Biodiversität und Nachhaltigkeit am Campus Essen

Wir machen uns auf den WegLehrpfad Biodiversität & Nachhaltigkeit

Die Fakultät für Biologie und die Ehrenamtsgruppe GrüNa Campus haben gemeinsam einen Lehrpfad "Biodiversität & Nachhaltigkeit" rund um das Hörsaalzentrum S05 am Campus Essen aufgebaut. Die bisherige gebäudebegleitende, oft artenarme Begrünung wurde durch neue Strukturen ergänzt und zu ersetzt, die für Menschen, Tiere und Pflanzen einen neuen gemeinsamen Lebensraum erschließen: den Lebensraum Campus. Ziel war nicht nur die Steigerung der Biodiversität, sondern eine verbesserte Aufenthaltsqualität und Klimaresilienz. Der Einsatz heimischer Pflanzen sowie nachhaltiger Materialien und Methoden war und ist ein prägendes Merkmal der gemeinsamen Arbeit.

Auf die einzelnen Stationen weisen künstlerisch gestalte Schilder, mit einer Frage oder einem prägnanten Satz hin. QR-Codes ermöglichen den Abruf weitergehender Informationen auf dieser Webseite. Oft geben Livestreams zusammen mit einer Webseite Einblicke in das Leben heimischer Tierarten. Auf diese Weise wollen wir der (Hochschul-) Öffentlichkeit verschiedene Aspekte von Nachhaltigkeit und Biodiversität näher bringen.

Das Ankerprojekt für den Lehrpfad ist das Gartenpraktikum im Lehramt Biologie. Es richtet sich an Studierende der Masterstudiengänge Lehramt Biologie, die sich für die Entwicklung und Pflege von Schulgärten interessieren. Das Praktikum wird von der Fakultät seit 2016 im SoSe angeboten und findet seit 2024 in der neu geschaffenen Gartenarena am Campus Essen statt.

Die Stationen des Lehrpfads:

1. "Sind da Fische drin?": Der Teich vor S05

Station 1: Naturnahe Uferzonengestaltung im Teich vor S05

Wie aus einer trüben Fischsuppe ein Biotop für Amphibien, Libellen und andere wirbellose Wasserbewohner wurde, erklären wir auf dieser Seite.

Hier geht es zum Unterwasser-Livestream (in Vorbereitung) 

2. Nestflix and Chill: Unsere Vogel-Livestreams

Station 2: Unsere Vogel-Livestreams

Auf diesen Seiten stellen wir einige Vogelarten des Campus Essen vor und geben über Livestreams Einblicke in deren Nistkästen. Am Futterhaus kann man weitere Vogelarten beobachten:

Turmfalken-Nistkästen

Seit rund 20 Jahren gibt es Turmfalken-Brutpaare am Campus Essen. Der Nistkasten wurde bereits vor 1995 an der Nordwest-Seite des S05-Gebäudes installiert und seit dem Jahr 2002 ununterbrochen benutzt. Im Januar 2022 musste der Nistkasten erneuert werden und wurde bei dieser Gelegenheit mit zwei Webcams zur Live-Beobachtung ausgerüstet.

Für die Brutsaison 2027 ist ein zweiter Turmfalken-Nistkasten am Gebäude R11 geplant.

Hier geht es zum Turmfalken-Nistkasten-Livestream S05

Hier geht es zum Turmfalken-Nistkasten-Livestream R11

Mauersegler-Nistkästen

Unsere Mauersegler-Nistkastenanlage für sechs Brutpaare wurde im Frühjahr 2023 eingerichtet. Nun heißt es: "Geduld haben", denn Mauersegler brauchen in der Regel einige Jahre, um neue Nistplätze anzunehmen, sind dann aber beständige Sommergäste.

Hier geht es zum Mauersegler-Nistkasten-Livestream

Höhlenbrüter (Kohl- und Blaumeisen)

Im Herbst 2025 haben wir einen Höhlenbrüter-Nistkasten in rund 6m Höhe an einer Platane im Bereich der Gartenarena ergänzt. Das Einflugloch bietet Zugang für Kohl- und Blaumeisen, welche die häufigsten Höhelnbrüter im städtischen Umfeld sind.

Hier geht es zum Höhlenbrüter-Livestream

Futterhaus

In der Gartenarena, direkt gegenüber vom großen Insektenhotel, haben wir ein Futterhaus mit einer Foto- sowie  einer Livestream-Kamera aufgestellt. Hier lassen sich zahlreiche Vogelarten des Campus beobachten und auch unsere Eichhörnchen schauen immer mal wieder vorbei...

