Informationen zum Forschungsprojekt
Deutsches Institut für Interdisziplinäre Sozialpolitikforschung (DIFIS) –
Zweite Förderphase
Hintergrund
Das Deutsche Institut für Interdisziplinäre Sozialpolitikforschung (DIFIS) startete am 1. Mai 2026 in seine zweite Förderphase. Die neue Förderung durch das BMAS erstreckt sich bis zum 31. Dezember 2029. Aufbauend auf den in der ersten Förderperiode von Mai 2021 bis April 2026 geschaffenen Grundlagen bearbeitet das DIFIS ein neues Forschungsprogramm in vier Forschungsfeldern, konsolidiert bewährte Instrumente für die wissenschaftliche Vernetzung und die Zusammenarbeit mit Politik und Praxis und entwickelt damit die interdisziplinäre Sozialpolitikforschung im Hinblick auf zukünftige gesellschaftliche Herausforderungen strategisch weiter.
Ziele
Das DIFIS verfolgt die übergeordneten Ziele, die sozialpolitische Forschungslandschaft in Deutschland zu stärken, sie insbesondere durch interdisziplinäre Vernetzung und neue Forschungsimpulse weiterzuentwickeln sowie ihre Ergebnisse sichtbar und für Politik und Praxis nutzbar zu machen. Dafür steht der Claim „Vernetzen – Forschen – Beraten“, der die Arbeit des DIFIS strukturiert. In der zweiten Förderphase wird das DIFIS sich dabei durch stärkere Präsenz in der Öffentlichkeit als zentrale Plattform etablieren, die Impulse für die Weiterentwicklung der Sozialpolitikforschung, aber auch der Sozialpolitik erarbeitet.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt in der neuen Förderphase auf der prospektiven Sozialpolitikforschung. Ziel ist es, frühzeitig relevante Entwicklungen zu identifizieren und wissenschaftlich fundierte Orientierungen für Politik und Praxis zu erarbeiten. Inhaltlich konzentriert sich das DIFIS auf zentrale gesellschaftliche Transformationsprozesse wie den demografischen Wandel, Migration, Digitalisierung und den Klimawandel. Für die zweite Förderphase des DIFIS wurden die ursprünglich sechs Forschungsfelder in vier Forschungsfelder überführt, inhaltlich neu konturiert und entsprechend umbenannt. Folgende Forschungsfelder sind in der zweiten Förderphase des DIFIS aktiv:
Forschungsfeld 1: Arbeitswelt, Migration und Soziale Sicherung
Forschungsfeld 2: Lebensläufe und ihre sozialpolitische Gestaltung
Forschungsfeld 3: Steuerung, Organisation und Implementation von Sozialpolitik
Forschungsfeld 4: Sozial-ökologische Konfliktlinien
Gleichzeitig baut das DIFIS seine Aktivitäten weiter aus. Neben zusätzlichen Forschungsprojekten sind neue Veranstaltungsformate sowie ein verstärkter Transfer und Dialog zwischen Wissenschaft, Politik und Praxis geplant. Damit soll die Vernetzung innerhalb der sozialpolitischen Forschungslandschaft weiter gestärkt und die Sichtbarkeit evidenzbasierter Sozialpolitikforschung erhöht werden.
Organisation
Auch in der zweiten Förderphase betreiben das Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen (UDE) und das SOCIUM Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik der Universität Bremen (UB) das Deutsche Institut für Interdisziplinäre Sozialpolitikforschung (DIFIS) als gemeinsame wissenschaftliche Einrichtung.
Organisationsstruktur

© QART Büro für Gestaltung
Die Organisationsstruktur des DIFIS – bestehend aus einem Board, dem Vorstand, der Kollegiumsversammlung und einem wissenschaftlichen Beirat – trägt der Herausforderung Rechnung, sich als offen gegenüber gesellschaftlichen, politischen und wissenschaftlichen Entwicklungen zu zeigen und gleichzeitig klare Zuständigkeiten, Strategie- und Entscheidungsfähigkeit bereitzustellen.
Arbeitsbereiche
Die Umsetzung der drei Hauptziele des DIFIS Forschung, Vernetzung und Transfer erfolgt in den Schwerpunktbereichen Vernetzung, Transfer/Beratung, Wissenschaftskommunikation & Öffentlichkeitsarbeit und Forschungsinfrastruktur sowie im Bereich Forschung mit den vier Forschungsfeldern. Die Vernetzungsarbeit findet am DIFIS in personenbezogenen Netzwerken und verschiedenen Veranstaltungsformaten statt, die Räume für das Netzwerken innerhalb der jeweiligen Akteursgruppen aber auch zwischen diesen kreieren sollen. Folgende Zielsetzungen liegen dieser Vernetzungsarbeit zugrunde: Basierend auf der Vernetzungsarbeit stellt der Wissenstransfer zwischen der Wissenschaft und den Akteur*innen der sozialpolitischen Praxis einen wichtigen Faktor zur Bearbeitung sozialpolitischer Herausforderungen dar. Wissenstransfer ist darauf ausgerichtet, Wissen aus der Wissenschaft in die Politik und Praxis zu übertragen und mit diesem Wissen Wirkungen zu erzielen. Die Wissenschaftskommunikation/ÖA des DIFIS umfasst die Kommunikation innerhalb der Wissenschaft als auch zwischen Wissenschaft, Praxis und Politik. Ziel ist es, die Sichtbarkeit und Zugänglichkeit der DIFIS-Aktivitäten und -formate sowie von Forschungsergebnissen von Wissenschaftler*innen aus dem Netzwerk des DIFIS und darüber hinaus von Forschenden aus der sozialpolitischen Forschungslandschaft zu erhöhen und so den Austausch innerhalb der Forschungslandschaft als auch der Forschung mit der Fachöffentlichkeit zu ermöglichen und zu intensivieren. Gemeinsam entwickeln Vernetzung, Transfer, Wissenschaftskommunikation & ÖA die Publikations- und Veranstaltungsformate des DIFIS und setzen diese Arbeit mit den Fachkolleg*innen um. Im Bereich Forschungsinfrastruktur werden neben Analysen und Erhebungen über das Forschungsfeld Sozialpolitik selber – etwa in Form systematischer Bestandsaufnahmen – praxisorientierte Maßnahmen entwickelt, erprobt und verstetigt, die die Sozialpolitikforschung nachhaltig stärken. Die in der ersten Förderphase erarbeiteten Bestandsaufnahmen zu Lehre, Politikberatung und Dateninfrastruktur liefern fundierte Systematisierungen und Vermessungen der deutschen Forschungs-, Lehr- und Beratungslandschaft. Sie bilden damit ein solides Fundament, um in der kommenden Förderphase gemeinsam mit relevanten Akteur*innen gezielt ausgewählte Herausforderungen anzugehen. Der Forschungsbereich setzt seine Aufgaben in den vier Forschungsfeldern um. Die Forschungsfelder des DIFIS sind themenübergreifend und interdisziplinär angelegt. Sie untersuchen zentrale Herausforderungen und Transformationsprozesse moderner Wohlfahrtsstaaten.