Wissensnacht Ruhr 2016

Medizin im Fokus

Wissensnacht Ruhr im Lehr- und Lernzentrum der Medizinischen Fakultät

Hier steht die moderne Medizin im Mittelpunkt: Wer sich schon immer gefragt hat, wie angehende Mediziner Ernstfälle proben, wie der menschliche Körper funktioniert und woran Mediziner forschen, sollte am 30. September 2016 von 16 - 22 Uhr unbedingt ins Lehr- und Lernzentrum der Medizinischen Fakultät am Universitätsklinikum Essen kommen.

Besucherinnen und Besucher erhalten spannende Einblicke in moderne Simulations-Möglichkeiten, erleben medizinische Forschung zum Anfassen, können sich Vorträge anhören und im Wissenschaftscafé mit den Expertinnen und Experten der verschiedenen Fachgebiete ins Gespräch kommen. Auch für Kinder gibt es tolle Angebote – angefangen bei Wunden-Schminken, über (Kunst)Blut-Abnehmen an Simulatoren bis hin zu Workshops zum Thema Pubertät.

Anschrift: Virchowstraße 163 a, 45147 Essen - am unteren Ende des Uniklinikums Essen (Wegbeschreibung)

Es gibt während der Wissensnacht Ruhr alle halbe Stunde einen kostenlosen Bus-Shuttle zwischen dem Haus der Technik in Essen und dem Lehr- und Lernzentrum am Uniklinikum!

Unser Programm im Überblick

Medizinstudium kompakt, Mitmachstationen (mit Anmeldung)

Bereits seit 2005 verfügt die Medizinische Fakultät über ein eigenes „SkillsLab“. Denn im Klinikalltag können Medizin-Studierende bestimmte Fertigkeiten nicht oder nur unregelmäßig einüben. Das SkillsLab bietet Übungssituationen auf hohem Niveau standardisiert an.

Das Team des SkillsLab bietet mit dem Parcours „Medizinstudium kompakt“ einen spannenden Schnelldurchlauf durch verschiedene praktische Übungen. Dabei legen die Besucherinnen und Besucher unter Anleitung selber Hand an die Modelle des SkillsLab.

Unsere Stationen sind:

•             Wiederbelebung: Crashkurs Lebensretter - Reanimation für Einsteiger

•             Fit für den OP: OP-Knigge - Was bedeutet steril?

•             Blutentnahme: Dracula im Krankenhaus - Blutentnahme am Gummiarm

•             Nähen und Knoten: Tupfer bitte! - Chirurgie für Einsteiger

Dauer rund 1,5 Stunden, eine Anmeldung ist erforderlich.

Einsatz modernster Technik im Medizinstudium: Die SimArena (16 - 22 Uhr)

Studierende lernen an der Medizinischen Fakultät unter besonders realistischen Bedingungen. Die „SimArena“ macht eine ganz besonders authentische Lernerfahrung möglich. Mittels einer 270°-Projektion werden hier auf gut 20 qm realitätsnahe Einsatzszenarien für Ärzte unter Echtzeitbedingungen simuliert. Ein Fahrradunfall auf einer stark befahrenen Kreuzung kann ebenso nachgestellt werden wie die Erstversorgung eines Arbeitsunfalls eines Waldarbeiters.

Diese Station ist zum Schauen.

Simulations-Patienten-Programm - Mitmachaktion: Wunden Schminken für Kinder (mit Anmeldung)

Seit zehn Jahren setzt die Medizinische Fakultät Simulations-Patienten für die Ausbildung der Studierenden ein. Mit ihrer Hilfe lernen die angehenden Ärztinnen und Ärzte, die richtigen Fragen zu stellen und den richtigen Ton im Umgang mit ihren Patienten zu treffen. Die Simulations-Patienten stellen die verschiedenen Krankheitsbilder so authentisch und glaubhaft dar, dass man sie kaum von einem echten Patienten unterscheiden kann. Wie das geht, könnt Ihr am eigenen Leibe erfahren:

„Wunden-Schminken“  - nach dem Vorbild des Kinderschminkens schminken die Profis unseres Simulations-Patienten-Programms absolut echt aussehende Wunden. Mit ernstem Hintergrund. Denn im Studierendenunterricht müssen die Simulations-Patienten so echt wie möglich wirken.

