Internationale Kooperation Forschungsaufenthalt Prof. Tetsuya Ito aus Japan

Im Jahr 2025 hat Prof. Dr. Tetsuya Ito von der japanischen Rissoh Universität in Tokyo im Rahmen mehrerer Forschungsaufenthalte unseren Lehrstuhl als „Homebase" und „Ankerplatz" genutzt. Seine Forschungsarbeiten konzentrierten sich dabei auf Fragen der nachhaltigen Stadterneuerung in Deutschland aus drei Perspektiven im Rahmen urbaner Umstrukturierungsprozesse: Mobilität und Verkehr, ressourcensparende Stadtplanung sowie soziale Nachhaltigkeit im Kontext von Bürgerbeteiligung. Primäre Fallstudie für seine Untersuchungen ist die Landeshauptstadt Düsseldorf, von wo aus seit vielen Jahren umfangreiche Verflechtungen zu Japan bestehen, genannt sei nur die Bezeichnung „Little Tokyo am Rhein".

Ein erster Ausdruck der Forschungen ist eine gemeinsame Publikation unter dem Titel "Urban Renewal through Social Implementation of Micromobility in Germany – through a case of Düsseldorf", verfasst von Prof. Tetsuya Ito, Prof. Rudolf Juchelka und WiGeo-Lehrstuhlmitarbeiter Luis Rienecker.

Die Forschungskooperation wird fortgesetzt, weitere Besuche von Prof. Ito bei uns im Jahr 2026 sing geplant, ebenso ein Gegenbesuch von Prof. Juchelka an der Rissoh Universität. Darüber hinaus werden Möglichkeiten eines gemeinsamen Antrags im Kontext städtischer Handlungsprozesse sondiert.

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In 2025, Prof. Dr. Tetsuya Ito from Japan's Rissoh University in Tokyo used our chair as his 'home base' and 'anchorage' during several research stays. His research focused on issues of sustainable urban renewal in Germany from three perspectives within the context of urban restructuring processes: mobility and transport, resource-saving urban planning, and social sustainability in the context of citizen participation. The primary case study for his research is the state capital Düsseldorf, which has had extensive ties to Japan for many years, as evidenced by its nickname 'Little Tokyo on the Rhine'.

An initial expression of the research is a joint publication entitled 'Urban Renewal through Social Implementation of Micromobility in Germany – through a case of Düsseldorf', written by Prof. Tetsuya Ito, Prof. Rudolf Juchelka and WiGeo chair staff member Luis Rienecker.

The research collaboration will continue, with further visits by Prof. Ito to our university planned for 2026, as well as a return visit by Prof. Juchelka to Rissoh University. In addition, possibilities for a joint application in the context of urban action processes are being explored.

Vortrag Mittwochsgesellschaft Ruhr

 

Vortrag bei der Mittwochsgesellschaft Ruhr am 30.10.2024 in Essen von Prof. Dr. Rudolf Juchelka und Dipl.-Geogr. Friedrich Schulte-Derne über „Dubai und die Vereinigten Arabischen Emirate – vom Morgenland zum Übermorgenland!?".

Wikimedia Commons & DUT

"Driving Urban Transition" Neues EU-Forschungsprojekt PROMISE in der UDE-Wirtschaftsgeographie zur Integration der Mikromobilität in der sog. letzten/ersten Meile

Die anwendungsbezogene Förderline „Driving Urban Transition“ (DUT) ist im Rahmen des EU-Forschungsprogramms „Horizon Europe“ angesiedelt und fokussiert den Wandel von Städten im Kontext unterschiedlicher Nachhaltigkeitsthemen. Insbesondere Fragestellungen aus der Circular Economy, der 15-Minuten-Stadt und der Energiewirtschaft sind Zielpunkte.

Der Lehrstuhl für Wirtschaftsgeographie, insbes. Verkehr und Logistik an der UDE unter Leitung von Univ.-Prof. Dr. Rudolf Juchelka und unter federführender Bearbeitung von Lehrstuhlmitarbeiterin Dipl.-Geogr. Petra Strunck konnte erfolgreich ein neues Forschungsprojekt in der DUT-Förderlinie zur 15-Minuten-Stadt im Rahmenthema „Integrierte politische Ansätze und Maßnahmen zur Reduzierung der PKW-Orientierung im Verkehr“ beantragen.

Das Projekt „Reduzierung der PKW-Orientierung: kooperativ-kreative Lösungen in integrierender Mikromobilität und Infrastrukturplanung – neue Steuerungsansätze in der ersten/letzten Meile von Mobilität und Lieferverkehr“ (engl. Titel: PROMISE - Progressive Reduction of car dependency: co-create solutions by integrating Micromobility, Infrastructure, and Smart policy in first/last mile travel and deliveries) ist als trans- und interdisziplinäres, länderübergreifendes Vorhaben angelegt. Das Gesamtkonsortium wird koordiniert von der Universität Dalarna in Schweden, weitere Partner aus Forschung, Kommunen und Wirtschaft kommen aus Schweden, Dänemark, Türkei, Rumänien und Griechenland.

