Immobiliengeographie: Vortrag von Oliver Wittke bei der EGGG
In einem Vortrag im Oktober 2023 vor der – mit unserem Lehrstuhl eng kooperierenden - Essener Gesellschaft für Geographie und Geologie e.V. - EGGG - hat Dipl.-Geogr. Oliver Wittke, Hauptgeschäftsführer der ZIA - Zentraler Immobilien Ausschuss Berlin - und ehemaliger Oberbürgermeister der Stadt Gelsenkirchen, Landesverkehrs- und Bauminister NRW, Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium und ehem. Mitglied des Deutschen Bundestags, die Nachwirkungen der Pandemie, der Ukrainekrieg und das Ziel, die deutschen Immobilienbestände bis 2045 klimaneutral zu ertüchtigen, als die größten Herausforderungen für die Immobilienwirtschaft seit Ende des Zweiten Weltkriegs vorgestellt. Die Immobilienwirtschaft ist mit knapp 800.000 Unternehmen und rund 3,5 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten eine der größten Branchen und erwirtschaftet mit ca. 645 Mrd. Euro im Jahr rund 20 Prozent der Bruttowertschöpfung Deutschlands. Der Referent ging auf aktuelle räumliche Entwicklungen und Prozesse der Grundstückswirtschaft, der Wohnungswirtschaft sowie der Gewerblichen und Betrieblichen Immobilienwirtschaft ein, auf die Politik, Märkte und Akteure unterschiedlich reagieren. Langfristige Strukturen von Immobilien stehen dabei kurzfristigen gesellschaftlichen und politischen Forderungen gegenüber. Moderiert wurde die Veranstaltung von Dipl.-Geogr. Friedrich Schulte-Derne, Vorsitzender der EGGG und gleichzeitig Lehrbeauftragter am Lehrstuhl für Wirtschaftsgeographie der Universität Duisburg-Essen.
WiGeo-Lehrstuhl aktiv auf dem DKG 2023
Vom 20. bis zum 23. September 2023 fand in den Räumen der Goethe-Universität Frankfurt der Deutsche Kongress für Geographie statt. Unser Wirtschaftsgeographie-Lehrstuhl war sowohl inhaltlich als auch fachpolitisch in verschiedenen Formen und Formaten eingebunden.
So wurde Lehrstuhlinhaber Prof. Dr. Rudolf Juchelka in seinem Amt als Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Geographie e.V. (DGfG), der 35.000 Personen umfassenden Dachorganisation der deutschen Geographie aus Schule, Hochschule und Berufspraxis wiedergewählt. Ebenso wurde er wieder in den Vorstand des Deutschen Verbandes für Angewandte Geographie e.V. (DVAG) gewählt und richtet dort sein besonderes Augenmerk auf die Vernetzung Hochschule-Berufspraxis. Dipl.-Geogr. Friedrich Schulte-Derne, Lehrbeauftragter an unserem Institut, hat in seiner Funktion als Vorsitzender der Essener Gesellschaft für Geographie und Geologie e.V. (EGGG), am Großkongress der deutschsprachigen Geographie mit 2.400 Personen teileigenommen. In einer von Prof. Juchelka moderierten DVAG-Praxis Lecture hat der Erkelenzer Bürgermeister Mag.-Geogr. Stephan Muckel die Verantwortung und das Engagement der Angewandten Geographie in und für die Politik herausgestellt. Schließlich haben Lehrstuhl-Mitarbeiterin Dipl.-Geogr. Petra Strunck und Prof. Juchelka zusammen mit dem Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Landkreis Sigmaringen, Dr. Bernhard Kräußlich (zugleich neu gewählter DVAG-Vorsitzender) einen Praxis Workshop zum Thema „Gewerbegebiete – fit für die Zukunft!?" geleitet, in dem Themenfelder wie Nutzungsmischung, Klimaneutralität und Mobilität diskutiert worden sind.
