Diskussionsreihe IAQ debattiert

Diskussionsreihe IAQ debattiert

In regelmäßigen Abständen diskutieren wir ein besonderes Forschungsthema des IAQ mit Akteuren aus Praxis, Politik und Gesellschaft. Ziel ist es, eine Brücke zwischen Theorie und Praxis zu schlagen und aktuelle Themen aus verschiedenen Blickwinkeln zu beleuchten.

Jobdrehscheiben: Chancen für die Industriearbeit?

Montag, 23.02.2026 von 14:30 - 16:00 Uhr via Zoom

Die industrielle Transformation in Deutschland wird von Megatrends wie Digitalisierung, Dekarbonisierung, demografischem Wandel und der globalen Neuordnung von Wertschöpfungsketten bestimmt. In ihrem Zusammenspiel führen diese Wandlungsprozesse zu tiefgreifenden technischen, organisatorischen und beschäftigungspolitischen Veränderungen der Industriearbeit, insbesondere in der Metall- und Elektro- sowie der chemischen Industrie. Hervorzuheben sind die in diesem Kontext zunehmenden Ungleichzeitigkeiten bei der Beschäftigungsentwicklung. Denn während Teile der Industrie unter starkem Anpassungsdruck stehen, der zu einem Beschäftigungsabbau führt, entstehen in anderen industriellen Segmenten neue Beschäftigungsfelder, teilweise mit gänzlich neuen und teilweise mit veränderten Qualifikationsanforderungen. Industriearbeit ist daher weniger von einem allgemeinen Rückgang, als von einer strukturellen Neuordnung von Tätigkeiten, Berufsbildern und regionalen Schwerpunkten geprägt. Zentral ist daher die Frage, wie Beschäftigte im Wandel abgesichert und ihre Kompetenzen für neue industrielle Tätigkeitsfelder genutzt werden können.

Die Veranstaltung greift diese Fragen auf, indem die Chancen der Industriearbeit und die dafür notwendige arbeitsmarktpolitische Flankierung im Zentrum der Debatte stehen. Ausgangspunkt ist eine regionale Fachkräfteanalyse für die Industriearbeit in Berlin-Brandenburg, die Beschäftigungsabbau, -aufbau und Engpasslagen nach Branchen, Berufsfeldern und Regionen systematisch erfasst. Die Fachkräfteanalyse bildet die Grundlage für die Diskussion über flankierende arbeitsmarktpolitische Instrumente wie Fachkräftepools, Jobdrehscheiben und Qualifizierungen. Gemeinsam mit Vertreter*innen aus Wissenschaft, Betrieben, Gewerkschaften und Verbänden beleuchten wir Ansätze zur Sicherung guter Arbeit und zur Deckung zukünftiger Fachkräftebedarfe.

Dr. Andreas Jansen und Prof. Dr. Martin Brussig, Forschungsabteilung Arbeitsmarkt – Integration – Mobilität (AIM) am IAQ, stellen dazu zentrale Befunde aus ihrer Forschung zu Fachkräfteengpässen in Berlin-Brandenburg vor und diskutieren mit

  • Prof. Dr. Michael Behr, ehem. Leiter der Abteilung für Arbeit und Qualifizierung im Arbeits- und Sozialministerium des Freistaats Thüringen und Honorarprofessor an der WHZ-Zwickau
  • Dr. Marc Schietinger, Projektleitung, IG Metall NRW, Agentur T NRW - Transformationsagentur für die Metall- und Elektroindustrie in NRW

Wir bitten um Anmeldung bis Mittwoch, den 18. Februar 2026 unter https://www.uni-due.de/iaq/anmeldung-iaq-debattiert.php; die Einwahldaten für das Zoom-Meeting werden Ihnen dann zu einem späteren Zeitpunkt zugesendet.