Perspektiven auf Umweltgerechtigkeit im Kontext von Luftverschmutzung und Transport

Veras Promotionsvorhaben bearbeitet Fragen entlang der Trias Umweltungleichheit hinsichtlich Luftqualität, sozioökonomische Ungleichheit und ökonomische Methodologie.

Luftverschmutzung beeinträchtigt menschliches Wohlergehen auf mannigfaltige Weise. Neben substantiellen Gesundheitseffekten sind unter anderem auch negative Effekte auf Bildungs- und Arbeitsmarktergebnisse nachweisbar. Dabei ist die Exposition gegenüber Luftschadstoffen innerhalb einer Gesellschaft oft ungleich verteilt. Diese Form der Umweltungleichheit ist dabei eng mit sozioökonomischer Ungleichheit verschränkt: So kann sozioökonomische Ungleichheit zu Umweltungleichheit führen, beispielsweise durch Wohnungsmarktsegregation oder Divergenzen in der Vulnerabilität. Gleichzeitig kann die Ungleichverteilung der Schadstoffbelastung sozioökonomische Ungleichheit zementieren oder gar verschärfen.

Umweltökonomische Analysen erheben das in einer Kosten-Nutzen-Analyse ermittelte wohlfahrtsmaximierende Niveau der Schadstoffbelastung zum maßgebenden Kriterium für Politikmaßnahmen. Die angelegte utilitaristische Perspektive ist dabei indifferent gegenüber der Verteilung der als Kosten und Nutzen konzeptualisierten Effekte verbesserter Luftqualität. Diese Perspektive steht im Gegensatz zu einer Perspektive der Umweltgerechtigkeit, welche eine gerechte Verteilung der Umweltbelastungen in der Gesellschaft befürwortet, im weiteren Sinne aber auch prozedurale Gerechtigkeitsaspekte einschließt.

Die Forschungsarbeit untersucht erstens die gerechtigkeitstheoretische Grundlage der umweltökonomischen Methodik im Kontext von Luftschadstoffen und operationalisiert das Kriterium der Umweltgerechtigkeit für einen ökonomischen Analyserahmen. Darauf aufbauend verfolgt die Forschungsarbeit zweitens kausalanalytische Fragen an der Schnittstelle von Umweltungleichheit und sozioökonomischer Ungleichheit. Dem Straßenverkehr wird als Hauptquelle innerstädtischer Luftverschmutzung besondere Beachtung geschenkt. In der Summe soll die Forschungsarbeit dazu beitragen, den Abbau von Umweltungleichheit zu ermöglichen.