Eichhörnchen
flinke Nagetiere auf fleissiger Suche nach Nüssen und FrüchtenEichhörnchen am Campus Essen
klein, flink, mit Pinselohren und langem buschigen Schwanz ständig auf der Suche nach Nüssen und Früchten: So könnte ein kurze Beschreibung der Tierart lauten, die wir auf diesen Seiten etwas ausführlicher vorstellen wollen: die Eichhörnchen am Campus Essen.
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Neben der faszinierenden Möglichkeit der Innenansicht eines Kobels, wollen wir auf diesen Seiten auch Informationen zur Lebensweise der Eichhörnchen anbieten und Tipps geben, wie man selbst diese Tierart unterstützen kann.
- Allgemeines zur Art
- Lebensweise
- Eichhörnchen selbst unterstützen
kurzer Steckbrief Allgemeines zur Art
Der deutsche Artname leitet sich nicht von „Eichen“ sondern vom althochdeutschen bzw. indogermanischen „aig“ ab, das flink oder sich schnell bewegend bedeutet. Der Begriff „Hörnchen“ bezieht sich auf den charakteristischen langen und buschigen Schwanz, der an ein Horn erinnert.
Der wissenschaftliche Gattungsname „Sciurus“ bedeutet Schattenschwanz und spielt auf die Fähigkeit der Tiere an, den ganzen Körper mit dem Schwanz bedecken zu können. In Mitteleuropa kommt als heimische Art nur Sciurus vulgaris, das eurasische Eichhörnchen, vor. Weltweit sind 30 Eichhörnchenarten bekannt, von denen nur vier in Europa sowie in Vorder-, Nord- bzw. Ostasien verbreitet sind. Die meisten Eichhörnchenarten sind vom amerikanischen Kontinent bekannt. Von dort aus wurde das Grauhörnchen, Sciurus carolinensis, zunächst nach Großbritannien eingeführt, was dort bereits zu einer weitgehenden Verdrängung des eurasischen Eichhörnchens geführt hat.
Als ursprüngliche Waldbewohner sind Eichhörnchen, mit einer Körperlänge von 20-30 cm, bei einer Schwanzlänge von 15-20 cm, an das Leben in Bäumen hervorragend angepasst: Ihre fingerartigen Krallen ermöglichen es ihnen, sicher und schnell, auch kopfabwärts, zu klettern und aufgrund ihrer kräftigen Hinterbeine und ihres geringen Gewichts von 200-480 g sehr gut zu springen, wobei sie den buschigen Schwanz als Steuerruder und für die Balance einsetzen. Der Bauch des eurasischen Eichhörnchens ist stets weiß bzw. hell gefärbt, während das übrige Fell von rot über dunkelbraun bis schwarz variiert. Die Geschlechter sind nur aus der Nähe, Hoden der Männchen und Zitzen der Weibchen, zu unterscheiden. Die charakteristischen Haarpinsel an den Ohren treten wegen des saisonalen Fellwechsels im Winter deutlicher in Erscheinung.
ein Leben als Eichhörnchen Lebensweise
Als ursprüngliche Waldbewohner haben sich Eichhörnchen heute auch in Parkanlagen und Gärten angesiedelt. Sie ernähren sich weitgehend vegetarisch von Nüssen, Samen, Früchten und Pflanzenteilen sowie von Pilzen. Insekten und Vogeleier gehören in geringerem Umfang zur Nahrung, wie auch Lebensmittelreste, vor allem im Siedlungsbereich. Da Eichhörnchen nur eine Winterruhe halten, benötigen sie Nahrungsvorräte, die sie im Sommerhalbjahr vergraben. Nicht alle Verstecke werden von den Tieren wieder gefunden, so dass Eichhörnchen zur Verbreitung ihrer Nahrungspflanzen beitragen.
Bereits zu Beginn des Jahres beginnt die erste Paarungszeit der Eichhörnchen, bei der wilde Verfolgungsjagden mehrerer Männchen nach einem Weibchen zu beobachten sind. Im Sommer folgt eine zweite Paarungszeit. Eichhörnchen bauen aus Ästen und Laub kugelförmige Nester, die Kobel genannt werden und mehre Ein- und Ausgänge besitzen. Die Kobel werden zum Ruhen und Schlafen sowie zur Aufzucht des Nachwuchses genutzt. Junge Eichhörnchen kommen, zwischen und Februar und April bzw. Mai bis August nach einer Tragzeit von 36-42 Tagen blind, taub und nackt auf die Welt, messen lediglich 3-4 cm und bedürfen einer rund zehnwöchigen intensiven Fürsorge, die ausschließlich das Weibchen leistet. Der Wurf umfasst in der Regel zwei bis fünf, in seltenen Fällen bis zu acht Nachkommen. Die Jungen verlassen erst nach rund acht Wochen den Kobel und bleiben noch bis zu vier weitere Monate mit dem Muttertier zusammen. Viele Jungtiere überleben das erste Jahr nicht und Ihr Überleben korreliert stark mit dem Nahrungsangebot, der Populationsdichte sowie der Häufigkeit von Beutegreifern (insbesondere Marder, Greifvögel, Füchse, sowie im städtischen Raum auch Hauskatzen).
Eichhörnchen werden durchschnittlich drei Jahre alt und bereits im ersten Jahr geschlechtsreif. Die Weibchen benötigen ein Mindestgewicht von 300g, um paarungsbereit zu sein.
Was kann ich tun? Eichhörnchen selbst unterstützen
Das Eichhörnchen ist zwar das „Gartentier des Jahres 2026“ – die Tiere mögen aber dichte Baumbestände mit reich verzweigten Kronen, um sich über die Äste fort zu bewegen und ihre Kobel zu bauen. Im Siedlungsraum fehlen solche Strukturen häufig, so dass das Aufstellen von künstlichen Kobeln sinnvoll ist: Bauanleitung Eichhörnchenkobel
Die Kobel sollten in einer möglichst ruhigen Umgebung und in mindestens 4 m Höhe aufgehängt werden. Um sich und ihre Nachkommen zu ernähren benötigen Eichhörnchen ein ausreichendes Nahrungsangebot von Nüssen und Samen, wie z.B. Walnüsse, Haselnüsse, Zirbelnüsse, Kiefernsamen, Eicheln, Bucheckern und Maronen. Auch Wildfrüchte wie Hagebutten sowie die Früchte von Holunder, Sanddorn, Schlehe und Eberesche werden gerne genommen. Gleiches gilt für Gartenfrüchte wie Äpfel und Birnen sowie Erdbeeren, Heidelbeeren, Blaubeeren und Himbeeren.
Zur Unterstützung können zusätzlich Futterstellen eingerichtet werden, die trocken und sauber gehalten werden sollten
Findet man verletzte oder entkräftete Eichhörnchen, soll man die Tiere behutsam mit einem Tuch aufheben und in einen Karton setzen und wärmen (Wärmflasche, Kirschkernkissen oder mit warmen Wasser gefüllte PET-Flasche). Danach sollte sofort der Eichhörnchen-Notruf e.V. unter der Nummer 0700-200 200 12 oder eine Wildtierstation benachrichtigt werden.

Foto: André Kreft, 2025
Willkommen im KobelEichhörnchen-Kobel-Livestream