Lehrstuhl-Besuche aus Österreich und Japan
Im Rahmen der internationalen Kooperationen unseres Lehrstuhls konnten wir im August 2023 zwei Wissenschaftler aus Österreich und Japan im August in Essen empfangen.
Schon seit vielen Jahren bestehen intensive Beziehungen in Forschung und Lehre zur Geographie in Österreich: Prof. Dr. Albert Hofmayer von der Wirtschaftsuniversität, zugleich Koordinator der Wissenschaftspreise in der Österreichischen Geographischen Gesellschaft, besuchte unseren Lehrstuhl im Rahmen eines NRW-Aufenthalts am 16. August 2023. Zentrales Thema waren die Planungsüberlegungen zu dem für Januar 2024 avisierten Doktoranden-Kolloquium in Wien, das nach mehrjähriger Corona-Unterbrechung wieder der wissenschaftlichen Vernetzung und Weiterentwicklung unserer Lehrstuhl-Doktorandinnen und -Doktoranden dienen soll. Lehrstuhl-Mitarbeiter Dipl.-Geogr. Friedrich Schulte-Derne führten den Wiener Gast am Samstag im Rahmen einer Stadt-Exkursion durch die Dortmunder Innenstadt, wo verschiedene innerstädtische Transformationsprozesse in Augenschein genommen worden sind.
Ein neuer internationaler Kooperationsansatz ergibt sich aus einem Besuch aus Japan: 
Am 21. August 2023 konnte unser Lehrstuhl-Team Prof. Dr. Tetsuya Ito von der Rissho Universität in Tokyo begrüßen. An seiner Universität hat er eine Professur für Stadtgeographie inne, zugleich ist er Mitglied des Präsidiums der Association of Japanes Geographers. In einem ersten Austausch-Gespräch wurden die Schwerpunkte und Forschung und Lehre vorgestellt, zudem wurde das thematische Dreieck zwischen Wirtschafts-, Verkehrs- und Stadtgeographie mit Fokussierung auf Planungs- und Governance-Ansätzen als Anknüpfungspunkte für eine weitergehende Kooperation identifiziert. Erste Überlegungen gab es auch zu einem möglichen Dozentenaustausch sowie zu einer weiterführenden Forschungskooperation zwischen den beiden Instituten.
Kaukasus-Initiative des WiGeo-Lehrstuhls
Auf der Internationalen Tourismus-Börse (ITB) in Berlin im März 2023 hat unser Lehrstuhl neue Kontakte zur Tourismusorganisationen und Forschungseinrichtungen in Armenien und Georgien aufgebaut, die unsere bestehenden Beziehungen, beispielsweise zu Geographie-Lehrstühlen an der Staatlichen Universität Yerevan (YSU) ergänzen. Mit der Leiterin des Nationalen Tourismus-Komitees aus Armenien, Sisian Boghossian, wurde vereinbart, eine Zusammenarbeit in anwendungsorientierter Forschung zu einer nachhaltigen Tourismusentwicklung zu prüfen. Gerade der anwendungsorientierte Zusammenhang zwischen Tourismus, Regionalentwicklung und regionaler Wirtschaftsraumpolitik bzw. Standortentwicklung, vor allem in ländlich geprägten Regionen Armeniens, bildet hier erfolgsversprechende Anknüpfungspunkte, die weiterverfolgt werden sollen. Angedacht ist auch eine Einbeziehung des „Caucasus Research Resource Center – Armenia" mit seiner Forschungsausrichtung im Hinblick auf regionale sozioökonomische Transformationsforschung. Im Nachbarstaat Georgien wird in einem parallelen Ansatz eine Zusammenarbeit mit der „Georgian Ecotourismus Association" konkretisiert, so dass gerade auch grenzüberschreitende bzw. transferierbare Themenfelder an der Schnittstelle von nachhaltigem Tourismus und Regionalentwicklung in beiden Kaukasusländern erarbeitet werden können.