Informationen zum Forschungsprojekt
Schule macht stark
Ziel und Aufgabenstellung
Im Rahmen der Bund-Länder-Initiative „Schule macht stark" wurden 200 Schulen in herausfordernden Lagen ab dem Schuljahr 2020/21 gefördert. Ursprünglich auf zehn Jahre und zwei Phasen angelegt, sollte ab 2025/26 in der zweiten Phase der Transfer der entwickelten Konzepte geleistet werden. Diese Transferphase entfiel jedoch zugunsten des Startchancen-Programms, in das die gewonnenen Erfahrungen und Transferprodukte einfließen.
Der Forschungsverbund „Schule macht stark – SchuMaS“ begleitete und unterstützte die Schul- und Unterrichtsentwicklung, die Professionalisierung der pädagogisch Tätigen sowie die Vernetzung in den Sozialraum an deutschlandweit 200 Schulen in herausfordernden Lagen aus dem Primarbereich und der Sekundarstufe I. Das Vorhaben beinhaltete die vier Inhaltscluster (1) „Unterrichtsentwicklung Deutsch und Mathematik“, (2) „Professionalisierung“, (3) „Schulentwicklung und Führung“ und (4) „Außerunterrichtliches Lernen und Sozialraumorientierung“. Die Arbeit der Inhaltscluster wurde gerahmt und unterstützt durch die drei Metacluster (1) „Evaluation“, (2) „Assessment und Forschungsdatenmanagement“ und (3) „Verzahnung und Transfer“. Die im Verbund bereitgestellten Konzeptionen und Strategien wurden im engen Austausch in konkrete Entwicklungsmaßnahmen an den Schulen überführt. Dabei nahm die ko-konstruktive Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Praxis einen besonderen Stellenwert ein (Design Based Research). Eine enge Zusammenarbeit mit den Schulen vor Ort erfolgte über vier Regionalzentren des Verbundes. Die Universität Duisburg-Essen leitete das Inhaltscluster „Schulentwicklung und Führung“ (ScheF, Prof. I. van Ackeren), wirkte im Cluster „Außerunterrichtliches Lernen und Sozialraumorientierung“ (ALSO, Prof. S. Stöbe-Blossey) mit und übernahm eines von vier regionalen SchuMaS-Zentren.
Der Forschungsverbund wurde koordiniert vom DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation (Prof. Dr. Kai Maaz); beteiligt waren die Eberhard Karls Universität Tübingen, das Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache, die Universität zu Köln, die Universität Mannheim, das IPN Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik, die Technische Universität Dortmund, das Deutsche Jugendinstitut e. V., die Universität Potsdam, die Ruhr-Universität Bochum, das Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) an der Humboldt-Universität zu Berlin, die Universität Heidelberg und die Universität Duisburg-Essen.
Vorgehensweise
Zentrales Ziel des Clusters ALSO war die Förderung des außerunterrichtlichen Lernens und die Vernetzung der Schulen mit ihrem sozialräumlichen Umfeld. Dazu sollten Entwicklungspotenziale sowie Ressourcen im Sozialraum identifiziert und an den Bedarfen der Schulen ausgerichtete Unterstützungsangebote entwickelt werden. Im Cluster erfolgte eine Verknüpfung von Arbeiten auf verschiedenen Ebenen – Qualitätsentwicklung von außerunterrichtlichen Angeboten (v. a. im Ganztag), multiprofessionelle Kooperation (v. a. zwischen Schule und Kinder- und Jugendhilfe), Kooperation mit außerschulischen Partnern, Zusammenarbeit von Schule und Familien sowie Sozialraumorientierung und -analyse.
