Veranstaltungsarchiv
09.07.2026 bis 10.07.2026
Workshop: "Unterhaltsvorschuss und Kindesunterhalt - Recht und Praxis, offene Forschungsfragen, Reformbedarfe". Berlin, Bundesstiftung Gleichstellung. Weitere Informationen
Viele Kinder getrenntlebender Eltern erhalten keinen oder zu wenig Kindesunterhalt und sind auf Leistungen nach dem Unterhaltsvorschussgesetz (UVG) angewiesen. Die Zahl der Leistungsberechtigten und die Dauer der Leistungsberechtigung hat deutlich zugenommen. Ursprünglich nur als Vorschussleistung gedacht, haben sich Leistungen nach dem UVG quasi zu einer Mindestsicherung für Kinder entwickelt - mit zahlreichen Schnittstellen und Ungereimtheiten zu anderen Mindestsicherungssystemen (Wohngeld, Kinderzuschlag, SGB II und XII). Der Rückgriff der Unterhaltsvorschusskassen auf Barunterhaltspflichtige und die Rückholquoten sind in den Ländern unterschiedlich, liegen im Durchschnitt jedoch nur bei etwa 20%. Die Bundesregierung hat im Koalitionsvertrag Änderungen angekündigt, aber bisher noch nicht initiiert. Reformvorschläge der Sozialstaatskommission werden ebenfalls in die Diskussion einbezogen. Der Workshop diskutiert Probleme, Herausforderungen und Reformbedarfe des Unterhaltsvorschuss- und des Kindesunterhaltsrechts. Empirische Grundlagen, Forschungslücken und mögliche zukünftige Forschungsbedarfe werden ebenfalls thematisiert. Wie können Reformen des Kindesunterhaltsrechts, des UVG und der Schnittstellen zu weiteren Sozialleistungen zur Reduzierung der Risiken von Kinder- und Familienarmut beitragen? Ziel der Veranstaltung ist es, einen Beitrag zur Erforschung und Reformdiskussion von Unterhaltsvorschuss und Kindesunterhalt zu leisten, die – im Zusammenwirken mit anderen Sozialleistungen – wichtige Institutionen zur Existenzsicherung und Armutsbekämpfung von Kindern und Familien Alleinerziehender sind. Offene Forschungsfragen sollen formuliert und ein Beitrag zur aktuellen Reformdiskussion geleistet werden.
(Ansprechpartner*in: Marina Ruth).
18.05.2026
IAQ debattiert: Nach dem EuGH-Urteil zur EU-Mindestlohnrichtlinie: wie lässt sich eine höhere Tarifbindung erreichen? digital. Weitere Informationen
Mit Prof. Dr. Gerhard Bosch, Frederic Hüttenhoff (beide IAQ), Prof. Dr. Thorsten Schulten (Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut der Hans-Böckler-Stiftung), Helena Bach ( Institut der deutschen Wirtschaft Köln, Economist für Tarifpolitik und Arbeitsbeziehungen) und Dr. Jörg Weingarten (DGB NRW, Abteilungsleiter Industrie- und Strukturpolitik, Mittelstand und Digitalisierung).
(Ansprechpartner*innen: Prof. Dr. Gerhard Bosch, Frederic Hüttenhoff).
26.03.2026
Zugänglichkeit gestalten, Funktionalität sichern – Modernisierungsperspektiven für den Sozialstaat. Gerhard-Mecator-Haus, Campus Duisburg (Gebäude LR). Weitere Informationen
Im aktuellen Diskurs um die deutsche Sozialpolitik lassen sich zwei übergreifende Debattenstränge identifizieren: Einerseits wird Komplexitätsreduktion und Bürokratieabbau gefordert. Andererseits soll die Zugänglichkeit für Bürger*innen verbessert werden und die Niedrigschwelligkeit sozialer Sicherungssysteme erhöht werden. Im Kern geht es demnach um die Frage, ob und inwiefern die Funktionsfähigkeit des Sozialstaates verbessert werden und zugleich auch seine Zugänglichkeit für die Bürger*innen erhöht werden kann. Vor dem Hintergrund dessen führt die Tagung unterschiedliche wissenschaftliche Perspektiven auf Zugänglichkeit und Funktionalität im sozialstaatlichen System zusammen und möchte die Aktivitäten des Forschungsfeldes 5 (Sozialpolitik als Prozess) im DIFIS mit den aktuellen Debatten in den Dialog bringen. Dazu beleuchten wir in vier Panels die Rolle der Sozialen Arbeit, der digitalen Transformation, der Sozialpolitik in der Kommune sowie von Schnittstellen im Sozialstaat. Aus der Perspektive der Adressat*innen und der Nutzer*innen geht es um die Umsetzung von Rechtsansprüchen, der Orientierung an Lebenslagen, der politischen Beteiligung an der Ausgestaltung und des „Gebrauchswerts“ der Leistungen sowie um Teilhabe und ein selbstbestimmtes Leben. Aus der Perspektive der Beschäftigten in der Sozialverwaltung und in der Sozialen Arbeit stehen Fragen der Professionalisierung, der Arbeitsbedingungen und der Professionsethik im Fokus; außerdem die Rolle Sozialer Arbeit und ihrer Organisationen als advokatorische Interessenvertretung. Aus der Perspektive der Institutionen wird nach Potenzialen einer rechtkreisübergreifenden Zusammenarbeit, nach der Verknüpfung von Leistungen auf unterschiedlichen Ebenen, und nach Auswirkungen und Gestaltungspotenzialen der digitalen Transformation gefragt. Auf dieser Basis bearbeiten die Beteiligten des Forschungsfeldes die drei Schwerpunktthemen Soziale Arbeit als politische Akteurin, Sozialpolitik in der Kommune sowie die digitale Transformation. Den Abschluss bildet eine Podiumsdiskussion, in der Wissenschafter*innen mit Vertreter*innen der Sozialstaatskommission diskutieren.
