Unbezahlte Arbeit, Zeitverwendung und Ungleichheit

Das vorliegende Promotionsprojekt trägt den Arbeitstitel „Unbezahlte Arbeit, Zeitverwendung und Ungleichheit: Aufsätze zur Bedeutung von Arbeit innerhalb von Haushalten und über Zusammenhänge mit dem Arbeitsmarkt”. Das kumulative Dissertationsvorhaben soll aus drei Papieren bestehen, welche sich allesamt in gewisser Form mit der unbezahlten Arbeit innerhalb von Haushalten auseinandersetzen.

Ziel des ersten Papiers dieses Projekts ist es, den Zusammenhang zwischen der Reduzierung der Arbeitszeit von Eltern und der Schließung von Kinderbetreuungseinrichtungen während der COVID-19-Krise zu untersuchen. Die Hypothese für dieses Papier ist, dass Mütter eher als Väter Arbeitszeit reduzieren, um Kinder zu betreuen und Sorgearbeit zu leisten. Krisen neigen daher dazu, bestehende Geschlechterrollen zu verstärken.

Ein zweites Papier wird sich damit befassen, wie sich der Anteil der unbezahlten Arbeit von Frauen mit ihrem Markteinkommen verändert. Die Hypothese lautet, dass Frauen, selbst wenn sie das gleiche oder ein höheres Einkommen als ihre Partner verdienen, immer noch einen wesentlich größeren Anteil der Hausarbeit leisten.

Das dritte Papier dieses Projekts wird sich mit der Neudefinition der Messung unbezahlter Arbeit für den Vergleich des Haushaltseinkommens befassen. Der Wert der Haushaltsproduktion wird derzeit vor allem durch Opportunitätskosten oder durch die Zuweisung fiktiver Löhne gemessen. Das heißt, er wird anhand von entgangenem Einkommen geschätzt. Dies impliziert jedoch, dass bei einer Verringerung der Arbeitsstunden zur Erhöhung der reproduktiven Arbeit, nach diesen Messungen, das Einkommen gleichbleibt. Dies ist in der Realität natürlich nicht der Fall, weshalb ich argumentiere, dass für eine umfassende Analyse der Einkommensungleichheit eine neue Definition für die Bewertung von unbezahlter Arbeit erforderlich ist.