AG - Gesellschaftliche, institutionelle und individuelle Mehrsprachigkeitsforschung

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In der Arbeitsgruppe wird zu verschiedenen Aspekten der Mehrsprachigkeit geforscht.

Im Mittelpunkt stehen dabei gesellschaftliche, institutionelle und individuelle Aspekte,
u. a. mehrsprachiger Spracherwerb und Spracherhalt, Beschulung in Herkunftssprachen
sowie Professionalisierung für sprachliche Vielfalt (auch im Kontext von Inklusion).

Diese werden in den jeweiligen Projekten entweder einzeln oder gebündelt betrachtet.

 

Sprachenpolitik

Das Arbeitsfeld „Sprachenpolitik“ widmet sich der Untersuchung von Aktivitäten und Maßnahmen zur Beeinflussung von Sprache(n) vor allem auf gesellschaftlicher und institutioneller Ebene. Dabei werden sowohl Aspekte der Sprachplanung und der Sprachförderung im Kontext von Mehrsprachigkeit analysiert, die Unterrichts- und Erwerbsszenarien betreffen als auch Maßnahmen bezogen auf Sprachstatus und -prestige. Ansätze stellen dabei unter anderem die textbasierte Forschung wie die Dokumentenanalyse dar, sowie die Untersuchung von Verhalten und Einstellungen unterschiedlicher sprachpolitischer Akteur*innen.

Ansprechpartnerin: Marlene David marlene.david@uni-due.de

LaMaAG

Language Maintenance and Agency (Leitung K.F. Cantone, UDE & Marco Triulzi, LMU)

Ziel des Projekts ist es, mehrsprachige Kinder und Jugendliche zu ihren Positionierung gegenüber

a) den selbst erlebten, familiär-erworbenen Sprachen,

b) den an Schule im Kontext einer mehrsprachigen Gesellschaft hörbaren und nicht-hörbaren, sichtbaren und unsichtbaren Sprachen, und

c) der Sprachwahl an Schulen im Kontext von (Fremd-)Sprachenunterricht zu untersuchen.

LaMaAg will unter Einbezug des Konzepts von Agency (vgl. Portante 2011, Farrenberg & Schulz 2024) und unter Berücksichtigung sprach- und bildungspolitischer Aspekte (Cantone 2020) die Perspektiven von Kindern und Heranwachsenden auf Sprachen an Schulen in den Fokus nehmen (Triulzi 2023) und hofft, damit zusätzliche Sichtweisen zum (ungleichen) institutionellen Umgang mit Mehrsprachigkeit aufzudecken. Übergeordneter Kontext ist die Forschung zum Erhalt von Heritage-Sprachen, der zwar innerhalb von Bezugspersonen in der Familien initiiert werden muss, jedoch von externen Variablen wie gesellschaftliche Entwicklungen und institutionelle Bedingungen (Angebot an Sprachunterricht, Umgang mit Mehrsprachigkeit im schulischen Alltag, Diskriminierung mitgebrachter sprachlicher Ressourcen) beeinflusst wird.

Ansprechperson: Prof. Dr. Katja Cantone-Altintas
 

Sprachgebrauch und Spracherhalt

Input, Sprachgebrauch und –erhalt verschiedener Minderheitensprachen (seit 2012)
Die qualitative Longitudinalstudie begleitet Familien mit den Sprachkombinationen Deutsch/ Türkisch, Deutsch/ Italienisch/ Türkisch, Deutsch/ Italienisch sowie Deutsch/ Portugiesisch/ Aramäisch. Forschungsfragen sind u.a.: Welche Sprachwahl weisen Eltern auf, die selbst bilingual aufgewachsen sind? Welche extralinguistischen Bedingungen beeinflussen den Spracherhalt? Darüber hinaus wurden kürzlich erste Interviews mit den heranwachsenden Kindern (10-11 Jahre alt) durchgeführt.

Ansprechperson: Prof. Dr. Katja Cantone-Altintas
 

Professionalisierung für sprachliche Vielfalt

In Zusammenhang mit der Einrichtung eines neuen Teilstudiengangs in NRW, der zukünftige Grundschullehrkräfte dazu befähigen wird, Herkunftssprachenunterricht (HSU) geben zu können, wird in dem Projekt der Frage nachgegangen, wer sich potenziell für diese Spezialisierung interessiert. In einer Fragebogenerhebung mit Grundschullehramtsstudierenden wird herausgearbeitet, welche Gründe aus Studierendensicht für oder gegen die Professionalisierung als Lehrkraft, die im HSU tätig ist, sprechen. U.a. wird nach der eigenen Sprachbiografie, nach persönlichen Erfahrungen mit Sprachen (bspw. Auslandsaufenthalten), nach schulischer Sprachvermittlung, nach Sprachfertigkeiten und nach Einstellungen gefragt. Im Projekt werden folgende Fragen beleuchten: Lässt sich die angenommene Typisierung abbilden? Welche Faktoren und Motivationsgründe werden aufgeführt? Welche Sprachen würden die Studierenden gegebenenfalls in den Sprachkursen wählen? Welche Ableitungen lassen sich für eine Öffnung des „HSU“ formulieren?

Ansprechpersonen: Dr. Laura Di Venanzio und Prof. Dr. Katja Cantone-Altintas

Mehrsprachigkeit im Studium

Ein Team der AG befasst sich mit der Beforschung des neuen Teilstudiengangs DSSZ/HSU. In einer ersten Befragung mit Grundschullehramtsstudierenden wurde herausgearbeitet, welche Gründe aus Studierendensicht für oder gegen die Professionalisierung als Lehrkraft, die im HSU tätig ist, sprechen (Cantone, Di Venanzio, Gürsoy eing.). Jetzt werden die Kohorten u.a. zu ihren Studiengründen befragt. Außerdem wird das Studienangebot per se untersucht (Cantone, Gürsoy, Di Venanzio).

Team MiS: Dr. Laura Di Venanzio, Dr. Erkan Gürsoy, Dr. Dorota Okońska und Prof. Dr. Katja F. Cantone