Teilzeit-Trend hält an
von Katja Goepel | 2026-10-15
Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ)
Der diesjährige Arbeitszeitmonitor des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) der UDE zeigt: Zwar blieben die individuellen Arbeitszeiten im Vergleich zur letzten Erhebung in 2023 stabil bei durchschnittlich 34,6 Stunden pro Woche. Langfristig betrachtet aber sank die Arbeitszeit der Vollzeitbeschäftigten, während sie bei Teilzeitkräften kontinuierlich stieg: Im Jahr 2024 arbeiteten diese durchschnittlich 22,4 Stunden pro Woche, d.h. 3,5 Stunden mehr als 2012 und 0,1 Stunden mehr als im Vorjahr.
Der jährliche IAQ-Arbeitszeitmonitor basiert auf der European Labour Force Survey (Arbeitskräfteerhebung). Für ihre Analyse wertete Arbeitsforscherin Dr. Angelika Kümmerling die Angaben aller abhängig Beschäftigten in Deutschland und der Europäischen Union (EU) im Alter von 20 bis 65 Jahren aus. Sie betrachtete den Zeitraum von 2012 bis 2024.
Die geschlechtervergleichende Analyse zeigt: Während für Männer Vollzeitarbeit nach wie vor die Norm darstellt, variieren die Arbeitszeiten der Frauen je nach Lebensphase stark. Dennoch haben gerade Mütter (jüngstes Kind unter sechs Jahren) ihre Arbeitszeiten um durchschnittlich 2,6 Stunden erhöht. Frauen mit einem jüngsten Kind zwischen sieben und zwölf Jahren arbeiteten sogar 4,1 Stunden länger als zu Beginn der Beobachtungen.
Im Vergleich der 27 europäischen Mitgliedsstaaten liegt Deutschland bei den Arbeitszeiten von Frauen dennoch auf dem zweitletzten Platz: Europäische Frauen arbeiteten 2024 durchschnittlich 34,7 Stunden pro Woche. Bei der Erwerbstätigenquote, einer Kennziffer dafür, wie viele Frauen überhaupt erwerbstätig sind, liegt Deutschland jedoch auf Rang fünf. „Arbeitszeiten allein sind EU-weit also nur eingeschränkt vergleichbar, um die Teilnahme am Arbeitsmarkt von Frauen zu betrachten“, so die Wissenschaftlerin. Das Arbeitsvolumen pro Kopf verbindet beide Größen miteinander, zeigt aber auch auf, dass Deutschland im EU-Vergleich bezüglich der Frauenerwerbstätigkeit nur einen der hinteren Plätze belegt.
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