IAQ Pressemitteilung

Pressemitteilung vom 15.06.2026 | Redaktion: Mevize Candan

Startchancen als Schnittstellen-Programm

Multiprofessionelle Kooperation als Erfolgsfaktor

Mehr als 4.000 Schulen in benachteiligten Sozialräumen, 20 Milliarden Euro, ein Jahrzehnt Laufzeit: Mit dem Bund-Länder-Programm Startchancen werden Schulen in benachteiligten Sozialräumen gefördert. Damit diese Förderung bei den Kindern und Jugendlichen ankommt, bedarf es in der Umsetzung einer multiprofessionellen Kooperation zwischen Akteuren aus unterschiedlichen Politikfeldern, vor allem zwischen Schule und Kinder- und Jugendhilfe.

Der neue IAQ-Report von Prof. Dr. Sybille Stöbe-Blossey, Stella Glaser und Philipp Hackstein aus der Forschungsabteilung Bildung, Entwicklung, Soziale Teilhabe (BEST) des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen beleuchtet Grundlagen für die (Weiter-)Entwicklung von Kooperation – es geht darum, Strukturen zu verstehen, um Prozesse zu gestalten. Erste Erkenntnisse aus der wissenschaftlichen Begleitung des Startchancen-Programms zeigen, dass Bewegung in die multiprofessionelle Kooperation gekommen ist.

Allerdings: Koordinierte Arbeit in multiprofessionellen Teams ist kein Selbstläufer. Sie sind in Schulen zunehmend multiprofessionell zusammengesetzt – Lehrkräfte, Schulsozialarbeit, Erzieher*innen, Sprach- und Integrationsfachkräfte, Berufsberatung arbeiten immer häufiger unter einem Dach. Aber der Weg vom Nebeneinander zum Miteinander ist oft weit. Eine systematische multiprofessionelle und sozialraumorientierte Schulentwicklung ermöglicht es, die Potenziale der Kooperation auszuschöpfen.

Drei Kooperationsdimensionen identifiziert der IAQ-Report als entscheidend:

  • ein abgestimmtes Handeln von Schulaufsicht und Kommune (Schulträger und Jugendamt) zur Verknüpfung von Schulentwicklung und kommunalen Präventions- und Bildungsstrategien,
  • eine Zusammenarbeit von Lehrkräften und sozialpädagogischem Personal innerhalb der Schulen mit Teamzeiten für gemeinsame Entwicklungsprozesse, klaren Rollen und Strukturen für die Abstimmung einer integrierten Förderung von Schülerinnen und Schülern,
  • der Aufbau tragfähiger Netzwerke zwischen Schulen und Partnern im Sozialraum im Sinne einer multiorganisationalen Kooperation.

Die Wissenschftler*innen präsentieren mit diesem Report erste Zwischenergebnisse und einen Werkzeugkasten als Arbeitsinstrument für eine multiprofessionelle Schulentwicklung. Links zum Weiterlesen stehen im ersten und zweiten Kommentar.

Weitere Informationen:

Stöbe-Blossey, Sybille / Glaser, Stella / Hackstein, Philipp, 2026: Startchancen als Schnittstellen-Programm: Multiprofessionelle Kooperation zwischen Schulen und Kinder- und Jugendhilfe. Duisburg: Inst. Arbeit und Qualifikation. IAQ-Report 2026-06

Der Werkzeugkasten „Multiprofessionelle Schulentwicklung aktiv gestalten“: https://t1p.de/v77zm

Für weitere Fragen steht Ihnen zur Verfügung:

Prof. Dr. Sybille Stöbe-Blossey