Hier geht es zum Futterhaus-Livestream

Halbhöhlenbrüter

an der Nordseite des Hörsaalzentrums S05, unter der Brücke vom Campus-Hauptweg, ist der Halbhöhlenbrüter-Nistkasten in eine Mauernische eingepasst.

3. Nicht wirklich ein Hotel, aber "All In": Wildbienenhotels, Hummelhaus und Kräutergarten

Station 3: Wildbienenhotels, Hummelhaus und Kräutergarten

Diese Seite berichtet von Wildbienen und Honigbienen und warum es wichtig sein kann, zumindest in unseren Gärten, Parks und auf unseren Balkonen, ins Hotelfach zu wechseln.

Hier geht es zum Wildbienenhotel-Livestream

 

4. "Die Bank in den Korallen": So sah es vorher aus

Station 4: Im Anfang war die Korallenbeere

Werft mit uns einen Blick in die Zeit vor dem Lehrpfad: so es hier vorher aus

5. "Oben im Kobel": Eichhörnchenkobel mit Livestream

Station 5: Eichhörnchenkobel mit Livestream

Ein spannender Blick in die luftigen Höhen eines Eichhörnchenkobels: Unser erster Kobel mit Livestream am Campus Essen gewährt einen Blick in eine der  "Wohnungen" der kleinen, flinken Nagetiere. Glücklicherweise fühlen sich die Eichhörnchen so wohl, dass er sofort als Wurfkobel für die Jungtiere genutzt wird (gegenüber Einzelkobeln, die nur als Rückzugsraum für Mittags- und Nachtruhe genutzt werden).

Hier geht es zum Eichhörnchenkobel-Livestream

6. Die Gartenarena: Unser grünes Klassenzimmer

Station 6: Unsere Gartenarena und das Gartenpraktikum für LA-Bio-Studierende

7. "Totes Holz, so lebendig": Unsere Totholzhochbeete

Station 7: Totholzhochbeete und Totholzhaufen und Kleinstgewässer

Warum nicht nur vitale Bäume, sondern auch Totholz eine große ökologische Bedeutung hat und warum wir es mit dem Aufräumen nicht übertreiben sollten, wollen wir auf dieser Seite erkunden.

Hier geht es zum Totholz am Lehrpfad

8. "Die Bank in den frühen Blühern": Frühblüher-Beete

Station 8: Frühblüher-Beete

9. "Das Igelhaus im Benjes-Viertel": Igelhäuser, Benjes-Hecke, Brennnessel-Flur

Station 9: Igelhäuser, Benjeshecke, Käferkeller und Brennnesselfluren

10. "Kleines Moor, großer Schatz": Unser Hochmoorbeet

Station 10: Unser Hochmoorbeet

Was macht Hochmoore zu ganz besonderen Lebensräumen und warum spielen sie eine wichtige Rolle im Klimawandel? Antworten dazu gibt es auf dieser Seite und auch einen Live-Blick in unser Hochmoorbeet könnt ihr hier erleben.

Hier geht es zum Hochmoorbeet-Livestream

11. "Wir haben euch nie einen Rosengarten versprochen...

Station 11: ...aber hier ist einer": Der Beerenhang oberhalb des Hochmoorbeets

12. Was bitte ist eine "Holunde-Rotunde"?

Station 12: Die "Holunde-Rotunde": Unser Treffpunkt und Grillplatz

13. Lautlose Nachtschwärmer und Nightclubbing

Station 13: Fledermauskasten und nächtliche Wildtierbeobachtung

14. Unser Taubenturm

Station 14: Der Stadt-Taubenturm

15. Unser Färbergarten

Station 15: Der Färbergarten und das Gewächshaus

16. Streuobstwiese

Station 16: Unsere Streuobstwiese

17. "Wo Du schon da bist...":  Gestaltung einer "Eh Da“-Fläche

Station 17: Gestaltung/Pflege „Eh Da“-Fläche

 

Sitzbank an Kleingwässern, Foto: André Kreft 2026

Konzeption des LehrpfadsLebensraum Campus

Unseren Campus als gemeinsamen Lebensraum für Menschen, Tiere und Pflanzen nachhaltig gestalten - das ist die Leitidee hinter unserem Lehrpfad. Wir teilen diesen Campus mit unzähligen Lebewesen, viele davon so klein, dass wir sie mit unseren Augen nicht sehen können. Ein großer Teil dieser Lebewesen, z.B. viele Mikroorganismen oder Pilze lassen sich nicht einmal in die erstgenannte Dreiteilung einordnen. Es soll hier auch nicht um die Welt der Pilze oder Bakterien gehen oder um die Frage zu welcher systematischen Gruppe ein Lebewesen gehört. Wir wollen Verständnis wecken für die unterschiedlichen Bedürfnisse von anderen Mitbewohnern unseres Campus und zeigen, wie mit nachhaltigen Materialien und Methoden ein Lebensraum gestaltet werden kann, der mehr Aufenthaltsqualtität für alle bietet.

