Informationen zum Forschungsprojekt

Schnittstellen in der Sozialpolitik: Differenzierung und Integration in der Absicherung sozialer Risiken

Ziel und Aufgabenstellung

Schnittstellen zwischen sozialstaatlichen Institutionen und die mangelnde Verzahnung von Maßnahmen zur Absicherung sozialer Risiken stellen ein Kernproblem der Sozialpolitik im entwickelten Sozialstaat dar. In dem Projekt werden exemplarisch Schnittstellenprobleme und Bearbeitungsstrategien für zwei Risiken in unterschiedlichen Lebensphasen analysiert, nämlich für Exklusionsrisiken von Jugendlichen in schwierigen Lebenssituationen bei dem Übergang von der Schule in Ausbildung und Beruf und von älteren Erwerbstätigen mit gesundheitlichen Einschränkungen. Die Lebenslage der Adressat/inn/en führt in beiden Situationen dazu, dass unterschiedliche Institutionen in die Bearbeitung der jeweiligen Risikosituation involviert sind.
Im Projekt sollen Kategorien für eine Systematisierung von Schnittstellenproblemen und Bearbeitungsstrategien erarbeitet werden, die auch für andere sozialpolitische Fragestellungen nutzbar sind. Von besonderer Bedeutung ist dabei der Austausch zwischen auf unterschiedliche Sektoren (bspw. Arbeitsmarkt-, Renten-, Jugendhilfepolitik) spezialisierten Wissenschaftler/inne/n.

Vorgehen

Das Projekt ist als explorative, qualitativ-empirische Untersuchung angelegt und enthält folgende Arbeitspakete:

  1. Erstellung von Fact-Sheetszu jeder der beiden Risikosituationen; Ziel: Schaffung eines Überblicks über die relevanten Governancestrukturen und die damit verbundenen Schnittstellen und Schnittstellenprobleme

  2. Expertengesprächemit Fachleuten aus den mit der Implementierungder Absicherung der Risiken befassten Institutionen (Sozialleistungsträger, Dienstleister / Umsetzer, Beratungseinrichtungen) sowie mit Verbänden, die die Adressat/inn/en repräsentieren; Ziel: Analyse und Kategorisierung von Schnittstellen und Identifizierung und Typisierung von empirisch vorfindbaren Strategien zur Bearbeitung von Schnittstellen
    ⇒ Zwischenbericht (Darstellung der Empirie zu den einzelnen Risikosituationen)

  3. Je ein Expertenworkshoppro Risikosituation mit diesem Personenkreis und mit Wissenschaftler/inne/n mit unterschiedlichen sektoralen Schwerpunkten und disziplinären Hintergründen; Ziel: Diskussion der Zwischenergebnisse und Rückkopplung möglicher Schlussfolgerungen im Dialog mit der Wissenschaft und Praxis

  4. Expertengesprächemit Fachleuten auf der Steuerungsebene(bspw. Ministerien auf Bundes- und Landesebene, Bundesagentur für Arbeit, Deutsche Rentenversicherung); Ziel: Diskussion von empirisch vorfindbaren Strategietypen zur Bearbeitung von Schnittstellen und von potenziellen alternativen Strategien zur Lösung von Schnittstellenprobleme
    ⇒ Vorläufiger Abschlussbericht (Übergreifende und zusammenfassende Auswertung der Ergebnisse zu den einzelnen Risikosituationen)

  5. Interdisziplinärer Workshop; Ziel: Diskussion und Weiterentwicklung der Kategorisierung der Schnittstellen, der Typisierung von Bearbeitungsstrategien und der Alternativszenarien mit einer interdisziplinären Gruppe von Wissenschaftler/inne/n
    ⇒ Abschlussbericht

Publikationen zum Projekt

Ruth, Marina / Stöbe-Blossey, Sybille, 2020: Jugendberufsagenturen – die Rolle der Jugendsozialarbeit. In: Dreizehn – Zeitschrift für Jugendsozialarbeit H. 24, S. 22–25 | Lesen

Stöbe-Blossey, Sybille / Brussig, Martin / Ruth, Marina / Drescher, Susanne / Alfuss, Charlotte, 2020: Schnittstellen in der Sozialpolitik: Differenzierung und Integration in der Absicherung sozialer Risiken. Endbericht des Projekts, gefördert vom BMAS-FIS. Duisburg: Inst. Arbeit und Qualifikation | Lesen

