suizidalem Erleben und Verhalten“ von Prof. Dr. Thomas Forkmann (Klinische Psychologie und Psychotherapie).

Prof. Dr. Thomas Forkmann (Klinische Psychologie und Psychotherapie) erhält von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) eine Sachbeihilfenförderung für das Projekt „APOS+R: Akute Risikofaktoren für poststationäres suizidales Verhalten und Reaktivität von EMA zu Suizidalem Erleben und Verhalten“, das bizentrisch gemeinsam mit Prof. Dr. Glaesmer und PD Dr. Spangenberg (beide Universität Leipzig) durchgeführt wird. Es handelt sich um ein Fortsetzungsprojekt der laufenden APOS-Studie, in der mittels hochfrequenter Smartphone-basierter Assessments, Fragebogen-, Interview- und psychophysiologischen Untersuchungen proximale Risikofaktoren für poststationäres suizidales Erleben und Verhalten untersucht werden. geplant ist, insgesamt N=344 Patient:innen, die nach Suizidversuch oder akuter suizidaler Krise in einer von insgesamt neun Kooperationskliniken in stationär-psychiatrischer Behandlung sind, über die Entlassphase hinaus für sechs Monate prospektiv nachzuverfolgen. Weiterführende Informationen finden sich auf den Websites der beteiligten Arbeitsgruppen (https://www.uni-due.de/biwi/psychologie/klinischepsychologie/forschung_aktuell; https://www.uniklinikum-leipzig.de/einrichtungen/medizinische-psychologie/Seiten/suizidalitaetsforschung-apos.aspx)

Newsletterausgabe 1/2025 Evaluation digitaler Innovationsprojekte in "Demokratie leben!" (BMFSFJ)

2025 beginnt der dritte Förderzyklus des Bundesprogramms „Demokatie leben!“. Neu dabei ist ein Team der Fakultät BiWi, das den Auftrag zur Evaluation der Innovationsprojekte im digitalen Raum zur Demokratieförderung und Extremismusprävention erhalten hat. Die Projekte zielen darauf, digitale politische Kompetenzen zu fördern und Jugendlichen zu helfen, einen reflektierten Umgang mit Hassrede und Desinformation im digitalen Raum zu entwickeln. Neu ist im aktuellen Förderzyklus auch, dass ein Viertel der Projekte für vertiefende Wirkungsevaluationen ausgewählt wird. (Hermann Josef Abs, Eva Anderson-Park, Lucy Huschle & Marcus Kindlinger)

Newsletterausgabe 1/2025 Start des Projekts zur finanziellen Grundbildung

Im April startet das 3-jährige BMBF-Verbundprojekt zu Finanzieller Grundbildung in vulnerablen Lebenslagen (FIBI-LA) im FG Erwachsenenbildung mit Prof. Dr. Silke Schreiber-Barsch als Verbundleitung.

Zum 01. April ist das vom BMBF mit rd. 1,2 Millionen Euro geförderte Verbundprojekt zum Thema „Finanzielle Grundbildung in vulnerablen Lebenslagen (FIBI-LA): Kompetenzentwicklung und pädagogische Vermittlung als Schlüssel ökonomischer Teilhabe“ gestartet. Das 3-jährige Projekt ist am IBW im FG Erwachsenenbildung mit Prof. Dr. Silke Schreiber-Barsch als Verbundleitung angesiedelt und kooperiert mit der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW) (Prof. Dr. Andreas Langer) und dem institut für finanzdienstleistungen e.V. (iff) (Dr. Sally Peters).

Das Projekt will mit einem Mixed-Methods-Design in interdisziplinärer Zusammenarbeit aus Erwachsenenbildung und Sozialer Arbeit sowie in Wissenschafts-Praxis-Kooperation die Leerstelle in Forschung wie Praxis zu Aneignung und Vermittlung finanzieller Grundbildung bei Erwachsenen in vulnerablen Lebenslagen (von Behinderung und Überschuldung) und dort tätigen Fachkräften beforschen.

Bei der Bewältigung ökonomisch geprägter Lebenssituationen und Entscheidungsnotwendigkeiten zeichnen sich jene Lebenslagen nicht nur in ihren Risiken für Prekarisierung und Benachteiligung aus, sondern spitzen sich durch limitierte Selbstbestimmung (Abhängigkeit, z.B. Sozialleistungen), Stereotypisierungen (niedrige Kompetenzzuschreibung) und Moralisierung der Lebenslage (eigenes Verschulden) weiter zu.

Ist eine möglichst selbstbestimmte ökonomische Teilhabe in solchen Lebenslagen das Ziel, ist die finanzielle Kompetenzentwicklung der Subjekte mit einer Befähigung von Fachkräften in der pädagogischen Vermittlung an alltagsrelevanten außerschulischen Orten zusammenzuführen, um Gelegenheitsstrukturen für informelles Lernen als Bausteine finanzieller Grundbildung aufzubauen.