Eine Anmeldung ist erforderlich.

Simulations-Patienten-Programm- Mitmachaktion: Wie fühlt sich starkes Übergewicht an? (mit Anmeldung)

Immer mehr Deutsche, etwa 16 %, sind stark übergewichtig: Dies stellt die ärztliche Betreuung vor neue Herausforderungen. Damit Ärztinnen und Ärzte von morgen den richtigen Umgang mit dieser Patientengruppe lernen, setzt die Medizinische Fakultät spezielle Simulatoren ein: Über den Einsatz von Adipositas-Anzügen erfahren die Studierenden, welche Einschränkungen starkes Übergewicht mit sich bringen kann. Die Anzüge bestehen aus zwei Teilen: Direkt am Körper werden rund 20 Kilogramm Gewicht angebracht. Darüber kommt dann ein Anzug aus Schaumstoff, welcher die Silhouette eines Menschen mit einem BMI von etwa 40 nachbildet. Die dritte und letzte Schicht besteht aus ganz normaler Kleidung.

Besucherinnen und Besucher haben die Möglichkeit, die Adipositas-Simulatoren selber an- und auszuprobieren.

Eine Anmeldung ist erforderlich.

Familienmedizin zum Anfassen (16 - 22 Uhr)

Unser Team aus der Allgemeinmedizin stellt Ihnen das Thema Familienmedizin vor. Besucherinnen und Besucher erfahren Wissenswertes über verschiedenen Erkrankungen und Untersuchungstechniken und können diese an unseren Modellen unter Anleitung selber ausprobieren: An vier Stationen gibt es Mitmachaktionen für Frauen, Männer und Kinder.

Zum Einsatz kommen verschiedene echte Lehrmodelle aus dem Medizinstudium:

Am Prostata-Modell wird die Vorsorgeuntersuchung erläutert, mit dem Ultraschall-Gerät untersuchen Sie ein Modell, wir zeigen Ihnen die Selbstuntersuchung der Brust und mit dem Stethoskop können Sie am Modell ausprobieren, wie die Herz-und Lungenauskultation funktioniert, besser bekannt als „Abhorchen“.

Die ärztliche Leitung und Betreuung übernehmen die erfahrenen Ärztinnen des Instituts für Allgemeinmedizin.

3D-Druck zur Planung von Operationen  im Hals—Nasen- und Ohrenbereich (16 - 17 Uhr)

3D-Druck ist für viele eine Spielerei. Die neue Technik lässt sich aber auch in der modernen Medizin zur Vorbereitung komplexer Operationen einsetzen.

Die HNO-Klinik am Universitätsklinikum Essen hat sich auf Cochlea Implantate spezialisiert. Mit ihrer Hilfe können gehörlose Menschen unter bestimmten Voraussetzungen ihr Hörvermögen zurückgewinnen. Hier kommt der 3D-Druck erfolgreich zum Einsatz.

Unser 3D-Drtuckexperte Dr. Adrian Ringelstein und die HNO-Spezialistin Dr. Diana Arweiler-Harbeck stellen Ihnen die Technik und ihre ganz konkrete klinische Anwendung vor.

Selbstverständlich gibt es Modelle zum in der Hand nehmen und man kann einem 3D-Drucker beim Drucken zuschauen: In der Wissensnacht entsteht im Beisein unserer Besucherinnen und Besucher eine Lendenwirbelsäule.

Die Hormondetektive - Wenn Kinder zuckerkrank sind (17 - 18 Uhr)

Auch Kinder und Jugendliche können schon an Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) erkranken. Warum das passiert, wie sich das äußert, und worauf in der Behandlung und Alltag zu achten ist wird in diesem Workshop besprochen…. Natürlich haben Sie die Möglichkeit, mit den anwesenden Expertinnen ins Gespräch zu kommen und Ihre ganz persönlichen Fragen zu stellen.

Die Hormondetektive - Warum die Mädchen plötzlich den Jungs davonwachsen, und andere Geheimnisse der Pubertät (18.30 - 19.30 Uhr)

Die Pubertät ist für alle da, und verschont keinen von uns. So verschieden die Menschen sind, so verschieden verläuft auch die Pubertät. Was alles normal und gar nicht selten ist, wird in diesem Workshop besprochen. Und wann es doch einen Grund gibt zum Arzt zu gehen.

