Forschungsbereich I: Global Governance für nachhaltige Entwicklung
Forschungsschwerpunkte
► Aufrechterhaltung multilateraler Kooperation und deren Beitrag zu nachhaltiger Entwicklung
► Kritische Diskussion des Entwicklungsbegriffs und Herausarbeitung der Schnittstellen von Entwicklung, Frieden und Sicherheit
► Neugestaltung von „Entwicklungspolitik“
► Der Beitrag von digitaler Transformation zur Schaffung von Möglichkeitsräumen
► Einbindung von zivilgesellschaftlichen Akteuren in globale Politikprozesse (etwa am Beispiel globaler Gesundheit)
► Untersuchung der Mechanismen und Prozesse von Normaneignung und deren Übersetzung in soziale Praktiken (etwa am Beispiel der Rolle von Frauen bei der Ernährungssicherung)
Auch wenn die UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung absehbar nicht, wie ursprünglich geplant, bis 2030 vollständig umgesetzt werden, sind sie weiterhin der normative Referenzrahmen, auf den sich die Mehrheit der Staaten bezieht. Denn die mit ihnen verbundenen Zielvorstellungen für eine gerechte und in einem sozial, ökologisch und ökonomischen Sinne „nachhaltige“ Entwicklung werden weiterhin überwiegend geteilt und sind Bezugspunkt gemeinsamer Anstrengungen zur Schaffung und für den Schutz globaler Gemeinschaftsgüter. Die internationalen Institutionen, die bislang maßgeblich an der Umsetzung der SDGs beteiligt waren, allen voran die des UN-Systems, sind jedoch im Zuge der gegenwärtigen von einseitigen Interessen geprägten Machtpolitik, insbesondere des ehemaligen „liberalen Hegemons“ USA, deutlich geschwächt worden. Die damit einhergehenden Strukturen von Global Governance verändern sich daher. Ungeachtet dessen bleibt der (globale) Problemdruck, der sich in den Defiziten der Umsetzung der SDGs widerspiegelt, weiterhin bestehen. In den Vordergrund rückt daher die Frage, innerhalb welcher Strukturen und Konstellationen multilaterale Kooperation aufrechterhalten werden kann und welchen Beitrag zu globaler nachhaltiger Entwicklung sie dann noch leisten kann.
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Vor diesem Hintergrund widmet sich der Forschungsbereich daher auf einer konzeptionellen Ebene der Diskussion des Entwicklungsbegriffs und arbeitet die Schnittstellen zwischen „Entwicklung“, „Frieden“ und „Sicherheit“ heraus. Damit einher geht die Frage, wie „Entwicklungspolitik“ in Zeiten sinkender Mittel und der Betonung nationalstaatlicher Interessen als Politikfeld so gestaltet werden kann, dass nicht nur die mit den SDGs verbundenen Werte und Zielvorstellungen berücksichtigt werden, sondern auch die damit adressierten Probleme effektiv bearbeitet werden.
Wie in den von uns untersuchten Möglichkeitsräumen ein Beitrag zu Problembearbeitung geleistet werden kann, beruht nicht nur auf technologischen Bedingungen, bei denen digitale Transformation eine wichtige Rolle spielt. Der Beitrag hängt auch von Zugangsmöglichkeiten verschiedener Akteursgruppen und von gemeinsam geteilten Werten und Normen ab, die sich Akteure kontextbezogen aneignen und in soziale Praktiken übersetzen.
Forschungsprojekte
► Globale Trends. Perspektiven für Entwicklung und Frieden
Aktuelle Publikationen
► Ulbert, Cornelia 2026: Gemeinsamkeiten trotz Unterschieden: Multilaterale Kooperation für Mensch und Planet, in: Ulbert, Cornelia / Kaplan, Marcus (Hrsg.): Globale Trends: Perspektiven für Entwicklung und Frieden, Band 1: Multilaterale Kooperation für Mensch und Planet, Opladen/Berlin/Toronto: Verlag Barbara Budrich, 17-40. https://doi.org/10.3224/84743197
► Ulbert, Cornelia 2026: Common Ground amid Difference: Multilateral Cooperation for People and Planet, in: Ulbert, Cornelia / Kaplan, Marcus (eds.): Global Trends: Prospects for Development and Peace, Vol 1: Multilateral Cooperation for People and Planet, Opladen/Berlin/Toronto: Verlag Barbara Budrich, 15-36. https://doi.org/10.3224/84743196.
► Ulbert, Cornelia 2026: Eine menschenzentrierte Transformation stärken: Regeln für die digitale Welt, in: Ulbert, Cornelia / Kaplan, Marcus (Hrsg.): Globale Trends: Perspektiven für Entwicklung und Frieden, Band 1: Multilaterale Kooperation für Mensch und Planet, Opladen/Berlin/Toronto: Verlag Barbara Budrich, 41-64. https://doi.org/10.3224/84743197
► Ulbert, Cornelia 2026: Strengthening a Human-Centred Transformation: Rules for the Digital World, in: Ulbert, Cornelia / Kaplan, Marcus (eds.): Global Trends: Prospects for Development and Peace, Vol 1: Multilateral Cooperation for People and Planet, Opladen/Berlin/Toronto: Verlag Barbara Budrich, 37-58. https://doi.org/10.3224/84743196
► Ulbert, Cornelia / Kaplan, Marcus (Hrsg.) 2026: Globale Trends: Perspektiven für Entwicklung und Frieden, Band 1: Multilaterale Kooperation für Mensch und Planet, Opladen/Berlin/Toronto: Verlag Barbara Budrich. https://doi.org/10.3224/84743197
► Ulbert, Cornelia / Kaplan, Marcus (eds.) 2026: Global Trends: Prospects for Development and Peace, Vol 1: Multilateral Cooperation for People and Planet, Opladen/Berlin/Toronto: Verlag Barbara Budrich. https://doi.org/10.3224/84743196
► Gaesing, Karin / Bliss, Frank / Rosenberg, Carolin 2025: Gender-Transformative Approaches in Development Cooperation: Analyses and Recommendations (AVE-Study 46b). Duisburg: Institute for Development and Peace.
► Gaesing, Karin / Bliss, Frank / Rosenberg, Carolin 2025: Gendertransformative Ansätze in der Entwicklungszusammenarbeit: Analysen und Empfehlungen (AVE-Studie 46). Duisburg: Institut für Entwicklung und Frieden.
► Rosenberg, Carolin 2025: Strengthening Women's Voice and Leadership : Gender Impacts of Agricultural Cooperatives in Zambia (AVE-Studie 45b). Duisburg: Institut für Entwicklung und Frieden.
► Rosenberg, Carolin 2025: Stärkung der gleichberechtigten Teilhabe und Führungsrolle von Frauen. Genderwirkungen landwirtschaftlicher Genossenschaften in Sambia (AVE-Studie 45). Duisburg: Institut für Entwicklung und Frieden.
Forschungsbereichsleitung
Dr. Cornelia Ulbert
Raum: LS 119
Telefon: +49 (0)203-379-4422
E-Mail: cornelia.ulbert[at]uni-due.de
Mitarbeiterprofil
Mitglieder des Forschungsbereichs
Prof. Dr. Tobias Debiel
Raum: LF 324
Telefon: +49 (0203)-379-2021
E-Mail: tobias.debiel[at]uni-due.de
Mitarbeiterprofil
Carolin Rosenberg, M.A.
Raum: LS 031
Telefon: +49 (0)203-379-1436
E-Mail: carolin.rosenberg[at]uni-due.de
Mitarbeiterprofil