Forschungsprogramm
Politische Möglichkeitsräume in einer multiplexen Welt
Frieden und Entwicklung zu gewährleisten, steht angesichts der Erosion der internationalen liberalen Ordnung vor neuen Herausforderungen. Die INEF-Forschungsagenda fußt auf der Annahme, dass es für Friedensschaffung und globale Entwicklung weder analytisch noch politisch ausreichend ist, sich auf die Stabilisierung eines multipolaren Machtgleichgewichts zu fokussieren.
Mit dem INEF-Forschungsprogramm für die Jahre 2026 bis 2029 unter dem Titel „Politische Möglichkeitsräume in einer multiplexen Welt“ wollen wir deutlich machen, dass – trotz der medialen Zuspitzung auf das Agieren von Staatenlenkern – globale Dynamiken auch weiterhin durch eine Vielzahl von politisch, ideologisch und kulturell vielfältigen Akteuren, Institutionen und Praktiken abgebildet und in dieser Vielfalt empirisch untersucht werden sollten.
Das Konzept der multiplexen Welt negiert dabei nicht das Vorhandensein von globalen Machtungleichgewichten und Hierarchien. Mit dem INEF-Forschungsprogramm greifen wir dieses Konzept auf, weil in der sich verändernden Ordnung die kooperative Schaffung globaler öffentlicher Güter und die konstruktive Bearbeitung geteilter Problemlagen an der Schnittstelle von Entwicklung und Frieden zentral bleibt, und auch weiterhin durch die Interaktionsfähigkeit zahlreicher staatlicher und nichtstaatlicher Akteure – etwa ablesbar an der Fähigkeit, Abkommen zu schließen – entscheidend mitgeprägt bleibt. In bewusster Umkehrung der immer wieder angeführten „Shrinking Spaces“ nimmt das Programm Möglichkeitsräume („Enabling Spaces“) in den Blick, in denen sich politische Gestaltungs- und Aushandlungsprozesse auf verschiedenen Ebenen entfalten können.
Die Umsetzung des Forschungsprogramms erfolgt in den drei Forschungsbereichen des INEF:
I. Global Governance für nachhaltige Entwicklung,
II. Menschenrechte und Regulierung der globalen Wirtschaft sowie
III. Konfliktdynamiken und Praktiken der Friedenssicherung.
Das vollständige Forschungsprofil steht hier zum Download zur Verfügung.
INEF-Forschungsbereiche
Global Governance für nachhaltige Entwicklung
Menschenrechte und Regulierung der globalen Wirtschaft
Konfliktdynamiken und Praktiken der Friedenssicherung
Forschung am INEF
Seit der Gründung des INEF im Jahr 1990 konzentriert sich dessen Forschung auf Fragestellungen an der Schnittstelle von Entwicklungs-, Friedens- und Konfliktforschung. Gleichzeitig liegt der Fokus darauf, wie und von wem die identifizierten Problemlagen sowohl transnational und global (Global Governance) als auch national und lokal bearbeitet und gesteuert werden können. Dabei wird insbesondere die Rolle privater und zivilgesellschaftlicher Akteure untersucht.
Frühere Forschungsprogramme
Umstrittene Autorität im transnationalen Regieren (2022-2024)
Ordnungsbildung und Verantwortung im Schatten von Hierarchien (2018 bis 2021)
