Um zu berücksichtigen, dass einige Publikationen, die in die Zitationsratenberechnung einbezogenwurden, nicht zitiert wurden, wird ergänzend die Kennzahl Uncitedness erhoben. Im Gegensatz zur Zitationsrate stellt diese ein Maß für die fehlende Wahrnehmung von Publikationen dar, indem der Anteil der nicht zitierten Publikationen an allen berücksichtigen Publikationen (P) bestimmt wird.

Nach Eugene Garfield basiert die Uncitedness von Publikationen nicht lediglich auf wissenschaftlicher Irrelevanz einer Veröffentlichung, sondern vermehrt auf Ignoranz oder auf mangelnder Auffindbarkeit durch die Fachcommunity. Ebenso werden Publikationen aufgrund eines hohen Bekanntheitsgrades weniger oder sogar gar nicht zitiert, weil lediglich die Namensnennung des Urhebers erfolgt und damit keine expliziten Literaturangaben gemacht werden.

„Anwendung mathematischer und statistischer Methoden zur Erklärung der Prozesse von schriftlichen Mitteilungen“ (nach Gorraiz)

Die Kernidee dabei ist, dass je öfter eine Publikation zitiert wird, desto größer ist ihr "Impact". Die Anzahl an Zitierungen wird dabei gleichsam zur "Währung" im Wissenschaftsbetrieb. Dies öffnet neue Möglichkeiten, die wissenschaftliche Leistung von Forschenden zu charakterisieren, birgt aber auch einige Gefahren. Zum einen sollte eine bibliometrische Analyse stets von einem fachlichen Gutachten begleitet werden, zum anderen verleitet die Reduktion auf wenige Zahlen dazu, Sachverhalte zu stark zu vereinfachen.

Die Zitationsrate (CCP) ist ein Maß für die wissenschaftliche Wahrnehmung der Publikationen bspw. eines Wissenschaftlers, einer Arbeitsgruppe oder einer Institution. Durch die Berechnung des Quotienten aus der Anzahl der Zitationen (C) und der Anzahl der Publikationen (P) ermöglicht die so ermittelte Zitationsrate einen relativen Vergleich der wissenschaftlichen Wahrnehmung.

Als arithmetisches Mittel ist diese Kennzahl sensitiv gegenüber Ausreißern und berücksichtigt weder die Varianz noch die Verteilung der Zitationsanzahl einzelner Publikationen innerhalb des gewählten Zeitraums. Ebenso beeinflussen die Datenquelle und damit auch welche und wie viele Publikationen in die Berechnung einbezogen werden die Zitationsrate.

Die Gemeinsame Normdatei (GND) wird von der Deutschen Nationalbibliothek, allen deutschsprachigen Bibliotheksverbünden mit den angeschlossenen Bibliotheken, der Zeitschriftendatenbank (ZDB) und zahlreichen weiteren Einrichtungen gemeinschaftlich geführt und verzeichnet Personen, Körperschaften, Konferenzen, Geografika, Sachschlagwörter und Werktitel, die im Zuge der Verzeichnung von Medien in den Katalogen der Einrichtungen auftauchen.

So wird jedem Autoren eines Buches eine eigene Identifikationsnummer zugewiesen, die kurz als GND bezeichnet wird.

Beispiel Albert Einstein: 118529579

Google Scholar indiziert die Volltexte von Publikationen nach den bibliographischen Angaben und ebenso nach den Zitierungen. Damit erreicht es eine ähnliche Funktionalität wie die kommerziellen Datenbanken Scopus und Web of Science. Allerdings müssen die Verlage ihre Publikationsplattformen zur Indizierung freigeben, andernfalls werden diese nicht von Google gefunden.

2005 von dem Physiker Jorge Eduardo Hirsch von der University of California, San Diego, vorgeschlagene Kennzahl, um den wissenschaftlichen Output und dessen Rezeption in der Fachwelt zu beschreiben. Dieser Index verbindet die Zahl an Publikationen mit den Anzahl an Zieiterungen, die diese Publikationen erhalten haben.Dazu werden die Artikel, geordnet nach der Zitationszahl in dem sogenannten H-Graph dargestellt.

Definition: „Der h-Index ist definiert als die Zahl h der Publikationen eines Autors, die mindestens h Zitationen haben.“

Der h-Index wird meist auf der Basis der Datenbanken Web of Science sowie Scopus berechnet. Auf den Autorenprofilen in Scopus sowie bei der Zitationsanalyse in Web of Science wird der h-Index direkt mit ausgegeben. Auch über Google Scholar kann der h-Index ebenfalls berechnet werden.

Risiken und Nebenwirkungen:

  • Altersabhängig: Mit der Zeit „sammeln“ Publikationen weitere Zitierungen,der h-Index steigt mit dem Alter an, auch wenn der Autor nichts mehr publiziert.
  • Abhängig von Fachdisziplin: In unterschiedlichen Fachdisziplinen wird unterschiedlichstark zitiert, somit ist auch der h-Index unterschiedlich.
  • Abhängig von der Datengrundlage: Je nach Zitationsdatenbank können unterschiedlicheh-Indizes bestimmt werden.
  • Abhängig vom bevorzugten Publikationsmedium: Zitationsdatenbanken enthaltenüberwiegend Zeitschriftenartikel, andere Publikationsarten und deren Rezeption werden im h-Index nicht berücksichtigt.

Der Impact-Faktor wurde von Eugene Garfield eingeführt und wird seit 1975 jährlich im Journal Citation Report veröffentlicht. Er beschreibt den Einfluss (Impact) einer wissenschaftlichen Zeitschrift, wird aber (fälschlicherweise) auch zur Beschreibung von Wissenschaftlern verwendet.