Die Laufzeit des Teilprojektes der UDE-Wirtschaftsgeographie beträgt drei Jahre (1/2025-12/2027), die Fördersumme für den UDE-Lehrstuhl liegt bei ca. 260.000 Euro.

Die spezifische Forschungsfrage der UDE-Wirtschaftsgeographie besteht in der Untersuchung der Integration und Kombinierbarkeit von Personen-, Paket- und Güterverkehr in der sog. letzten/ersten Meile, d.h. vom primären Verkehrsquellpunkt bzw. zum finalen Verkehrszielpunkt.

Bislang werden in diesem Verkehrssegment bei Nutzung der identischen Infrastruktur  Personen-, Paket- und Güterverkehr nebeneinander und damit getrennt realisiert. Dies führt zwangsläufig zu mehr Verkehr. Die aktuelle Diskussion im Kontext der Verkehrswende zielt jedoch u.a. auf die Reduzierung der Verkehrsmenge. Hier setzt das Forschungsprojekt an: die bisher getrennten Verkehrsmodi sollen hinsichtlich Synergien, Kombinationen und Integrationen untersucht und möglichst verknüpft werden. Gerade die Mikromobilität beispielsweise mit Lastenfahrrädern, Kinderwagen oder Elektro-Rollstühlen bietet hier Ansatzpunkte einer Kombination und somit einer kombiniert-integrierenden Mikromobilität.

Partner im Teilprojekt der UDE-Wirtschaftsgeographie sind die Wirtschaftsförderung Bochum, die Stadt Köln (Dezernat für Mobilität) und UPS Deutschland.

Ansprechpartner:

Prof. Dr. Rudolf Juchelka rudolf.juchelka@uni-due.de

Luis Rienecker, M.A.-Geograph luis.rienecker@uni-due.de

Gastdozent an der UDE-Geographie Stadtgeograph Prof. Dr. Tetsuya Ito aus Japan

Im Rahmen eines Vorbesuchs von Prof. Dr. Tetsuya Ito aus Japan wurden Mitte August 2024 inhaltliche und organisatorische Fragen – auch mit dankenswerter Unterstützung des Akademischen Auslandsamtes der UDE - zu seinem einjährigen Forschungsaufenthalt an unserem Lehrstuhl geklärt. Professor Ito vertritt das Fachgebiet der Stadtgeographie an der Rissho Universität in Magechi, gelegen im Großraum Tokyo, etwa 60 Kilometer nordwestlich der japanischen Hauptstadt. Die private Universität wurde vor über 150 Jahren gegründet und ist damit eine der ältesten Universitäten Japans. Heute sind dort etwa 12.000 Studierende eingeschrieben. Das Fach Geographie an der Rissho Universität existiert seit 1925 und stellt somit das älteste Institut für Geographie in Japan dar.

Ab April 2025 wird er sich in unserem Institut mit Fragen der Veränderungen in Randräumen von Innenstädten, ihren Einflußfaktoren, Ausprägungen und Steuerungsmöglichkeiten beschäftigen. Angedacht sind dazu vergleichende Fallstudien aus Düsseldorf, Dortmund und Münster. Professor Ito wird zudem seine Japan-Expertise in unsere Lehrveranstaltungen der Grundvorlesungen Geographie bzw. Wirtschaftsgeographie einbringen, sowie einen Japan-Vortrag vor der Essener Gesellschaft für Geographie und Geologie halten. Durch mehrfache Forschungsaufenthalte in Deutschland sind ihm die regionalen und stadtgeographischen Strukturen hinlänglich bekannt, zudem spricht er Deutsch, was für seine empirische Feldforschungen gewinnbringend ist.

Unser Lehrstuhl freut sich sehr und fühlt sich geehrt, mit Professor Ito einen forschungsstarken Geographen willkommen zu heißen und sehen in seinem Gastaufenthalt eine Bereicherung für unsere Arbeit in Forschung und Lehre sowie einen Ausgangspunkt für weiterführende Kooperationen, gerade auch in transnationalen Forschungsprojekten an den Schnittstellen von Stadt-, Wirtschafts- und Verkehrsgeographie.

