HSU-Netzwerk: Eltern

Mehrsprachige Erziehung

Datenbank zum gezielten Suchen nach mehrsprachigen Büchern

Diese Datenbank hilft Ihnen bei der Suche nach geeignetem Lesestoff für Ihre mehrsprachigen Kinder. Hier finden Sie Bücher in den häufigsten Migrantensprachen sowie zwei- und mehrsprachige Bücher. Sie können die Bücher nach Sprache, Inhalt und Alterseignung auswählen und suchen. Sie haben auch die Möglichkeit, diese Bücher zu kommentieren, einen Buchtipp auszudrucken oder selbst ein Buch zu empfehlen.


Blogs

 

  • Multilingual Living ist ein Blog, welcher sich mit mehrsprachiger Erziehung, besonders in der Familie, beschäftigt. Die Artikel sind auf Englisch.
  • Multilingual Parenting ist ein Blog, der sich mit mehrsprachiger Erziehung auseinandersetzt. Es finden sich viele Tipps, wie Sie Ihre Kinder mehrsprachig erziehen können. Der Blog ist in englischer Sprache verfasst.


Mehrsprachige Kinderbücher

Die Familie spielt eine wichtige Rolle beim Spracherwerb. Grundlegende Fähigkeiten für den Schrifterwerb werden bereits früh in der Famlie gelegt. Das Vorlesen und auch das Sprechen über das Gelesene sind dabei förderliche Praktiken. Für den mehrsprachigen Schrifterwerb sollten Kinder mit beiden Sprachen in Berührung kommen. Anbei finden Sie ein paar Vorschläge für mehrsprachige Kinderbücher:

  • Das Buch Kinderverse in über 50 Sprachen von Silvia Hüsler enthält eine breite Palette von landestypischen Kinderversen in der Originalsprache, in Lautschrift und der deutschen Übersetzung. Eine dazugehörige CD bringt die Verse zum Klingen.
  • PAPPERLAPAPP ist eine zweisprachige Zeitschriftenreihe für Kinder ab fünf Jahren, die vier Mal im Jahr erscheint. Die Hefte sind jeweils in Deutsch und in einer Migrationssprache, die in Österreich und Deutschland häufig vertreten ist, verfasst. In einem Youtube-Video erfahren Sie mehr über PAPPERLAPAPP und Kinder erzählen, was ihnen an den Heften gefällt.
  • Ingrid Prandstetter aus Österreich veröffentlicht bilinguale Bilderbücher, die in bis zu 25 verschiedenen Sprachkombinationen erhältlich sind. Bisher sind die Bücher, "Die drei Schmetterlinge" und "Der Fisch mit dem goldenen Bart", erschienen. Auf Ihrer Website Wort & Laut Detektive sind neben den Bilderbüchern auch weitere Lernmaterialien, die an die Bücher anknüpfen, erhältlich.
  • Amiguitos - Sprachen für Kinder ist ein unabhängiger Verlag für ein- und mehrsprachige Bücher, pädagogische Materialien und Sprachlernspiele.
  • Die "Edition bi:libri" verlegt ausschließlich mehrsprachige erzählende Bilderbücher.
  • Beim ANADOLU Junior Verlag gibt es mehrsprachige Kinderbücher, Schulbücher, Spiele, Poster, Mitmachhefte, Hörbücher und und und.
  • Die Sprachförderinitiative BiSS (Bildung durch Sprache und Schrift) hat eine Liste von Kinderbüchern erstellt, die von Pädagog*innen aus ihren Projekten zur Leseförderung empfohlen werden. Hierbei handelt es sich um deutschsprachige Kinderbücher.

Info-Flyerreihe »So geht Mehrsprachigkeit«

Die BIVEM-Flyerreihe wurde auf Initiative des BIVEM-Verbunds ins Leben gerufen und dient der Information von pädagogischen Fachkräften, Eltern mehrsprachiger Kinder und anderen Interessierten. Ziel ist es, kurz und informativ unterschiedliche Themen unter der Überschrift »So geht Mehrsprachigkeit« zu beleuchten. Die Flyer sind bereits in mehreren Sprachen erschienen (z. Z. Deutsch, Russisch, Türkisch, Englisch, Arabisch). Zukünftig sind noch weitere Flyer mit neuen Themenschwerpunkten sowie weitere Übersetzungen geplant.

weitere Informationen

Mehrsprachiges Vorlesen

Die Broschüre "Vorleseangebote mehrsprachig gestalten" des Verbands binationaler Familien und Partnerschaften gibt Ihnen Tipps, wie Sie mehrsprachiges Vorlesen für Ihre Kinder ansprechend gestalten können. 

Herkunftssprachlicher Unterricht

Sich mit Familie, Verwandten und Freunden unterhalten können, spannende Bücher lesen oder Filme in verschiedenen Sprachen schauen, neue Länder und Kulturen erkunden, wichtige Kenntnisse für die spätere Studiums- und Berufswahl erlangen…es gibt viele Gründe, andere Sprachen neben dem Deutschen zu pflegen.

Kinder, die in Deutschland aufwachsen und neben dem Deutschen noch (eine) andere Sprache(n) in der Familie sprechen, haben die Chance, diese Sprachkenntnisse zu nutzen und auszubauen. Sprachunterricht kann hierzu einen entscheidenden Beitrag leisten, da er den Erwerb der Schrift und des Fachvokabulars unterstützt. Damit trägt er einen entscheidenden Teil zur Mehrsprachigkeitsentwicklung von Kindern und Jugendlichen bei. Auf dieser Seite möchten wir über die Möglichkeiten von so genannten herkunftssprachlichem Unterricht informieren.
Dabei ist…

…die Herkunftssprache die Sprache, die durch Migration aus den Herkunftsländern mitgebracht und u.a. in der Familie gesprochen wird.

