Empfehlungen für die Hochschulbildung in Zeiten generativer KI
von Marianne Wefelnberg | 2026-07-10
Zentrum für Informations- und Mediendienste (ZIM)
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Wissenschaftsrat plädiert für "Intellektuelle Souveränität" als Leitidee
von Marianne Wefelnberg | 2026-07-10
Zentrum für Informations- und Mediendienste (ZIM)
Im Zentrum der "Empfehlungen für die Hochschulbildung in Zeiten generativer KI", die der Wissenschaftsrat am 6. Juli 2026 veröffentlichte, steht die Aussage, dass sich kritisches Denken nicht an eine KI delegieren lässt. Die Empfehlungen umfassen:
- den Aufbau von KI-Kompetenzen bei Lehrenden und Studierenden, Fachwissen stärken und KI-freie Räume im Curriculum verankern, in denen anspruchsvolles eigenständiges Denken gepflegt und geübt werden kann;
- Umgestaltung der Prüfungsformate und Förderung einer Kultur des gegenseitigen Vertrauens sowie die Motivation, sich mit schwierigen Aufgaben auch ohne KI-Unterstützung auseinanderzusetzen;
- Wiederbelebung von Hochschulen als soziale Lernorte, indem beispielsweise die persönliche Betreuung intensiviert wird und mehr Möglichkeiten für den sozialen und fachlichen Austausch unter den Studierenden sowie mit dem Lehrpersonal geschaffen werden;
- Wissenschaftliche Prüfung und Begleitung zur Lernwirksamkeit von KI-Anwendungen sowie Entwicklung von Förderformaten für die Begleitforschung;
- Entwicklung von souveränen und leistungsfähigen, verbundförmigen KI-Infrastrukturen für die Hochschulbildung und damit rechtliche Orientierung und Planungssicherheit schaffen. Langfristige und verlässliche Konzepte für die Finanzierung und Nutzung von Strukturen – auch hochschul- und länderübergreifend – sind essenziell.
Interessant ist insbesondere der Perspektivwechsel: Nicht die Frage danach, wo im Curriculum KI eingesetzt werden sollte, sondern an welcher Stelle explizit darauf verzichtet werdem sollte. Dabei erhält die Gestaltung von digitalen und physischen Lehr-/Lernräumen, die soziale Interaktion, Diskussion und Austausch fördern, zunehmend an Bedeutung.
Link zur Pressemitteilung des Wissenschaftsrats mit Download der Empfehlungen.
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