Newsletterausgabe 1/2025 Call for Papers: Sammelband Begleit- und Metavorhaben in der Bildungsforschung

Im Sammelband lädt das Learning Lab interessierte Kolleginnen und Kollegen ein, einen Abstract bis zum 31.05.2025 einzureichen. Die Publikation ist im Open Access beim Waxmann Verlag geplant.

Bildungsforschung vollzieht sich regelmäßig in Projekten, die durch externe Mittelgeber gefördert werden. In der Bildungsforschung spielt die Programmförderung eine besondere Rolle, in der bestimmte gesellschaftlich relevante Themen und Entwicklung in den Fokus der Forschungsförderung gestellt und Entwicklungen angestoßen werden sollen. Typische
Mittelgeber sind Landes- und Bundesministerien sowie Stiftungen. Über die Ausschreibungen einer Programmlinie werden Projekte zur Förderung ausgewählt, in denen vielfach mehrere Projektpartner, auch in Kooperation von Partnern aus der Wissenschaft und Bildungspraxis, zusammenarbeiten.

Dabei stellt sich die Frage, wie die Vorhaben solcher Programmlinien in ihrer inhaltlichen Arbeit und in ihrem Zusammenwirken untereinander sowie in der Kooperation zwischen Wissenschaft und Bildungspraxis unterstützt werden können. Projektträger werden von einem Mittelgeber eingesetzt, um die Auswahl und Durchführung der Projekte verwaltungstechnisch korrekt abzuwickeln und in grundsätzlichen Fragen zu betreuen. Forschungsvorhaben in der Bildungsforschung sind regelmäßig an Schnittstellen verschiedener Systeme angelegt und müssen verschiedenartige Akteure einbeziehen (Diekmann, 2022; Holzer et al., 2024).

Seit einigen Jahren werden deswegen übergeordnete Projekte und Strukturen aufgesetzt, die dazu beitragen sollen, dass die Vorhaben in ihrer inhaltlichen Arbeit unterstützt werden, sich untereinander vernetzen, den Transfer sichern oder mit der Bildungspraxis zusammenarbeiten (z.B. Diekmann, 2022; Thiel et al., 2013). Solche Strukturen nehmen zusehends eine wichtige Funktion in der Wissenschafts- und Förderlandschaft ein (BMBF, 2018). Sie begleiten Forschungsprojekte und -programme und agieren als Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Praxis und Politik. Dabei leisten sie entscheidende Beiträge zur Wissenskommunikation, zum Transfer von Forschungsergebnissen und zur Förderung einer wissenschaftsbasierten Entwicklung von Bildungspraxis. 

Der Band widmet sich der Frage, wie solche Vorhaben angelegt sind, wie sie arbeiten und welche Erfahrungen mit ihnen vorliegen:

  • Wie funktionieren Begleit- und Metavorhaben in der Bildungsforschung?
  • Welchen Beitrag leisten sie? Welche Chancen und Hürden haben sie?
  • Welche Erfahrungen liegen vor, um entsprechende Vorhaben erfolgreich werden zu  lassen?
  • (Wie) schaffen solche Strukturen einen zusätzlichen Nutzen für die Beteiligten?
  • Die Beiträge können sich auf ein Begleitvorhaben als Ganzes beziehen oder Teilaspekte des Vorhabens fokussieren, z.B. das Forschungsverständnis, Formate der Zusammenarbeit, Methoden der Erkenntnisgewinnung, etc.
Aufbau von Beiträgen

Sie können Ihren Beitrag etwa entlang folgender Fragen strukturieren:
• Beschreibung und Anliegen
• Konzeption und Umsetzung: Welche Arbeitsweisen und Strukturen liegen vor und haben sich als erfolgreich erwiesen?
• Wissenskommunikation und Transfer: Welche Strategien und Formate nutzt ihre Einrichtung, um den Austausch zwischen Wissenschaft, Praxis und Politik zu fördern?
• Rolle im Bildungsbereich: Welche besonderen Herausforderungen und Potenziale bieten sich im Bildungskontext?
• Evaluation und Wirkungsmessung: Wie kann die Wirksamkeit von Metavorhaben gemessen und sichergestellt werden?
• Innovationen im Bildungsbereich: Welche neuen Perspektiven und Methoden können die Arbeit bereichern?


Einreichung / Vorgehen

Abstracts:
Bitte senden Sie einen Abstract (max. 500 Wörter inkl. Leerzeichen, exkl. Literaturangaben) für den geplanten Beitrag bis zum 31.05.2025 an:
anna.heinemann@uni-due.de
Die Rückmeldung nach Sichtung der Abstracts erfolgt bis zum 30.06.2025.