St. Ursula Gymnasiums Geilenkirchen Exkursion mit dem Q2-Leistungskurs Erdkunde zu „Innovationsstandorten in der Stadt Aachen“

Am 2. Februar 2024 leitete Prof. Dr. Rudolf Juchelka eine Halbtagesexkursion für die Schülerinnen und Schüler des Leistungskurses Erdkunde der Stufe Q2 vom St. Ursula Gymnasium in Geilenkirchen zum Thema „Innovationsstandorte in der Stadt Aachen“. Nach einer entsprechenden unterrichtlichen Vorbereitung durch den LK Lehrer StD i.K. Robert Jansen, zugleich stell. Schulleiter des Gymnasiums, wurde auf der Exkursion an acht Standorten Halt und raumrelevante Bezüge zum Rahmenthema vorgestellt, erarbeitet, eingeordnet und diskutiert. Gerade für die Schülerinnen und Schüler aus dem Leistungskurs konnte kurz vor der Abiturprüfung ein konkreter Einblick auch in universitäre Denk- und Arbeitsweisen – hier im Fach Geographie – aufgezeigt werden.

Folgende Standorte wurden auf der Exkursion besucht:

  • Elisenbrunnen: Anfang von allem in Aachen: Wasser, Römer, Tourismus – auch früher schon ein attraktiver Standort
  • Klenkes-Denkmal: Industrialisierung und Anfänge der Innovation – Rückblick in Aachens industrielle Vergangenheit
  • Digital-Church Aachen: Nutzungswandel von ehemaligen Sakralbauten: Startup-Economy im Digital Hub
  • Bürogebäude Kapuzinergraben (ehem. Commerzbank): F&E-Standort von Amazon im ehemaligen Bankgebäude: Ein Global Player in Aachen!?
  • Barockfabrik: Umnutzungen & stadtplanerische Aufwertungen durch Kultur- und Kreativwirtschaft in alten Industriegebäuden
  • Wohnanlage Barbarossapark: eine Gated Community in Aachen? (Exkurs-Standort ohne direkten Bezug zum Rahmenthema)
  • RWTH Hauptgebäude und SuperC: Nukleus im Technologie-, Innovations- und Startup-Ökosystem im Aachener Raum
  • Ehemalige Molkerei Pontstraße: Freizeit- und Gastronomiestandort im räumlich-funktionalen Kontext kreativ-innovativer Milieus

Die Stationen wurden dabei jeweils auch eingebettet in allgemeine Aspekte der stadt- und wirtschaftsgeographischen Strukturen, Verflechtungen und Prozesse im Aachener Innenstadtbereich.

Herausragend und sicherlich besonders eindrucksvoll – merkbar auch an den vielen Fragen der Schülerinnen und Schüler – war der Besuch der Digital-Church als räumliche Konkretisierung des DigitalHub-Netzwerkes der Aachener Region. Hier standen Indra Funken und Dr. Richard Schieferdecker bereit, um das Konzept der digital ausgerichteten Startup-Ökonomie, der Netzwerkeinbindungen sowie des spezifischen Standortes in der ehemaligen Kirche zu erläutern. Herausragend war sogar, dass erste Rückmeldungen aus der Schülerschaft unbedingt die dortigen Angebote intensiver kennenlernen möchten und bald wiederkommen wollen.

Insgesamt konnte den LK-Schülerinnen und Schülern ein differenziertes Bild eines räumlich implementierten und gleichzeitig räumlich ausstrahlenden Innovationssystems vorgestellt werden und durch die originären Erfahrungen und Begegnungen das „geographische Handwerkszeug“ sicherlich auch für die anstehenden Abiturprüfungen geschärft werden.

Lehrstuhl-Doktoranden-Kolloquium in Wien

In Fortführung der Kooperation der früheren Abteilung Angewandte Regional- und Wirtschaftsgeographie, später aufgegangen im Institut für Wirtschaftsgeographie und Geoinformatik, der Wirtschaftsuniversität Wien mit dem Lehrstuhl für Wirtschaftsgeographie, insbes. Verkehr und Logistik im Institut für Geographie der Universität Duisburg-Essen sowie mit Einbindung der Österreichischen Geographischen Gesellschaft (ÖGG) fand im Januar 2024 in Wien das mittlerweile 6. Wirtschaftsgeographische Doktorandenkolloquium – nach 2010, 2013, 2015, 2017 und 2019 - statt.
Im bewährten Format – aber erstmalig am neuen Ort: im Institut für Geographie und Regionalforschung der Universität Wien - wurden aktuell laufende Dissertationsprojekte vorgestellt, diskutiert und durch neue wissenschaftliche Impulse angereichert. Gerade der intradisziplinäre Austausch zu Dissertationen mit grundlagen- und anwendungsorientierter Ausrichtung der Wirtschafts- und Verkehrsgeographie stellt einen substanziellen Beitrag zur individuellen Forschungsförderung und zur wissenschaftlichen Vernetzung – unter Beteiligung der Wiener Wirtschaftsgeographie-Professoren Christian Staudacher und Albert Hofmayer - dar.