(Ansprechpartner*in: Marina Ruth).
02.03.2026 bis 03.03.2026
Innovative Wege zur Teilhabe am Arbeitsleben - Zwischenbilanz der wissenschaftlichen Begleitungen von Modellprojekten des Bundesprogramms rehapro. Universität Duisburg-Essen, Campus Duisburg. Weitere Informationen
Das Bundesprogramm rehapro ist ein Innovationsprogramm: Der Fokus der Projekte liegt auf der Entwicklung und Erprobung innovativer Ansätze und Maßnahmen, die die Teilhabe von Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen verbessern. Nahezu alle Modellprojekte nutzen die Möglichkeit zu einer eigenen wissenschaftlichen Begleitung, die unabhängig von der Evaluation des Bundesprogramms arbeitet. Um den wissenschaftlichen Austausch zu fördern, richtet sich auch die dritte Fachkonferenz speziell an die wissenschaftlichen Begleitungen der knapp 120 geförderten Modellprojekte.
Mit einer maximalen Laufzeit der Modellprojekte von fünf bzw. vier Jahren und drei Förderaufrufen erstreckt sich die Laufzeit des Programms über einen relativ langen Zeitraum von 2019 bis 2028. In dieser Zeit entstehen viele wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse, gleichzeitig sind auch demographische, wirtschaftliche sowie arbeitsmarkt- und sozialpolitische Rahmenbedingungen ständig im Wandel, die in die wissenschaftliche Aufarbeitung der Ergebnisse einbezogen werden müssen. Ziel der dritten Fachkonferenz ist deshalb eine Zwischenbilanz der wissenschaftlichen Begleitungen. Auch die Programmevaluation wird aktuelle Ergebnisse zur Diskussion stellen.
(Ansprechpartner*in: Anemari Karacic).
26.02.2026
HUMAINE Frühjahrsmesse 2026. O-Werk, Bochum. Weitere Informationen
Am 26. Februar 2026 findet im O-Werk Bochum die HUMAINE-Frühjahrsmesse 2026 XL statt. Die Veranstaltung bietet praxisnahe Einblicke in humanzentrierte KI-Anwendungen, Impulse aus Wissenschaft und Wirtschaft sowie Raum für Austausch und Vernetzung. Ein besonderes Highlight ist die Eröffnung der neuen Ausstellungsroute „Zukunft. ARBEIT IM POTT“. Die Teilnahme ist kostenfrei, die Plätze sind begrenzt. Anmeldung: https://humaine.info/fruehjahrsmesse/
(Ansprechpartner*innen: Dr. Anja Gerlmaier, Dr. Paul-Fiete Kramer).
23.02.2026 bis 24.02.2026
Ein gerechtes Entgeltsystem - transparent, begründet und praxistauglich. Kassel. Weitere Informationen
Werkstätten für Menschen mit Behinderung stehen vor der Herausforderung, Entgeltsysteme zu entwickeln, die sowohl der individuellen Leistung als auch dem Prinzip der Gerechtigkeit Rechnung tragen. Doch was soll honoriert werden – Produktivität, Anstrengung, individuelle Voraussetzungen oder die Art der Tätigkeit? Welche Kriterien gelten für die leistungsangemessene Verteilung des Steigerungsbetrags, und wie lässt sich ein solches System rechtssicher und nachvollziehbar gestalten?\r\nNach § 221 SGB IX sind Werkstätten verpflichtet, eine Entgeltordnung vorzuhalten, in der insbesondere die Kriterien für die Verteilung des Steigerungsbetrags geregelt sind. Die Praxis zeigt: Unterschiedlichste Modelle existieren, von personenbezogenen über tätigkeitsbezogene bis hin zu gemischten Systemen. Welche Konzepte haben sich bewährt?
(Ansprechpartner*in: Alexander Bendel).
23.02.2026
IAQ debattiert: Jobdrehscheiben: Chancen für die Industriearbeit? digital. Weitere Informationen
Mit Dr. Andreas Jansen und Prof. Dr. Martin Brussig (beide IAQ), Prof. Dr. Michael Behr (ehem. Leiter der Abteilung für Arbeit und Qualifizierung im Arbeits- und Sozialministerium des Freistaats Thüringen und Honorarprofessor an der WHZ-Zwickau), Dr. Marc Schietinger (Projektleitung, IG Metall NRW, Agentur T NRW - Transformationsagentur für die Metall- und Elektroindustrie in NRW).
(Ansprechpartner*innen: Dr. Andreas Jansen, Prof. Dr. Martin Brussig).