Der Impact-Faktor einer Zeitschrift im Jahr X berechnet sich aus der Anzahl der zitierbaren Artikel ("citable item") in dieser Zeitschrift der beiden vergangenen Jahre (B) und der im Jahr X tatsächlich zitierten Artikel, ebenfalls der vergangenen zwei Jahre (A): IF=A/B

Risiken und Nebenwirkungen:

  • Fachabhängig: In verschiedenen Fächern herrschen unterschiedliche Fachkulturen. In einigen Fächern werden auch geringfügige Beiträge zitiert oder verwandte Arbeiten, in anderen nur die Kernpublikationen. Daher lassen sich Impact-Faktoren verschiedener Fächer nicht miteinander vergleichen
  • Anfälligkeit: Ein einzige, vielfach zitierte Publikation in einer Zeitschrift mit einem niedrigen Impact-Faktor kann diesen in den nächsten zwei Jahren sehr stark beeinflussen.
  • Nur auf der Basis von Web of Science: Da der Impact-Faktor geschützt ist, veröffentlicht nur Thomson-Reuters diesen auf der Basis der Daten des Web of Science. Da das Web of Science bevorzugt englischsprechige Zeitschriften erfasst findet sich auch in den Impact Faktoren eine Bevorzugung von angloamerikanischen Zeitschriften. Zudem sind nicht alle Defintionen veröffentlicht (was genau ist ein "citable item"?).

Mit Netzwerkanalysen lassen sich Zusammenhänge zwischen Personen und Institutionen untersuchen. Dabei kann es sich um räumliche oder inhaltliche Zusammenhänge handeln. Netzwerkanalysen können auch genutzt werden,um die Kooperationen innerhalb von Instituten oder Institutionen zu analysieren. So kann zum Beispiel der Einfluss übergreifender Forschungszentren auf die Vernetzung der Wissenschaftler untersucht werden.

Angewendet wird die Netzwerkanalyse zum Beispiel, um die Internationalisierung einer Forschungseinrichtung zu beschreiben. Als Maß für die Kooperationstätigkeit wird eine gemeinsame Publikation der ansässigen Wissenschaftler mit Wissenschaftlern anderer Einrichtungen betrachtet. Publikationen können dann zum Beispiel in die Kategorien Einzelautor, institutionale, nationale und internationale Kooperation eingeordnet werden.

Die Open Contributor and Researcher ID ist ein international anerkannter Personenidentifikator für Wissenschaftler und dient dazu, Publikationen eindeutig den Urhebern zuzuordnen. Wissenschaftler können sich bei ORCID anmelden und bekommen dann einen Identifier zugewiesen. Zudem wird eine Profilseite erstellt, in welche weitere Informationen wie Kontaktdaten, Interessensgebiete, u.s.w. ergänzt werden können. Publikationen können manuell eingetragen, oder zum Beispiel über Scopus bzw. Web of Science importiert werden. Beispiel Stephen Hawking: 0000-0002-9079-593X

Die ResearcherID ist ein Identifikator für Autoren wissenschaftlicher Publikationen und wurde 2008 von Thomson Reuters eingeführt. Auf der ResearcherID-Webseite können Autoren ein Profil anlegen und bekommen dabei einen Identifikator zugewiesen. Hier können Publikationen aus dem Web of Science importiert werden und so Publikationslisten gepflegt werden. Eine ResearcherID erleichtert auch die Suche nach Publikationen eines Autors im Web of Science und somit die Berechnung von bibliometrischen Kennzahlen für diese Person.

Scopus wird von dem wissenschaftlichen Verlag Elsevier veröffentlicht. Scopus deckt wie Web of Science einen breiten Bereich der Wissenschaft ab. Dabei verfolgt Elseviereinen universelleren Ansatz und indiziert mehr Zeitschriften. Allerdings reichen die Eintragungen aufgrund des jüngeren Alters nicht so weit zurück, werden aber sukzessive nachgetragen.

Aktuell werden mehr als 21.500 Quellen ausgewertet. Die Datenbank umfasst zurzeit mehr als 60 Millionen Einträge.

Die Scopus Author ID ist eine innerhalb der der Datenbank Scopus verwendete Identifikationsnummer für Autoren. Jedem Autor von in Scopus nachgewiesenen Publikationen wird eine solche Author ID zugewiesen. In einem zugehörigen Autorenprofil werden alle Publikationen des Autors automatisiert zusammengeführt und einige bibliometrische Kennzahlen (z.B. h-Index, Zitationsstatistiken, …) berechnet.

Beispiel Albert Einstein: 22988279600

Web of Science enthält den Science Citation Index Expanded und weitere Zitationsdatenbanken und bietet eine grafische Oberfläche zum Suchen und Browsen. Insgesamt werden dazu 8800 Zeitschriften seit 1945 ausgewertet. Die Auswahl der Zeitschriften erfolgt durch ein Auswahlkommitee. Je höher die durchschnittliche Anzahl an Zitationen, die ein Artikel in einer Zeitschrift erhält, desto wahrscheinlicher wird diese Zeitschrift aufgenommen. Durch die Verknüpfung des Zitationsindex mit der Web-Technolgie Verlinkung ist es möglich geworden, direkt zu zitierenden und zitierten Dokumente zu gelangen.

Aktuell sind mehr als 90 Millionen Einträge mit insgesamt mehr als einer Milliarde Zitationen verzeichnet.

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