Welche Erscheinungsformen von Plagiaten gibt es und welche Möglichkeiten gibt es für das Zitieren?

Hier können Sie sich über Definitionen zum Thema "Plagiat" und zu Formen des Zitierens informieren.

1. Plagiate als Diebstahl geistigen Eigentums

Ein Plagiat stellt im wissenschaftlichen Kontext als „unbefugte Verwertung unter Anmaßung der Autorschaft“ (§ 8 der Grundsätze für die Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis an der UDE) eine Verletzung geistigen Eigentums dar.

Eine unrechtmäßige Aneignung von Erkenntnissen anderer durch Übernahme von Textmaterial oder Gedankengut liegt dann vor, wenn

  1. wörtliche Übernahmen aus fremden Texten erfolgen, ohne auf die Quelle zu verweisen (Textplagiat oder wörtliches Plagiat),
  2. fremde Gedankengänge ohne Verweis auf deren Herkunft in eigenen Worten wiedergegeben werden (paraphrasierendes Plagiat, Ideenplagiat oder Strukturplagiat),
  3. Textpassagen und Gedankengänge aus einem fremdsprachigen Werk übersetzt werden, ohne die Quelle anzugeben (Übersetzungsplagiat),
  4. Zitate aus Texten übernommen werden (Zitat vom Zitat), deren Beleg aber nicht auf ihre Herkunft aus zweiter Hand verweist (Zitatsplagiat) oder
  5. prägnante Formulierungen oder sprachliche Schöpfungen wie Metaphern ohne Hinweis auf deren Herkunft in den eigenen Text übernommen werden (Imitationsplagiat).

Ebenso wie das Einreichen einer fremden Arbeit unter eigenem Namen sind die hier genannten häufigsten Formen des Plagiats im Kontext wissenschaftlicher Arbeiten als wissentliche Täuschungen und damit als bewusster Diebstahl geistigen Eigentums aufzufassen: Vorsätzliche Plagiate sind Urheberrechtsverletzungen. Daneben gibt es auch unbeabsichtigte Plagiierungen, die durch nachlässiges Umgehen mit Zitaten und Paraphrasieren entstehen können – indem falsche oder unvollständige Quellenangaben gemacht werden.  

Jede Form des Plagiats ist ein schwerwiegender Verstoß gegen die Regeln guter wissenschaftlicher Praxis. Aus der Perspektive des Presserechts siehe hier.

2. Noch Zitat oder schon Plagiat?

Die nachvollziehbare Bezugnahme auf wissenschaftliche Texte ist ein Grundprinzip wissenschaftlichen Arbeitens. Verknüpfungen zu Erkenntnissen und Ergebnissen anderer werden hergestellt mithilfe von

  • wörtlichen (direkten) Zitaten, die als solche in der Regel durch Anführungszeichen und einen vollständigen Beleg gekennzeichnet werden,
  • sinngemäßen (indirekten) Zitaten, die als nicht wörtliche Bezugnahmen durch den Hinweis auf ihre Herkunft bzw. als textnahe, referierende Wiedergaben durch den Konjunktiv angezeigt werden oder
  • weiterführenden Verweisen, die Texte benennen, die im Zusammenhang mit einer Aussage betrachtet werden können.

Bitte beachten Sie bei der Kennzeichnung von Zitaten die Konventionen des Faches oder die Vorgaben des Prüfungsamtes!

Nähere Erläuterungen und Hinweise zum Zitieren finden Sie auf den Seiten der Schreibwerkstatt.