Volltexte:
• Die nach Sichtung der Abstracts angefragten Autor:innen werden gebeten, ihre Volltexte bis zum 31. Oktober 2025 einzureichen.
• Umfang: 35.000-45.000 Zeichen (inkl. Literatur)
• Es ist ein Editor-Review sowie ein Peer-Review unter den Autor:innen geplant; dafür sollte Zeit im Herbst / Frühjahr 2025/2026 eingeplant werden.
• Die Überarbeitung der Beiträge soll bis zum 28.02.2026 abgeschlossen sein.
• Der Sammelband soll im Herbst 2026 erscheinen.
• Der Band erscheint im Waxmann Verlag im Open Access-Format.

Literatur
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) (2018). Rahmenprogramm empirische Bildungsforschung. wbv media.
Diekmann, D. (2022). Praxisbericht: Mit Metavorhaben die Kommunikation und Kooperation zwischen Bildungsforschung und Bildungspraxis unterstützen. bildungsforschung, (2), 1-16.

Holzer, J., Grützmacher, L., Ludwig, S., Bacher, J., Dumont, H., Kampa, N., Krainer, K., Lüftenegger, M., Maaz, K., Pant, H. A., Prenzel, M., Spiel, C. & Schober, B. (2024). Bildung gemeinsam gestalten: Empfehlungen für Projekte in Kooperation zwischen Wissenschaft, Politik und Praxis. Zeitschrift für Erziehungswissenschaft, 1-29.

Thiel, F., Thillmann, K., & Tarkian, J. (2013). Die Förderung des Practice Impact Empirischer Bildungsforschung als Herausforderung für die Koordination von Forschungsverbünden. Bericht der Koordinierungsstelle des Forschungsverbundes „Steuerung im Bildungssystem “. In Die Deutsche Schule, 12, 276-284.

Newsletterausgabe 1/2025 Neues Promotionskolleg MARGIN

Promotionskolleg MARGIN zur Vertretung marginalisierter Interessen im Wohlfahrtsstaat startet zum WS 2025/26 an der Uni Duisburg-Essen & der TH Köln. Die Hans-Böckler-Stiftung vergibt 12 Stipendien.

Das interdisziplinäre Promotionskolleg MARGIN – „Vertretung marginalisierter Interessen im Wohlfahrtsstaat“ – startet im Wintersemester 2025/2026 an der Uni Duisburg-Essen und der TH Köln. Unter der Leitung von Prof. Dr. Simone Leiber und Prof. Dr. Sigrid Leitner (TH Köln) und Mitwirkung von weiteren Professuren an beiden Standorten werden 12 Promovierende ihre Forschung im Kolleg aufnehmen. Fördergeberin ist die Hans-Böckler-Stiftung, die ab Oktober 2025 bis zu 12 Promotionsstipendien vergibt.

In Zeiten wachsender gesellschaftlicher Polarisierung und autoritär-populistischer Tendenzen gewinnt die politische Interessenvertretung marginalisierter Gruppen an Bedeutung. Die Forschungsprojekte im Kolleg untersuchen, wie sich Interessen formieren und wie die Vertretung marginalisierter Interessen im Wohlfahrtsstaat motiviert und organisiert werden kann. Es wird zudem gefragt, wie diese Interessenvertretung diskursiv gerahmt wird, mit welchen Instrumenten sie stattfindet und unter welchen Bedingungen sie durchsetzungsfähig ist.

In den Blick genommen werden die advokatorische Vertretung, die Selbstvertretung sowie die Mitvertretung sowohl auf individueller (Akteure aus der sozialen Dienstleistungserbringung und Adressat:innen des Wohlfahrtsstaats) als auch auf kollektiver Ebene (wie Gewerkschaften, Sozial- und Wohlfahrtsverbände). Dabei wird ein theoriepluraler und multimethodischer Ansatz verfolgt, der qualitative und quantitative Methoden vereint. Die exzellente wissenschaftliche Qualität der Promotionen wird durch ein innovatives Begleitprogramm gefördert.

Bewerbungsschluss ist der 28.04.2025.  

Mehr Infos unter:

Newsletterausgabe 1/2025 Start des DFG-Projekts ‚TraNa‘

Das deutsch-polnische Projekt TraNa ist unter der Leitung von Prof. Dr. Alexandra König und Dr. Jessica Schwittek in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Dorota Michułka erfolgreich gestartet.

