IAQ Pressemitteilung

Pressemitteilung vom 18.05.2026 | Redaktion: Katja Goepel

​Dauerbaustelle Betrieb

Wie gelingt Gesundheitsschutz?

Viele Unternehmen stehen dauerhaft unter Veränderungsdruck, etwa durch Digitalisierung, neue Technologien oder den Umbau hin zu klimafreundlicher Produktion. Das belastet häufig auch die Beschäftigten. Eine von der Hans-Böckler-Stiftung geförderte Studie des Instituts Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen zeigt, wie Gesundheitsschutz in Zeiten von Transformationsstress dennoch gelingen kann.

In einer Fallstudie in einem stahlverarbeitenden Unternehmen mit rund 1.100 Beschäftigten untersuchte Arbeitspsychologin Dr. Anja Gerlmaier psychische Belastungen während betrieblicher Veränderungen, zum Beispiel Personalabbau in Kombination mit neuen Schicht- und Produktionssystemen. Mitarbeitende im Untersuchungsbereich berichteten von multiplen Belastungen wie hoher Arbeitsintensität, unplanbarer Mehrarbeit und digitalem Stress. „Im Forschungsprojekt haben wir ein beteiligungsorientiertes Verfahren entwickelt, mit dem Unternehmen psychische Belastungen in Veränderungsprozessen frühzeitig erkennen und wirksam reduzieren können“, so Gerlmaier.

Innerhalb von neun Monaten entwickelten und erprobten die Beteiligten im Pilotunternehmen zahlreiche Maßnahmen, um psychische Belastungen zu verringern. Möglich wurde dies durch die enge Zusammenarbeit von Führungskräften, Beschäftigten, einem eigens geschulten Gesundheitstandem und dem Arbeitsschutzgremium. Besonders erfolgreich waren Maßnahmen, die direkt vor Ort umgesetzt werden konnten, zum Beispiel konsequente Pausenablösungen und eine vorbeugende Instandhaltung.

Fazit der Studie: Auch unter schwierigen Bedingungen lassen sich durch die Zusammenarbeit von Arbeitsschutzakteuren, Interessenvertretung, Beschäftigten und Führungskräften wirksame Entlastungen bei Transformationsstress erreichen.


Weitere Informationen:
Anja Gerlmaier, 2026: Dauerbaustelle Betrieb: Chancen und Herausforderungen betrieblicher Prävention in Transformationsprozessen. Duisburg: Institut Arbeit und Qualifikation. IAQ-Report 2025-05.

Für weitere Fragen steht Ihnen zur Verfügung:

Dr. Anja Gerlmaier