Fangen wir doch mit uns Menschen gleich an, denn vermutlich können wir uns, auf einige Punkte einigen, die für uns Aufenthaltsqualität am Campus ausmachen:

  • Wir nutzen den Campus, um von einem Gebäude zum anderen zu kommen: Der Campus ist für uns eine Verkehrsfläche.
  • Bei gutem Wetter wollen wir auch unsere freie Zeit hier verbringen, z.B. die Pause zwischen den Lehrveranstaltungen, und dafür sind Sitzgelegenheiten willkommen: ein wenig Sonne (nicht zu heiß) und ein wenig Schatten (nicht zu kalt), je nach individuellem Geschmack. An warmen Tagen ein Eis oder kaltes Getränk aus der Cafete und an kälteren Tagen einen Kaffee oder Tee gehören für viele von uns dazu.
Blütenpracht: Orientalischer Mohn (Papavaer orientalis), Foto: André Kreft 2026

Und wie sieht das mit den Pflanzen und Tieren am Campus aus?

Pflanzen benötigen an ihrem Standort ein für sie passendes Angebot an Licht, Wasser und Nährstoffen sowie ein geeignetes Substrat, um wachsen zu können. Sie sind der Schlüssel für die Energie- und Sauerstoffversorgung fast aller Lebewesen auf unserem Planeten, da sie die Energie des Sonnenlichtes nutzen, um aus einfachen anorganischen Bestandteilen, in erster Linie  Kohlenstoffdioxid und Wasser, komplexe Moleküle zu bauen: energiereiche Kohlenhydrate, wie z.B. Traubenzucker bzw. Glucose. Als Nebenprodukt wird Sauerstoff in die Atmosphäre abgeben. Diesen Vorgang nennt man Photosynthese. Mit Hilfe der in den Kohlenhydraten gespeicherten Energie entstehen alle komplexeren Verbindungen, aus denen Lebewesen, also auch wir, bestehen. 

Daher gehören eigentlich die Pflanzen an den Anfang dieser Betrachtung: Ohne Pflanzen, mit wenigen Ausnahmen, gibt es kein Leben. Darüber hinaus produzieren sie Früchte, wie z.B. unsere Johannisbeeren, spenden Schatten und verdunsten viel Wasser und kühlen so die Luft. Ihre Blüten ernähren über Pollen und Nektar unzählige Insektenarten: Unser erster Blick, um die Aufenthaltsqualität zu steigern oder, um es zugespitzt auszudrücken, einen Aufenthalt erst möglich zu machen, sollte sich also auf die Pflanzenwelt richten.

Junges Eichhörnchen im Kobel, Foto: Kobe-Livestream-Kamera

Tiere sind nicht, wie (die meisten) Pflanzen, an einen Standort gebunden, sondern können je nach Art, größere Entfernungen überwinden, um einen geeigneten Lebensraum zu finden. Ob Arten am Campus vorkommen, hängt also davon ab, ob sie ausreichend Möglichkeiten finden, sich zu ernähren, Schutz vor Wetter und Fressfeinden zu finden und sich erfolgreich fortzupflanzen. Wenn diese Bedingungen erfüllt sind, gibt es gute Chancen, das Tiere unseren Campus als Lebensraum annehmen.

Anders als bei uns Menschen, ist der Campus für Pflanzen und Tieren also ein Raum, der das Überleben ermöglichen muss, um tatsächlich als Lebensraum gelten zu können. An unserem Lehrpfad wollen wir Beispiele geben wie ein solcher gemeinsamer Lebensraum mit nachhaltigen Materialien und Methoden gestaltet werden kann.

Wir wünschen allen Besucher:innen einen schönen Aufenthalt am Lehrpfad und bitten Euch, den Lebensraum bewusst mit allen anderen Lebewesen dort zu teilen und Rücksicht auf die Pflanzen- und Tierwelt zu nehmen.