Transnationale Familien sind ein bedeutendes gesellschaftliches Phänomen und ein zentrales Thema in der internationalen Forschung. Wir bereichern den Forschungsstand, indem wir den europäischen Kontext und die Perspektive der Kinder bzw. die Lebensphase Kindheit fokussieren. Im deutsch-polnischen Vorgängerprojekt DoDzi (www.uni-due.de/biwi/koenig/dodzi/) haben wir untersucht, wie Kinder transnationales Familienleben wahrnehmen und bewerten. Im Nachfolgeprojekt TraNa richten wir den Fokus auf die Ausgestaltung des transnationalen Familienlebens in Europa und auf die Positionierung von Kindern im transnationalen Raum. 

Diesem Erkenntnisinteresse wird aus einer literaturwissenschaftlichen Perspektive durch unsere Kolleginnen in Polen (Universität Wrocław) nachgegangen, indem Kinderbücher zu transnationalen Familien untersucht werden. An der UDE nähern wir uns den Fragestellungen aus soziologischer Perspektive, basierend auf biografischen Interviews mit 12- bis 14-jährigen Kindern in Polen, die in transnationalen Familien aufwachsen. Uns interessiert, wie Kinder transnationales Familienleben im europäischen Raum erleben und organisieren, welche Vorstellungen und welches Wissen sie über das Ausland und Migration generieren und wie sie sich selbst positionieren – in Polen, in Europa oder in der Welt. Um die Positionierung in der Welt zu erfassen, entwickeln wir ein Mapping-Tool, das es in dieser Form bisher nicht gibt. Ein erstes Projekttreffen fand im Februar in Wrocław statt, um die anstehende Datenerhebung vorzubereiten.

Das Projekt wird von der DFG und dem NCN finanziert.

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Newsletterausgabe 1/2025 Wie Finanzwissen Resozialisierung fördert

Im Rahmen der interdisziplinären BMBF-Förderrichtline „Forschung zu finanzieller Bildung“ werden in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Esther Winther innovative Instruktionsdesigns entwickelt, um vulnerablen Gruppen Zugänge zu einem zunehmend digitalisierten Finanzmarkt zu ermöglichen.

Finanzielle Bildung ist zentraler Bestandteil einer breiter gefassten ökonomischen sowie politischen Bildung. Während in formalen Bildungsgängen Inhalte der finanziellen Grundbildung ihren Platz haben, werden spezifische Gruppen sowohl von den Möglichkeiten des Erwerbs finanzieller Kompetenzen als auch von der Nutzung (digitaler) Finanzprodukte ausgeschlossen. Das Projekt Finanzielle Bildung im Kontext von Strafvollzug (FIBISTRA) nimmt mit Strafgefangenen eine dieser Gruppen exemplarisch in den Blick und entwickelt instruktionale Designs zum Erwerb finanzieller Grundbildungskompetenzen. Kernstück der Entwicklung ist eine online Banking-Simulation, anhand derer ökonomische Prinzipien für die private Haushaltsführung ebenso wie jene für betriebs- und volkswirtschaftliche Zusammenhänge vermittelt werden können. Der Fokus auf Strafgefangene hat einen einfachen Grund: Diese Gruppe weist eine im Vergleich zur Gesamtbevölkerung hohe Verschuldungsquote auf und ist zudem vom allgemeinen Zahlungsverkehr isoliert. Ihre Resozialisierung ist daher vielfach durch finanzielle Unsicherheiten begleitet, die durch gezielte Förderprogramme aufgefangen werden könnten.

Das Projekt der BMBF-Förderrichtline „Forschung zu finanzieller Bildung“ ist ein Verbund der Technischen Universität Berlin, dem Institut für Bildung in der Informationsgesellschaft (IBI) und der Universität Duisburg (Laufzeit: 2025–2028). Alle im Projekt entwickelte Materialien werden als Open Educational Resources (OER) zugänglich gemacht, um langfristig eine breitere Nutzung und nachhaltige Implementierung zu ermöglichen.

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Newsletterausgabe 1/2025 Evaluation digitaler Innovationsprojekte in "Demokratie leben!" (BMFSFJ)

2025 beginnt der dritte Förderzyklus des Bundesprogramms „Demokatie leben!“. Neu dabei ist ein Team der Fakultät BiWi, das den Auftrag zur Evaluation der Innovationsprojekte im digitalen Raum zur Demokratieförderung und Extremismusprävention erhalten hat. Die Projekte zielen darauf, digitale politische Kompetenzen zu fördern und Jugendlichen zu helfen, einen reflektierten Umgang mit Hassrede und Desinformation im digitalen Raum zu entwickeln. Neu ist im aktuellen Förderzyklus auch, dass ein Viertel der Projekte für vertiefende Wirkungsevaluationen ausgewählt wird. (Hermann Josef Abs, Eva Anderson-Park, Lucy Huschle & Marcus Kindlinger)