IAQ Pressemitteilung

Pressemitteilung vom 26.03.2008 Die Standortfrage im EU-Kontext

Experten diskutieren wirtschaftliche und soziale Folgen



Immer mehr Konzerne - wie jüngst Nokia - nehmen gravierende Unterschiede der Lohnkosten zum Anlass, Produktionsstandorte in die EU-Beitrittsländer zu verlagern. Die wirtschaftlichen und sozialen Folgen dieser Umstrukturierungen werden bisher fast ausschließlich aus nationalstaatlicher Perspektive diskutiert. Einen Blick über den Tellerrand bietet ein Workshop des europäischen Projekts IRENE (Innovative Restructuring - European Network of Experts) am Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen. Am 3. April in Gelsenkirchen tauschen sich Experten aus acht Ländern zur europäischen Dimension von Standortverlagerungen aus.

An der bisherigen Praxis dieser Umstrukturierungen lässt sich ablesen, dass bei der EU-Integration ökonomische Prozesse weitgehend im Vordergrund stehen; das Leitbild eines Europäischen Sozialmodells, in dessen Zentrum ein institutionalisierter sozialer Dialog zwischen Kapital und Arbeit stehen sollte, ist dagegen nur sehr unzureichend entwickelt. Vor diesem Hintergrund steht zum einen die Frage im Mittelpunkt, wie der europäische soziale Dialog ausgestaltet werden müsste, um Umstrukturierungen wie die von Nokia oder die Schließung von BenQ wirkungsvoll zu flankieren. Des Weiteren geht es um Methoden und Modelle, mit denen Unternehmensumstrukturierungen in den einzelnen Ländern arbeitsmarktpolitisch begleitet werden. Hiermit soll der Workshop das europäische Lernen von Beispielen "guter Praxis" anregen.

 

Redaktion:

Claudia Braczko

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