…der herkunftssprachliche Unterricht (HSU) die systematische Vermittlung dieser Sprache.

Folgende Gründe sprechen für Unterricht in den Herkunftssprachen

  • Bessere Sprachkenntnisse ermöglichen bessere Kommunikation mit Familie und Freunden sowie bessere berufliche Chancen (z.B. Studieren oder Arbeiten in anderen Ländern oder Kommunikation mit Kunden und Geschäftspartnern).
  • Durch den Unterricht lernen Kinder lesen und schreiben und sind dadurch in der Lage, Bücher in der Herkunftssprache zu lesen sowie Texte zu schreiben.
  • Während in Familien oft über alltagssprachliche Themen gesprochen wird, bietet der Unterricht die Möglichkeit, den Wortschatz im Bereich der Bildungssprache oder Fachsprache weiter zu entwickeln.
  • Neben der Sprache lernen Kinder in herkunftssprachlichem Unterricht auch etwas über die Kultur, Geschichte, Sitten und Bräuche des Herkunftslandes.

Was denken Eltern über Herkunftssprachlichen Unterricht (HSU)?

In einer Studie der Universität Hamburg wurden über 3000 mehrsprachige Eltern aus Hamburg zu ihren Einstellungen zum HSU gefragt. Es wurde deutlich, dass der Besuch eine individuelle Entscheidung ist, die in jeder Familie selber getroffen werden muss. Die Mehrheit der Eltern jedoch wünscht sich HSU für ihre Kinder und auch, dass dieser an der deutschen Schule stattfindet und nicht an außerschulischen Orten (wie z.B. dem Konsulat oder Verein).

Die Eltern wurden auch nach den Gründen für eine Teilnahme am HSU gefragt:

  • Am wichtigsten ist den Eltern (84,5 %), dass ihre Kinder in der Herkunftssprache Lesen und Schreiben lernen.
  • Die befragten Eltern denken außerdem, dass der HSU ihren Kindern bei der gesellschaftlichen Integration helfen würde, z.B. um ihren Platz in der Gesellschaft zu finden und um zu lernen, andere Kulturen zu akzeptieren und ihre eigene Identität zu finden.
  • Wichtig ist für viele Eltern weiterhin, dass der Unterricht für die Kinder die Möglichkeit eröffnet, etwas über ihre Herkunftsländer zu lernen und die eigene Abstammung nicht zu vergessen.
  • Schließlich betonen die Eltern auch die Wichtigkeit, dass Kinder mehrere Sprachen sprechen sollten.

12 % bis 16 % der Eltern sind an herkunftssprachlichem Unterricht nicht interessiert. Die Gründe dafür sind:

  • Es sei wichtiger, die deutsche Sprache oder die klassischen Schulfremdsprachen (z.B. Französisch, Spanisch) zu lernen.
  • der zusätzliche Unterricht ist zu anstrengend für die Kinder oder die Kinder möchten nicht an diesem Unterricht teilnehmen.

Was können Sie tun, wenn Sie an herkunftssprachlichem Unterricht für ihr Kind interessiert sind?

  • Unterricht in Herkunftssprachen wird in Deutschland durch verschiedene Anbieter angeboten (z.B. Konsulate, private Vereine oder die deutsche Schule). Auch gibt es die Möglichkeit, eine der wenigen bilingualen Schulen zu besuchen, wo in zwei Sprachen (Deutsch und einer weiteren Sprache) unterrichtet wird. Je nach Anbieter unterscheiden sich die Ausbildung der Lehrkräfte und die Inhalte des Unterrichts.
  • Informieren Sie sich über das Sprachangebot an der Schule ihres Kindes: Welche Sprachen werden als zweite oder dritte Fremdsprache angeboten? In wenigen Ausnahmen gibt es hier die Möglichkeit z.B. Russisch, Polnisch oder Türkisch zu wählen.
  • Gibt es herkunftssprachlichen Unterricht an der Schule ihres Kindes und wenn ja, für welche Sprachen?
  • Gibt es ein Angebot an den umliegenden Schulen, an denen ihr Kind teilnehmen könnte?
  • Sollte es bislang kein Angebot geben, gibt es in einigen Bundesländern die Möglichkeit neue Kurse einzurichten. Dazu bedarf es einer Mindestanzahl an SchülerInnen und dem Vorhandensein einer Lehrkraft. Sprechen Sie mit dem/der SchulleiterIn über die Möglichkeit einen neuen Kurs einzurichten.

 

Sprechen Sie mit ihrem Kind über die Sprachen, die es lernen möchte, und beziehen Sie dabei die Gründe für die Entwicklung der Herkunftssprache mit ein. Bedenken Sie, dass die Entwicklung der Herkunftssprache dem Lernen von Fremdsprachen oder auch dem Deutschen nicht entgegen steht. Im Gegenteil, durch die Ausbildung von Sprachbewusstheit (Wissen über Sprachen) kann das Sprachenlernen unterstützt werden.

ProDaZ ist angesiedelt am Institut für Deutsch als Zweit- und Fremdsprache und wird gefördert von der Stiftung Mercator