Der Forschungs- und Entwicklungsprozess in ALSO umfasste fünf Arbeitspakete:
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Alle 200 Schulen |
Survey (Online-Befragung, Schulstatistik) |
Bereitstellung Forschungsstand zu Konzepten |
Unterstützung bei der Zielfestlegung |
Aktivierung, Maßnahmen zu entwickeln und zu implementieren |
Survey |
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Auswahl von 35-40 Schulen in 2 Phasen |
Auswahl von Fallstudienstandorten |
Fallstudien mit Interviews und Sozialraumanalysen |
Entwicklungsworkshops an Fallstudien-Standorten zur Zieldefinition |
Erarbeitung und Weiterentwicklung von Handlungskonzepten an Modellstandorten (Entwicklungsworkshops) |
Formative Evaluation der Handlungskonzepte |
Die Forschungsabteilung BEST legte im Cluster ALSO einen Schwerpunkt auf das Thema Zusammenarbeit von Schule und Familie im Primarbereich. Zu den Inhalten gehören z. B. der Aufbau von Strukturen multiprofessioneller Kooperation (z. B. Lehrkräfte / weiteres pädagogisches Personal, bspw. Schulsozialarbeit oder sozialpädagogische Fachkräfte im Ganztag) und die auf Grundschulen bezogene Adaptierung des für Kindertageseinrichtungen in NRW entwickelten Konzepts der Familienzentren. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der kooperativen Übergangsbegleitung im Rahmen der beruflichen Orientierung. Hierzu gehörte die Möglichkeit zum Auf-/Ausbau von Strukturen, die an die unterschiedlichen BO-Programme der Länder anknüpfen und an den heterogenen Bedarfen der Schülerinnen und Schüler orientiert sind.
Darüber hinaus war BEST an einem Regionalzentrum beteiligt. Das Regionalzentrum Duisburg-Essen war als eines von vier regionalen SchuMaS-Zentren des Forschungsverbundes ein zentrales Bindeglied zwischen den beteiligten Forschungseinrichtungen, den Schulen und der Bildungsadministration in den Ländern. Es hatte die Aufgabe, die Schulentwicklungs- und Qualitätssicherungsprozesse vor Ort engmaschig zu begleiten und zu koordinieren. Dies erfolgte sowohl im Rahmen von Netzwerktreffen der Schulverbünde als auch im Rahmen von individuellen Reflexions- und Planungstreffen.
Projektleitung: Prof. Dr. Sybille Stöbe-Blossey
Bearbeitung: Philipp Hackstein (ALSO), Susanne Enssen (Regionalzentrum und ALSO)
Verzahnung mit Forschungsarbeiten der Abteilung: Dr. Brigitte Micheel und Dr. Monique Ratermann-Busse
Wesentliche Projektergebnisse
Entwicklung eines Gesamttransferprodukts: Die im Rahmen der Wissenschaft-Praxis-Werkstätten gemachten Erfahrungen – u. a. zu übergreifenden Gelingensbedingungen für den Auf- und Ausbau von Strukturen multiprofessioneller Kooperation – wurden zu einem modularen Arbeitsinstrument „Werkzeugkasten Multiprofessionelle Schulentwicklung aktiv gestalten“ zusammengefügt (Abbildung 1).

Abbildung 1: Der „Werkzeugkasten Multiprofessionelle Schulentwicklung aktiv gestalten“ (IAQ 2025)
Modularer Aufbau des Werkzeugkastens: Der Werkzeugkasten gliedert sich in ein Basismodul (Analyse von Ausgangslage und Ressourcen der Schule), ein Strukturmodul (Auf- und Ausbau von Strukturen multiprofessioneller Kooperation), Gestaltungsmodule („Zusammenarbeit mit Familien“ und „Übergangsbegleitung in der beruflichen Orientierung“) sowie vertiefende Arbeitsmaterialien.
Open Access: Sämtliche Materialien wurden für den wissenschaftlichen und praktischen Transfer aufbereitet und als Open Educational Resources unter freier Lizenz (CC BY-NC-SA 4.0) digital zur Verfügung gestellt.
Anschlussfähigkeit: Die im Projekt gewonnenen Erkenntnisse und entwickelten Konzepte – vor allem zur multiprofessionellen Schulentwicklung – fließen unter anderem in das Startchancen-Programm ein und werden dort weiterentwickelt.
Publikationen zum Projekt
Enssen, Susanne / Ratermann-Busse, Monique, 2025: Ko-konstruktive Konzeptentwicklung für die multiprofessionelle Kooperation in der beruflichen Orientierung. Ein organisationstheoretischer Ansatz. In: Kai Maaz, Alexandra Marx : SchuMaS – Schule macht stark. Gemeinsam Schule machen mit SchuMaS. Wissenschaft und Praxis für starke Schulen in herausfordernden Lagen, S. 127–144 | Lesen
Hackstein, Philipp / Micheel, Brigitte , 2025: Zusammenarbeit mit Familien als multiprofessioneller Schulentwicklungsprozess. Ko-konstruktive Produktentwicklung in Wissenschaft-Praxis-Werkstätten. In: Kai Maaz, Alexandra Marx : SchuMaS – Schule macht stark. Gemeinsam Schule machen mit SchuMaS. Wissenschaft und Praxis für starke Schulen in herausfordernden Lagen, S. 311–336 | Lesen
Autor*innengruppe ALSO-Konsortium: Schuchardt, Jakob / Bargel, Holger / Bellenberg, Gabriele / Forell, Matthias / Hackstein, Philipp / Kielblock, Amina / Kielblock, Stephan / Micheel, Brigitte / Reißig, Birgit / Schräpler, Jörg-Peter / Stöbe-Blossey, Sybille, 2024: Bildungschancen für Schüler*innen durch außerunterrichtliches Lernen und Sozialraumorientierung (ALSO). In: Maaz, Kai und Alexandra Marx: SchuMaS – Schule macht stark. Sozialraumorientierte Schul- und Unterrichtsentwicklung an Schulen in schwierigen Lagen. Aufbau und erste Arbeitsergebnisse des Forschungsverbunds , S. 271–281| Info | Lesen
Enssen, Susanne / Farwick, Susanne / Kalustian, Anita / Starke, Jana / Kara, Belgüzar / Wendrock, Ruben / Thielmann, Merle-Sophie / Marzen, Laura, 2024: „Die größte Herausforderung ist einfach auch was Schönes“ – Die Wahrnehmung von Schulen in sozialräumlich deprivierter Lage aus Schulleitungsperspektive. In: Maaz, Kai und Alexandra Marx: SchuMaS – Schule macht stark. Sozialraumorientierte Schul- und Unterrichtsentwicklung an Schulen in schwierigen Lagen. Aufbau und erste Arbeitsergebnisse des Forschungsverbunds , S. 175-193| Info | Lesen
Stöbe-Blossey, Sybille / Hagemann, Linda / Klaudy, E. Katharina / Micheel, Brigitte / Nieding, Iris, 2020: Familienzentren in Nordrhein-Westfalen : Eine empirische Analyse. Wiesbaden: Springer VS, ISBN: 978-3-658-30599-4| Info
Born, Andreas / Klaudy, Elke Katharina / Micheel, Brigitte / Risse, Thomas / Stöbe-Blossey, Sybille (Hrsg.): , 2019: Familienzentren an Grundschulen. Abschlussbericht zur Evaluation in Gelsenkirchen. Duisburg: Inst. Arbeit und Qualifikation. IAQ-Forschung 2019-04 | DOI-Link | Lesen
Ratermann, Monique / Stöbe-Blossey, Sybille (Hrsg.), 2012: Governance von Schul- und Elementarbildung. Vergleichende Betrachtungen und Ansätze der Vernetzung. Wiesbaden: Springer VS. Educational governance, ISBN: 978-3-531-18426-5
Vorträge zum Projekt
Susanne Enssen, Chantal Mose, Dr. Monique Ratermann-Busse, Sylvia Nienhaus (Ev. Hochschule Bochum): Going digital? Schulsozialarbeit im Spannungsfeld von Digitalisierung und Digitalität in der beruflichen Orientierung, Workshop. Bundeskongress Schulsozialarbeit 2026, Universität Hildesheim, Hildesheim, 06.03.2026 Weitere Informationen
Prof. Dr. Sybille Stöbe-Blossey: Auf den letzten Metern von Schule macht stark. Netzwerktagung SchuMaS Niedersachsen, Hannover, 25.03.2025 Vortragsfolien
Susanne Enssen, Dr. Monique Ratermann-Busse: Berufliche Orientierung als Querschnittsaufgabe in Schulen. "SchuMaS meets...", virtuell, , 16.12.2024
Susanne Enssen, Dr. Monique Ratermann-Busse: Multiprofessional cooperation in career and study guidance at eye level: A multiperspective approach to co-constructive concept development. 16th Conference of the European Sociological Association (ESA), "Tension, Trust and Transformation", Porto, Portugal, 27 - 30 August 2024, 28.08.2024 Weitere Informationen
Philipp Hackstein: Förderung von Bildungschancen in „Schule macht stark“: Zusammenarbeit von Schule und Familien als Grundlage für besseres Lernen. IAQ-Kolloquium, Duisburg, 24.06.2024 Vortragsfolien
Philipp Hackstein: Zusammenarbeit von Schule und Eltern als Grundlage für besseres Lernen: Potenziale von Familienzentren im Primarbereich. Zusammenarbeit mit Eltern – Familiengrundschulzentren im Fokus, online, "SchuMaS meets...", 13.05.2024
Dr. Monique Ratermann-Busse, Susanne Enssen: Multiprofessionelle Kooperation für die Übergangsbegleitung von Schülerinnen und Schülern partizipativ und reflexiv gestalten – Wie geht das? 11. Tagung der Gesellschaft für empirische Bildungsforschung (GEBF): Bildung verstehen – Partizipation erreichen – Transfer gestalten, Symposium "Von Vielfalt profitieren – Eine ganzheitliche Förderung von Schülerinnen und Schülern durch multiprofessionelle Kooperation gestalten" (Chairs: Dr. Monique Ratermann-Busse, Philipp Hackstein, Susanne Enssen; Diskutantin: Prof. Dr. Nina Bremm (FAU)), Universität Potsdam, 18.03.2024 Weitere Informationen
Susanne Enssen, Philipp Hackstein, Dr. Monique Ratermann-Busse, Dr. Brigitte Micheel, Amina Kielblock, Dr. Stephan Kielblock, Jakob Schuchardt, Dr. Matthias Forell, Holger Bargel: Ko-konstruktive Zusammenarbeit von Wissenschaft und Praxis: eine innovative Form der Schulentwicklung. Posterpräsentation auf dem 29. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft vom 10.03. bis 13.03.2024, Halle (Saale), 12.03.2024 Vortragsfolien
Philipp Hackstein: Sozialraumorientierung als Basis für eine kontextsensible Zusammenarbeit mit Eltern. Sozialräumliche Öffnung - Sozialräumliches Arbeiten - Sozialraumorientierung. Die Bedeutung des „sozialen Raums“ für Kinder, Familien und für die Ausgestaltung von Ganztagsbildung, Jugendherberge Duisburg Sportpark, ISA – Institut für soziale Arbeit e. V., 06.03.2024
Susanne Enssen, Dr. Monique Ratermann-Busse: Berufsorientierung durch multiprofessionelle Kooperation stärken. Workshop auf der 3. bundesweiten Netzwerktagung im Rahmen der Initiative Schule macht stark: „Schule macht stark“ im Schulalltag: Potenziale vor Ort erfolgreich nutzen. Berlin, 22.09.2023
Philipp Hackstein: Familienzentren im Primarbereich: Gelingensbedingungen für eine kontextsensible Zusammenarbeit mit Familien. „Schule macht stark“-Netzwerktagung 2022, 22. – 23. September, Goethe-Universität Frankfurt, , 23.09.2022
Philipp Hackstein: Familien- und Sozialraumorientierung als Ressource - Praxiskonzepte für Schulen. Bundesweite Netzwerktagung "Schule macht stark", 16.11.2021
Philipp Hackstein, Prof. Dr. Sybille Stöbe-Blossey: Schule und Jugendhilfe: „Strukturen verstehen, um Prozesse zu gestalten“. SchuMaS-Akademie , 09.06.2021 Vortragsfolien Weitere Informationen