Hagemann, Linda / Ruth, Marina / Alfuss, Charlotte, 2019: Schnittstellen in der Sozialpolitik: Eine Analyse am Beispiel der Einrichtung von Jugendberufsagenturen. Duisburg: Inst. Arbeit und Qualifikation. IAQ-Report 2019-02 | DOI-Link| Info | Lesen

Schulz, Susanne Eva, 2019: Alte und neue Schnittstellen im BTHG am Beispiel der Antragsstellung auf Rehabilitationsleistungen. In: Deutsche Rentenversicherung: 28. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium des Deutschen Kongresses für Rehabilitationsforschung und 15th Congress of the European Forum for Research in Rehabilitation EFRR. Rehabilitation – Shaping healthcare for the future, 15–17 April 2019, Berlin 117, S. 100–103

Stöbe-Blossey, Sybille / Brussig, Martin / Ruth, Marina / Schulz, Susanne Eva, 2019: Der komplexe Sozialstaat: Eine Heuristik zur Rekonstruktion von Schnittstellen. In: Sozialer Fortschritt 68 (10), S. 749–768| Info

Vorträge zum Projekt

Marina Ruth: Lebenslagen junger Geflüchteter: Gestaltungsoptionen kommunaler Vernetzung zwischen Bildung und Integration. Austauschtreffen der SE-Berater*innen für die Grundschulen und die weiterführenden Schulen in den Städten des Kreises Recklinghausen, Kommunales Integrationszentrum Kreis Recklinghausen, Digitale Veranstaltung, 09.11.2020  Vortragsfolien

Prof. Dr. Sybille Stöbe-Blossey: Schnittstellen als Mehrebenenproblem – Ein Analyseraster für Strukturen und Prozesse. Dialog, Strategie und Vernetzung, 3. FIS-Forum, Berlin , 08.10.2019  Vortragsfolien

Prof. Dr. Sybille Stöbe-Blossey: Schnittstellen in der Sozialpolitik – Ein Analyseraster. Experten-Workshop „Schnittstellen in der Sozialpolitik“, Abschlussveranstaltung zum Projekt „Schnittstellen in der Sozialpolitik: Differenzierung und Integration in der Absicherung sozialer Risiken (SoPoDI)“, Universität Duisburg-Essen, Campus Duisburg, 24.09.2019  Vortragsfolien

Dr. Caroline Richter, Alexander Bendel, Christoph Beyer, LVR: Übergänge zwischen der geförderten und allgemeinen Beschäftigung – Einmal Werkstatt, immer Werkstatt? Experten-Workshop „Schnittstellen in der Sozialpolitik“, Abschlussveranstaltung zum Projekt „Schnittstellen in der Sozialpolitik: Differenzierung und Integration in der Absicherung sozialer Risiken (SoPoDI)“, Universität Duisburg-Essen, Campus Duisburg, 24.09.2019  Vortragsfolien

Prof. Dr. Martin Brussig: Erwerbsunterbrechung – Bedarfsgerechte Förderung von psychisch erkrankten SGB-II-Bezieher_innen. Experten-Workshop „Schnittstellen in der Sozialpolitik“, Abschlussveranstaltung zum Projekt „Schnittstellen in der Sozialpolitik: Differenzierung und Integration in der Absicherung sozialer Risiken (SoPoDI)“, Universität Duisburg-Essen, Campus Duisburg, 24.09.2019  Vortragsfolien

Dr. Susanne Drescher: Gefährdete Erwerbsfähigkeit: Wege in die Rehabilitation mit dem BTHG zwischen Ausdifferenzierung und Kooperation. Experten-Workshop „Schnittstellen in der Sozialpolitik“, Abschlussveranstaltung zum Projekt „Schnittstellen in der Sozialpolitik: Differenzierung und Integration in der Absicherung sozialer Risiken (SoPoDI)“, Universität Duisburg-Essen, Campus Duisburg, 24.09.2019  Vortragsfolien

