Teaching Analysis Poll

Teaching Analysis Poll (TAP)

Studierendenfeedback im Semester

Das Zentrum für Hochschul- und Qualitätsentwicklung (ZfH) ergänzt seine quantitativen Lehrveranstaltungsevaluationen um die qualitative Evaluations- und Feedbackmethode der Teaching Analysis Poll (TAP).

Diese ursprünglich im US-amerikanischen Hochschulraum entwickelte Methode der moderierten Gruppeninterviews gehört seit einigen Jahren auch an vielen Hochschulen in Deutschland zum Standardrepertoire. An der UDE wird das TAP seit dem SoSe 2014 erfolgreich eingesetzt.

 

Das TAP ist eine strukturierte Evaluationsmethode, die Lehrende dabei unterstützt, Studierendenfeedback bereits während des laufenden Semesters einzuholen. Das Ziel eines TAPs ist es, spezifische handlungsorientierende Informationen zur Veränderung und Verbesserung einer konkreten Lehr- und Lernsituation zu erhalten.
TAPs sind dabei für Lehrende aufwandsarm und wirkungsvoll zugleich: Sie erfahren, was die Studierenden beim Lernen unterstützt, was diese als hinderlich empfinden und welche konkreten Vorschläge die Studierenden zur Verbesserung der Lehrveranstaltung haben.

Vorteile einer TAP:

  • Unterstützt Lehrende bei der Selbstreflektion.
  • Macht Veränderungspotentiale sichtbar.
  • Stärkt die Beziehung zwischen Lehrenden und Lernenden.
  • Signalisiert den Studierenden Interesse an Ihrer Wahrnehmung der Lehrqualität
  • Erzeugt einen aktiven Austausch zwischen Studierenden über Präferenzen und Lehr-/Lernstile.
  • Studierende könnnen sich unbefangen äußern und erleben sich als gestaltende Akteure.

 

Eine in der Methode geschulte Moderatorin bzw. ein geschulter Moderator des ZfH führt die TAPs durch. Der / die TAP-Moderator/in ist so die einerseits „Sprachrohr“ der Studierenden ist und unterstützt andererseits die Lehrenden auch bei der Auswertung der Ergebnisse. Dabei gilt das Prinzip der „Beratung ohne Ratschlag“, denn das TAP ist keine hochschuldidaktische Beratung, kann gleichwohl aber auch Ausgangspunkt einer solchen sein.

 

Ablauf eines TAP

Anmeldung und Vorbereitung

Im Onlinekalender sehen Sie freie Kapazitäten für TAPs im WiSe 2016/2017.

IKalender TAP

Interessierte Lehrende nehmen zur Terminabstimmung bitte per Email bzw. telefonisch Kontakt mit dem ZfH auf (siehe Kontakt).
In einem persönlichen Vorgespräch werden die Einzelheiten (siehe „Abstimmung und Vorbereitung“) besprochen und der Durchführungstermin abgestimmt, zu dem die TAP-Moderatorin die Lehrveranstaltung besucht.

 

Durchführung

Schritt 1: Das TAP wird den Studierenden erst am Tag der eigentlichen Befragung durch die Lehrenden angekündigt. Am vereinbarten Termin beendet die/der Lehrende die reguläre Sitzung dann ca. 30 Minuten früher und die TAP-Moderatorin kommt in die Lehrveranstaltung. Die/der Lehrende stellt die TAP-Moderatorin kurz vor und verlässt den Raum.

Schritt 2: Nachdem die Moderatorin zunächst den Ablauf des TAP erklärt hat, finden sich die Studierenden in Kleingruppen zusammen und beantworten die folgenden Fragen, die bei Bedarf im Vorgespräch ggf. modifiziert werden können:

 

TAP-Fragen
Wodurch lernen Sie im Rahmen dieser Veranstaltung am besten?
Was erschwert Ihr Lernen im Rahmen dieser Veranstaltung?
Welche Verbesserungsvorschläge haben Sie für diese Veranstaltung?

 

Schritt 3: Die Ergebnisse werden dann im Plenum zusammengetragen, besprochen und konkretisiert. Die TAP-Moderatorin dokumentiert abschließend die Diskussionsergebnisse, die anonymisiert auf einem TAP-Bogen zusammengefasst und nach Stimmanteil gewichtet werden.
 

Auswertung der Ergebnisse

Schritt 4: Die Moderatorin fasst die Ergebnisse in einem TAP-Bericht zusammen, der den Lehrenden zur Verfügung gestellt wird, und bespricht sie innerhalb eines vertraulichen Auswertungsgesprächs (i.d.R. innerhalb der nächsten 5 Tage) mit den Dozierenden. In diesem Gespräch wird auch geklärt, wie auf die Rückmeldungen der Studierenden eingegangen werden kann und Möglichkeiten für das weitere Vorgehen erarbeitet. Das Auswertungsgespräch nimmt ca. 30 Minuten in Anspruch.
Schritt 5: In der nächsten Sitzung der Lehrveranstaltung bespricht die / der Lehrende die Ergebnisse, Interpretationen und Handlungsmöglichkeiten mit den Studierenden und beschließt (falls nötig) welche Konsequenzen daraus gezogen werden sollen. Abschließend werden die Studierenden darum gebeten, eine kurze Einschätzung der Nützlichkeit des TAP abzugeben.

 

Literatur zum Weiterlesen:

Frank, Andrea; Fröhlich, Melanie; Lahm, Swantje (2011): Zwischenauswertung im Semester: Lehrveranstaltungen gemeinsam verändern. Zeitschrift für Hochschulentwicklung (ZFHE) 6/3 (Oktober 2011), S. 310-318.

Link: https://www.uni-bielefeld.de/Universitaet/Studium/SL_K5/angebote_lehrende/Lehren-Lernen/Beratung/TAP-ZFHE-2011.pdf