Das interessiert ganz bestimmt nicht nur Kinder und Jugendliche, sondern ganz sicher auch Eltern, Großeltern und alle, die sie in dieser aufregenden Zeit begleiten.

Die Prostata – alle kennen Sie - doch niemand hat sie wirklich gesehen (20 - 21 Uhr)

Hier haben Sie die einmalige Möglichkeit, die Prostata als zwei mal fünf Meter großes begehbares Modell kennen zu lernen. Wir stellen Ihnen den anatomischen Aufbau und die Funktion der Prostata vor und geben einen Überblick über mögliche Erkrankungen - wie die häufig vorkommende gutartige Prostata-Vergrößerung mit Blasenentleerungsstörungen, oder die Entwicklung von Prostatakrebs.

Im Vortrag geben unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Ihnen auch einen Überblick über aktuelle Therapieoptionen und unsere Forschung im Zusammenhang mit Prostata-Tumoren. Zudem haben Sie natürlich Gelegenheit, Fragen an die Vortragenden zu stellen und das begehbare Prostata-Modell zu erkunden.

Normale Kopfschmerzen gibt es nicht! (21 - 22 Uhr)

Kopfschmerzen gehören zu den häufigsten Symptomen, mit denen sich Patienten beim Arzt oder in der Notaufnahme vorstellen. Viele glauben, dass es normal ist, in regelmäßigen Abständen unter Kopfschmerzen zu leiden und dass es keine Therapien gibt. Wenn einen die Kopfschmerzen stören oder den Alltag wesentlich beeinflussen, ist es aber sinnvoll, die Ursache der Kopfschmerzen herauszufinden und sich über Behandlungsoptionen zu informieren.

Für die meisten Kopfschmerzarten gibt es gute therapeutische Möglichkeiten, die aus medikamentösen aber auch nicht-medikamentösen Ansätzen bestehen. Oftmals helfen bereits kleinere Änderungen im Alltag, um die Kopfschmerzen und damit auch die Lebensqualität maßgeblich zu verbessern. Hierüber informieren Sie unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

Hormone - die Kleinsten sind ganz groß! (16 - 16.45 Uhr)

Hormone sind die Dirigenten unseres Lebens und bestimmen, ob wir klein bleiben oder groß werden, uns wach oder müde fühlen, Hunger haben oder satt sind, ob Blutdruck, Herz und Niere funktionieren und vieles, vieles mehr! Doch, wo entstehen eigentlich Hormone und wie wirken sie im Körper?

Dieser spannende Vortrag gibt Ihnen einen Überblick über dieses Thema und ist speziell auf Kinder und Jugendliche, aber natürlich auch für ihre Eltern zugeschnitten. Und natürlich haben die Besucherinnen und Besucher auch die Möglichkeit, Fragen an unsere Expertin zu stellen und auch im Anschluss mit ihr ins Gespräch zu kommen.

Zu früh geboren – wie kleine Kinder groß und stark werden 17 - 17.45 Uhr)

Jedes 10. Kind wird zu früh, also vor Vollendung der normalen Schwangerschaft, geboren. Diese Mädchen und Jungen sind meist sehr klein, ihr Gewicht liegt manchmal sogar unterhalb von 500 g! In dem Vortrag erfahren Sie, wie diese kleinsten Patienten trotzdem überleben und langsam groß und lebensfähig werden.

Dabei gibt es neben spannenden Informationen auch viel zu sehen. Unter anderem können Besucherinnen und Besucher einen Blick in einen echten Inkubator werfen, in dem die winzigen Neugeborenen bei uns Ihre ersten Lebens-Wochen und Monate verbringen.

Herz ist Trumpf – wie man den wichtigsten Muskel des Körpers schützt und wie man mit einem kranken Herzen lebt (18 - 18.45 Uhr)

Das Herz ist die zentrale „Pumpe“ des Menschen und versorgt den gesamten Körper mit Blut. Leider treten Erkrankungen des Herzens wie beispielsweise der Herzinfarkt in unserer Gesellschaft häufig auf.

