Das Friedensgutachten ist das gemeinsame Gutachten der deutschen Friedensforschungsinstitute (BICC / HSFK / IFSH / INEF) und erscheint seit 1987. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus verschiedenen Fachgebieten untersuchen darin internationale Konflikte aus einer friedensstrategischen Perspektive und geben klare Empfehlungen für die Politik.

Friedensgutachten 2021: Europa kann mehr!

Die Europäische Union (EU) steht vor enormen Herausforderungen: In der Rivalität zwischen den USA und China muss sie ihre Position bestimmen. Die Konflikte in Osteuropa und im Südkaukasus brauchen kreative, pragmatische Lösungen. Um die Folgen der Covid-19-Pandemie zu bewältigen, ist globale Solidarität vonnöten. Und es gilt, sich der weltweiten Erosion der Demokratie entgegenzustellen. All das erfordert, dass die EU ihre „strategische Autonomie“ gezielt friedenspolitisch ausrichtet. Nicht zuletzt könnten die Reduktion der Militärausgaben und die Eindämmung von Gewalt eine Corona-Friedensdividende erzeugen, um die Auswirkungen der Pandemie abzumildern und die Weltwirtschaft sozial-ökologisch zu erneuern. Europa kann mehr – aber es muss auch mehr wollen.

Alle Beiträg des Friedensgutachtens stehen hier kostenfrei zum Download zur Verfügung.

Vorstellung des Friedensgutachtens auf der Bundespressekonferenz

Allgemeine Pressemitteilung der Herausgeberinstitute

Stellungnahme zur Veröffentlichung

Medieneinladung - Sonderstellungnahme zur Situation in Afghanistan

Medienberichterstattung zum FGA 2021

https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/deutsche-denkfabriken-stellen-friedensgutachten-vor-17379273.html

https://zeitung.faz.net/faz/politik/2021-06-09/europa-muss-mehr-koennen/620165.html

https://www.tagesschau.de/inland/friedensgutachten-103.html

https://www.tagesspiegel.de/wissen/coronavirus-in-deutschland-inzidenz-sinkt-in-zwei-niedersaechsischen-landkreisen-auf-null/25560996.html

https://www.welt-sichten.org/nachrichten/38943/friedensgutachten-covid-19-friedensdividende-statt-militaerausgaben

http://deutschlandwelle.com/friedensgutachten-103-html/

https://www.zdf.de/nachrichten/politik/blog-coronavirus-102.html

 

 

 

Nach dem Scheitern in Afghanistan: Lehren für die neue Bundesregierung

Die Afghanistan-Intervention, die für die deutsche Außen-, Sicherheits- und Entwicklungspolitik einen gravierenden Einschnitt bedeutete, ist mit dem überstürzten Abzug im September dieses Jahres endgültig gescheitert. Die Defizite der Afghanistan-Politik und die Lehren daraus für künftige Auslandseinsätze müssen nun systematisch und gründlich aufgearbeitet werden. Mit einem Resümee des zwanzigjährigen Bundeswehreinsatzes in Afghanistan und dessen Scheitern sowie klaren Handlungsempfehlungen, die sich explizit an die künftige Bundesregierung und den neuen Bundestag richten, positionieren sich die vier führenden deutschen Friedensforschungsinstitute, die jährlich das Friedensgutachten herausgeben, in einer Sonderstellungnahme.

Die Ergebnisse haben die Herausgeber:innen des Friedensgutachtens am Donnerstag, den 30. September 2021 öffentlich vorgestellt.

Zusammenfassend hebt Prof. Tobias Debiel, stellvertretender INEF-Direktor, drei Imperative hervor, die künftige Friedensmissionen berücksichtigen sollten: „Erstens: Man kann nicht gleichzeitig einen Krieg führen und eine Nation aufzubauen versuchen. Stabilisierung ist stattdessen das realistischste Ziel. Zweitens gilt das Gebot der Bescheidenheit: Erreichbar ist nur, was lokale Akteure mittragen können. Drittens: Ein nachhaltiger Frieden kann nicht dadurch erreicht werden, dass riesige Geldsummen in ein Land fließen. Vielmehr tragen diese zu Korruption und Selbstbereicherung bei.“

Die ausführliche Pressemitteilung finden Sie hier.

Analysen und Kapitel, die seit Beginn des AfghanistanEinsatzes in den jährlichen Friedensgutachten erschienen sind, finden Sie auf der Themenseite des Friedensgutachtens unter: https://friedensgutachten.de/2021/themenseite-afghanistan