Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des INEF veröffentlichen ihre Forschungsergebnisse sowohl in nationalen und internationalen Fachzeitschriften und Buchpublikationen als auch im Rahmen institutseigener Formate wie dem INEF-Report. Zusammen mit drei anderen deutschen Friedensforschungsinstituten (BICC / HSFK / IFSH) gibt das INEF zudem das einmal jährlich erscheinende Friedensgutachten heraus. Darüber hinaus publiziert das Institut gemeinsam mit der Stiftung Entwicklung und Frieden (sef:) die Reihe Globale Trends. Analysen.

Neuerscheinungen

Saalfeld, Jannis

Inter-Secular Party Competition and the (Non-)Formation of Salafi-Jihadist Milieus: Evidence from Tanzania

Studies in Conflict & Terrorism (Online First)

This article investigates whether inter-secular party competition can constrain the formation of Salafi-jihadist milieus. Focusing on the recent rise of militant Islamism in sub-Saharan Africa, I argue that the electoral process prevents the opening of political space for jihadist radicalization when Salafi contention has historically become aligned with salient non-Islamist grievances. Specifically, I hypothesize that based on this alignment, the competitive electoralization of non-Islamist grievances incentivizes Salafi movements to endorse the electoral process and support secular parties. The article explores the validity of these propositions with the help of a “most-similar” case study of Zanzibar (Tanzania) and coastal Kenya.

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Scheper, Christian

Menschenrechtliche Sorgfaltspflicht in der gesamten Lieferkette: Macht und Konflikt als Elemente der transnationalen Unternehmensregulierung

In: Sangmeister, Hartmut / Wagner / Heike (Hrsg.): Verantwortung und Engagement von Unternehmen in der Internationalen Zusammenarbeit. Baded-Baden: Nomos, 111-128.

Das Kapitel reflektiert den Ansatz der menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht für die gesamte Lieferkette. Ziel ist es dabei, die aktuellen Konfliktlinien um neue Lieferkettengesetze, die vor allem einem rechtlichen Diskurs folgen, politisch zu bewerten. Der Autor schlägt hierfür vor, das Konzept der Sorgfaltspflicht zunächst als Ausdruck eines deutlich gewachsenen Einflusses transnational agierender Unternehmen in der globalen Politik zu verstehen. Damit einher geht zum einen ein gestiegener Legitimationsdruck, der mit der Sorgfaltspflicht privater Akteure zum Ausdruck kommt. Zum anderen zeigt sich aber auch, dass die rechtliche Figur der Sorgfaltspflicht als Regulierungsansatz im Wesentlichen den Logiken des Unternehmenshandelns selbst folgt. So stellt das Konzept primär auf das individuelle Risikomanagement von einflussreichen Unternehmen ab, weniger jedoch auf die Folgen und Bedingungen für Rechteinhaber*innen zur Möglichkeit der Realisierung ihrer Rechte. Dies ist einerseits ein pragmatischer Regulierungsschritt, da er Einflussverhältnissen und Kontrollmöglichkeiten in globalen Lieferketten folgt. Andererseits kann er allein aber keine Lösung der bestehenden menschenrechtlichen Probleme in der Lieferkette sein, wenn er angesichts der mit Menschenrechten verbundenen grundlegenden Konflikte um weltweite Produktionsbedingungen keine deutliche institutionelle Ermächtigung der Rechteinhaber*innen nach sich zieht. Solche neuen Handlungsmöglichkeiten für Rechteinhaber:innen könnten sich wiederum durchaus in der Zukunft aus der rechtlichen Kodierung der Sorgfaltspflicht ergeben, vor allem durch neue Haftungsregeln, und damit zukünftig weitere graduelle Veränderungen anstoßen. Sie sind aber keineswegs automatisch die Folge der menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht von Unternehmen, sondern müssen politisch verhandelt und erstritten werden.

Auszug aus der Einleitung

 

Liem, Marieke / Aarten, Pauline / Vüllers, Johannes

From Detection to Sentencing: A Homicide Case Flow Analysis of the Dutch Criminal Justice System

Policing and Society: An International Journal of Research and Policy  (2021) Online First
 
Homicide engenders broad moral concerns in society, and its aftermath can be understood as a barometer for criminal justice policy. Of all homicides committed, however, only some lead to arrest, to prosecution and ultimately to conviction in court. So far, no study has assessed the entire flow of homicide cases through the criminal justice system based on a nationwide sample. This study seeks to fill this empirical void by describing the entire flow of homicide cases and assessing the size of outflow at each stage of the criminal justice funnel in the Netherlands for a 20-year period. Our analysis highlights two main findings: First, the vast majority of suspects first identified by the police are ultimately sentenced for a homicide. Second, even in a country with low homicide rates and high rule of law indices, selection takes place at all stages of the criminal justice funnel. Whilst outflow mostly centres around exceptional clearance and legal factors, future work should assess the extent to which extra-legal characteristics play a role in crimes that are being investigated as potential homicides.

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Saiz, Ignacio

Finanzpolitischen Spielraum schaffen. Ein Gebot der Menschenrechte in Zeiten von COVID-19

Globale Trends. Analysen 01/2021

Die Ungleichheit zwischen Staaten hat sich durch die COVID-19-Pandemie verstärkt. Die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie sind in Ländern des Globalen Südens besonders verheerend. Die Ressourcen, die sie zur Bewältigung der Krise mobilisieren können, sind völlig unzureichend. Umso wichtiger ist es, dass die wohlhabenderen Länder und die internationalen Finanzinstitutionen die Hindernisse beseitigen, die sich aus ihrer Schulden- und Steuerpolitik für den finanzpolitischen Spielraum von Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen ergeben. Eine solche Zusammenarbeit ist nicht nur ein Gebot der globalen öffentlichen Gesundheit. Sie ist auch eine bindende menschenrechtliche Verpflichtung, wie Ignacio Saiz erläutert.

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Hofstetter, Julia-Silvana

Digital Technologies, Peacebuilding and Civil Society. Addressing Digital Conflict Drivers and Moving the Digital Peacebuilding Agenda Forward

INEF-Report 114 (2021)

The wide availability of digital technologies is increasingly impacting the work of peacebuilders, altering both peacebuilding practices and conflict dynamics. The malicious use of technology – from the weaponization of social media to digital authoritarianism and cyberattacks – poses new threats to peaceful societies and urges peacebuilders to consider new fields of action in cyberspace. However, digitalization has also brought major innovations to the work of peacebuilders, establishing a new field of practice, ‘digital peacebuilding’. Many of the innovative uses of peace technologies – for conflict prevention, transformation and reconciliation – have been driven by civil society organizations, who are at the forefront of addressing the rising threat of digital conflict drivers, too. This report provides an overview of the opportunities and challenges digital technologies create for peacebuilders, discusses how they alter the role of civil society, and proposes future directions for the digital peacebuilding agenda.

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