In kompakten Vorträgen möchten wir Ihnen ausgewählte Erkrankungen des Herzens vorstellen, aber auch erörtern, was eine Herzerkrankung für den Alltag der Betroffenen bedeutet und wie sich auch mit einem kranken Herzen ein erfülltes Leben führen lässt.

Zwischen den Vorträgen planen wir ausreichend Zeit für Fragen und Anmerkungen ein und freuen uns auf die Diskussion mit Ihnen.

Wie man einem Schlaganfall vorbeugt und was im Falle eines Schlages zu tun ist (19 - 19.45 Uhr)

Jährlich erleiden hierzulande etwa 260.000 Menschen einen Schlaganfall. Oft mit fatalen Folgen: Der Schlaganfall ist die dritthäufigste Todesursache in Deutschland.

Ist man betroffen, kommt es auf eine schnelle Behandlung an. Wir stellen Ihnen aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse vor, wie Sie einen „Schlag“ erkennen können und was dann wie schnell zu tun ist.

Aber es muss nicht so weit kommen. Eine große Rolle spielen unter anderem Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Blutzuckererkrankung, Fettstoffwechselstörung, Tabakkonsum und Übergewicht. Wie Sie durch eine gesundheitsbewusste Lebensführung, ausgewogene Ernährung und regelmäßige körperliche Aktivität dazu beitragen können, sich vor einem Schlaganfall zu schützen, erläutern Ihnen unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

Hautkrebsprävention und Hautkrebsscreening (16 - 22 Uhr)

Der schwarze Hautkrebs (malignes Melanom) ist die gefährlichste Form des Hautkrebses. Jährlich werden weltweit über 220.000 neue Fälle identifiziert, mit steigender Tendenz. Der weniger aggressive weiße Hautkrebs ist noch weiter verbreitet. Je früher die Diagnose gestellt wird, desto größer ist die Chance einer vollständigen Heilung

Die Expertinnen und Experten des Hauttumorzentrums Essen informieren Sie über aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zum Thema Prävention und bieten Ihnen in unserer Haut-Sprechstunde ein Hautkrebs-Screening an.

Orthopädie und Unfallchirurgie – Was passiert im OP und wie kommen Unfallopfer da eigentlich hin? (16 - 22 Uhr)

Besuchen Sie einen (nachgebauten) OP! Neben dem OP-Tisch erwarten Sie verschiedene Behandlungsecken zum Ausprobieren: Sie „operieren“ einen Knochen und wir zeigen Ihnen orthopädische und unfallchirurgische Implantate wie Schrauben, Platten und künstliche Gelenke. Unsere Ärzte, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler informieren über die Versorgung Schwerstverletzter im Schockraum, erklären Röntgenbilder von Erkrankungen und Verletzungen von Extremitäten, Becken und Wirbelsäule und stehen für Ihre Fragen bereit.

Natürlich dürfen Verbände und Schienen nicht fehlen. Verbunden werden sowohl mitgebrachte Teddys und Puppen, als auch – auf Wunsch – unsere großen und kleinen Besucherinnen und Besucher. Darüber hinaus können Sie auch einen echten Rettungswagen der Essener Feuerwehr besichtigen.

Und im Haus der Technik erwarten Sie faszinierende Bilder:

Von Mikro zu Makro: mikroskopische Reise von DNA-Molekülen zu ganzen Organen (16 - 22 Uhr)

Für das bloße Auge bleiben viele biologische Strukturen unsichtbar, weil sie zu klein sind oder sich in undurchsichtigem Gewebe verbergen. Wir zeigen die Schönheit von DNA-Molekülen und das Innenleben von ganzen Organen in feinster Auflösung auf großformatigen Bild-Tafeln, die aus unseren wissenschaftlichen Arbeiten mit verschiedensten Mikroskopen hervorgegangen sind.

Sie können sich von der Ästhetik der belebten Natur einfangen lassen. Bei Bedarf stehen aber auch unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bereit, die Ihnen erklären, wie die Bilder entstanden sind und was sie darstellen.

So wird daraus, je nach Lust und Laune, eine Vernissage oder ein Ausflug zu neuem Wissen.