Marina Ruth: Gefährdung des Einstiegs in die Erwerbsbiografie - Das Kooperationsformat der Jugendberufsagentur zur Förderung von Jugendlichen. Experten-Workshop „Schnittstellen in der Sozialpolitik“, Abschlussveranstaltung zum Projekt „Schnittstellen in der Sozialpolitik: Differenzierung und Integration in der Absicherung sozialer Risiken (SoPoDI)“, Universität Duisburg-Essen, Campus Duisburg, 24.09.2019  Vortragsfolien

Prof. Dr. Sybille Stöbe-Blossey: Bildung als Schlüssel zur Teilhabe: Förderung von (Kindern und Jugendlichen in) Schulen in herausfordernden Lagen als Kooperationsaufgabe. Fachkongress „Kindheit und Jugend 2019 –Zwischen Armut, Bildung und Gerechtigkeit?“ zum 40-jährigen Jubiläum des Instituts für Soziale Arbeit e.V., Münster, 12.09.2019  Vortragsfolien

Marina Ruth: Schnittstellen in der Sozialpolitik – Eine Analyse am Beispiel der Einrichtung von Jugendberufsagenturen. Den Übergang Schule – Beruf gemeinsam gut gestalten – Modelle der Kooperation und Steuerung im kommunalen Bildungsmanagement. Großstadtnetzwerktreffen der Transferagentur für Großstädte, Augsburg; Großstadtnetzwerk der Transferagentur der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung, 26.06.2019  Vortragsfolien

Dr. Susanne Drescher: Alte und neue Schnittstellenprobleme im Bundesteilhabegesetz (BTHG) – am Beispiel des Antrags auf Reha-Leistungen. Rehabilitationswissenschaftliches Seminar, Universität Würzburg, 08.05.2019  Vortragsfolien

Dr. Susanne Drescher: Alte und neue Schnittstellen im BTHG am Beispiel der Antragstellung auf Rehabilitationsleistungen. 28. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium, 16.04.2019  Weitere Informationen

Prof. Dr. Sybille Stöbe-Blossey: Querschnittsaufgaben und Kooperation –zur Bedeutung regionaler Netzwerke. 10 Jahre innovaBest – 10 Jahre Netzwerk W, Frechen, 19.12.2018  Vortragsfolien

Prof. Dr. Sybille Stöbe-Blossey: Der komplexe Sozialstaat: Ein Analyseraster zur Rekonstruktion von Schnittstellen. Dialog, Strategie und Vernetzung, 2. FIS-Forum BMAS, Berlin, 09.10.2018  Vortragsfolien

Prof. Dr. Sybille Stöbe-Blossey, Linda Hagemann: Rechtskreisübergreifende Zusammenarbeit an Schnittstellen: Ein Analyserahmen am Beispiel der Begleitung von Übergangssituationen Jugendlicher. Fragmentierung und Integration. Schnittstellenprobleme und Schnittstellenmanagement im deutschen Sozialstaat. In Kooperation mit: Gesellschaft für Sozialen Fortschritt e.V. / FGW - Forschungsinstitut für gesellschaftliche Weiterentwicklung (e.V.), Universität Duisburg-Essen, Campus Duisburg, 21.06.2018  Vortragsfolien

Dr. Susanne Drescher: Die Einführung des Bundesteilhabegesetzes (BTHG) als Beispiel für die Analyse von Schnittstellenproblemen und Bearbeitungsstrategien. Fragmentierung und Integration. Schnittstellenprobleme und Schnittstellenmanagement im deutschen Sozialstaat. In Kooperation mit: Gesellschaft für Sozialen Fortschritt e.V. / FGW - Forschungsinstitut für gesellschaftliche Weiterentwicklung (e.V.), Universität Duisburg-Essen, Campus Duisburg, 21.06.2018

Prof. Dr. Sybille Stöbe-Blossey: Gestaltung institutioneller Übergänge – Das Beispiel Schule, Jugendhilfe und Arbeitsverwaltung. Gastvortrag. Kassel, Universität Kassel, 22.02.2018  Vortragsfolien

Projektdaten

Laufzeit des Projektes
01.05.2017 - 30.09.2019

Forschungsabteilung
Arbeitsmarkt – Integration – Mobilität, Bildung, Entwicklung, Soziale Teilhabe

Leitung:
Prof. Dr. Martin Brussig,Prof. Dr. Sybille Stöbe-Blossey

Bearbeitung:
Dr. Susanne Drescher, Linda Hagemann, Marina Ruth

Finanzierung:
Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS)