KOMPASS-DZ - Kompetenzorientierung für Digitale Zwillinge
KOMPASS-DZ - Kompetenzorientierung für Digitale Zwillinge Digitale Zwillinge im kommunalen Betrieb
Digitale Zwillinge gelten als zentrales Instrument für datenbasierte Entscheidungen im Betrieb und in der Erhaltung von Bauwerken und Infrastrukturen. In der kommunalen Praxis zeigt sich jedoch, dass ihr Nutzen weniger an technischen Möglichkeiten scheitert als an organisatorischen und kompetenzbezogenen Voraussetzungen.
Das Projekt KOMPASS-DZ untersucht, unter welchen Bedingungen Digitale Zwillinge im kommunalen Kontext tatsächlich wirksam werden können. Im Fokus stehen dabei nicht Softwarelösungen oder technologische Detailfragen, sondern die Frage, wie individuelles Können in eine dauerhafte organisationale Handlungsfähigkeit überführt werden kann.
Ausgehend von einer systematischen Analyse des BIM-Qualifizierungsleitfadens NRW entwickelt das Projekt einen kompetenzorientierten Rahmen, der Digitale Zwillinge als sozio-technische Systeme versteht. Zentrale Betrachtungsebenen sind lebenszyklusorientierte Informationsanforderungen, strukturierte Daten- und Informationsübergaben sowie Steuerungs- und Lernprozesse im Betrieb.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Betrieb und Erhaltung als Hauptanwendungsfelder Digitaler Zwillinge. Hier entstehen die größten Lebenszykluskosten, zugleich aber auch die größten Potenziale für Transparenz, Priorisierung und rechtssichere Entscheidungsfindung. Die bisherige Untersuchung zeigt, dass Digitale Zwillinge ihren Mehrwert vor allem dann entfalten, wenn sie in bestehende Verwaltungsprozesse integriert und organisatorisch abgesichert sind.
KOMPASS-DZ versteht Digitale Zwillinge damit nicht als technisches Zielbild, sondern als Bestandteil kommunaler Organisations- und Kompetenzentwicklung. Die Ergebnisse bieten Kommunen eine praxisnahe Orientierung, um Digitale Zwillinge realistisch einzuordnen, schrittweise einzuführen und nachhaltig im Betrieb zu nutzen.
Das Working Paper wird im 1. Quartal 2026 veröffentlicht.