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Diabetes-Risiko wird unterschätzt

Hoher Blutzucker? - Zu oft kein Thema

  • von Christine Harrell
  • 10.03.2017

Krank werden nur die anderen: Die Wahrscheinlichkeit, einen Diabetes zu bekommen oder schon erkrankt zu sein, unterschätzen viele Personen, die bereits erhöhte Blutzuckerwerte oder sogar schon einen noch nicht diagnostizierten Diabetes haben. Das fand die Medizinische Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) in einer Studie heraus, die sie gemeinsam mit dem Deutschen Diabetes-Zentrum und dem Helmholtz Zentrum München durchführte. Das Fachmagazin PLOS One veröffentlichte jetzt ihre Ergebnisse. 

In der KORA-Studie (Kooperative Gesundheitsforschung in der Region Augsburg) wurden rund 2.000 Personen untersucht, die von ihrem Arzt noch keine Diabetesdiagnose erhalten hatten und keine Diabetesmedikamente einnahmen. