IAQ Pressemitteilung

Pressemitteilung vom 03.06.2026 | Redaktion: Katja Goepel

Alt, arbeitslos und vergessen?

Arbeitsförderung für ältere Arbeitslose auf dem Prüfstand

Jede*r zehnte ältere Arbeitslose gibt die Jobsuche auf. Damit bleibt ein großes Potenzial für den Arbeitsmarkt ungenutzt. Der neue Altersübergangs-Report des Instituts Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen untersucht, wie sich die Arbeitsförderung für Ältere in den letzten Jahren entwickelt hat.

Für den neuen Altersübergangs-Report des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen (UDE), der von der Hans-Böckler-Stiftung gefördert wird, analysierten Dr. Susanne Drescher und Prof. Dr. Martin Brussig aktuelle Prozessdaten der Bundesagentur für Arbeit für den Zeitraum von 2014 bis 2024. Im Mittelpunkt der Untersuchung stand, wie sich die Arbeitsförderung für ältere Arbeitslose entwickelt hat, welche Maßnahmen eingesetzt werden und ob sich diese von denen der Jüngeren unterscheiden. Die zentralen Ergebnisse:

Die arbeitsmarktpolitische Förderung erstreckte sich über den Beobachtungszeitraum in ein immer höheres Alter. Allerdings wurden ältere Arbeitslose deutlich seltener gefördert als jüngere Personen: Arbeitslose zwischen 55 und 59 Jahren nur etwa halb so oft wie solche zwischen 15 und 54 Jahren. Bei Arbeitslosen von 60 Jahren und älter erfolgte eine Förderung im Vergleich zu den Jüngeren nur etwa ein Viertel so oft.

„Wir erklären uns die geringere Förderintensität u.a. damit, dass das Maßnahmenangebot nicht ausreichend auf die Bedürfnisse und Möglichkeiten älterer Arbeitsloser zugeschnitten ist“, so Dr. Susanne Drescher. Gesundheitliche Einschränkungen müssten zum Beispiel besser berücksichtigt werden. Durch die sich verschlechternde wirtschaftliche Lage fehlen außerdem Arbeitsplätze, was Fördermaßnahmen direkt bei den Arbeitgebenden zusätzlich erschwert.

Um dem Fachkräftemangel zu begegnen und Ältere bei der Wiederaufnahme einer Arbeit besser zu unterstützen, ist es daher wichtig, dass Betriebe und Arbeitsagenturen ältere Arbeitssuchende vermehrt in den Blick nehmen. „Das Vertrauen in die Arbeitssuchenden, auch jenseits von 55 oder 60 Jahren eine neue Stelle antreten zu können, sollte gestärkt werden. Anpassungsmaßnahmen, wie Fort- und Weiterbildungen und eine Unterstützung der Mobilität könnten hier helfen“, so die Empfehlung der Arbeitsforscherin.

Jede*r zehnte ältere Arbeitslose gibt die Jobsuche auf. Damit bleibt ein großes Potenzial für den Arbeitsmarkt ungenutzt. Der neue Altersübergangs-Report des Instituts Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen untersucht, wie sich die Arbeitsförderung für Ältere in den letzten Jahren entwickelt hat.

Für den neuen Altersübergangs-Report des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen (UDE), der von der Hans-Böckler-Stiftung gefördert wird, analysierten Dr. Susanne Drescher und Prof. Dr. Martin Brussig aktuelle Prozessdaten der Bundesagentur für Arbeit für den Zeitraum von 2014 bis 2024. Im Mittelpunkt der Untersuchung stand, wie sich die Arbeitsförderung für ältere Arbeitslose entwickelt hat, welche Maßnahmen eingesetzt werden und ob sich diese von denen der Jüngeren unterscheiden. Die zentralen Ergebnisse:

Die arbeitsmarktpolitische Förderung erstreckte sich über den Beobachtungszeitraum in ein immer höheres Alter. Allerdings wurden ältere Arbeitslose deutlich seltener gefördert als jüngere Personen: Arbeitslose zwischen 55 und 59 Jahren nur etwa halb so oft wie solche zwischen 15 und 54 Jahren. Bei Arbeitslosen von 60 Jahren und älter erfolgte eine Förderung im Vergleich zu den Jüngeren nur etwa ein Viertel so oft.

„Wir erklären uns die geringere Förderintensität u.a. damit, dass das Maßnahmenangebot nicht ausreichend auf die Bedürfnisse und Möglichkeiten älterer Arbeitsloser zugeschnitten ist“, so Dr. Susanne Drescher. Gesundheitliche Einschränkungen müssten zum Beispiel besser berücksichtigt werden. Durch die sich verschlechternde wirtschaftliche Lage fehlen außerdem Arbeitsplätze, was Fördermaßnahmen direkt bei den Arbeitgebenden zusätzlich erschwert.

Um dem Fachkräftemangel zu begegnen und Ältere bei der Wiederaufnahme einer Arbeit besser zu unterstützen, ist es daher wichtig, dass Betriebe und Arbeitsagenturen ältere Arbeitssuchende vermehrt in den Blick nehmen. „Das Vertrauen in die Arbeitssuchenden, auch jenseits von 55 oder 60 Jahren eine neue Stelle antreten zu können, sollte gestärkt werden. Anpassungsmaßnahmen, wie Fort- und Weiterbildungen und eine Unterstützung der Mobilität könnten hier helfen“, so die Empfehlung der Arbeitsforscherin.

Weitere Informationen:

Drescher, Susanne / Brussig, Martin, 2026: Ältere Arbeitslose im Fokus der aktiven Arbeitsförderung? Neue Entwicklungen für Ältere in der Arbeitsmarktpolitik. Duisburg: Inst. Arbeit und Qualifikation. Altersübergangs-Report 2026-02

 

Für weitere Fragen stehen Ihnen zur Verfügung:

Prof. Dr. Martin Brussig
Dr. Susanne Drescher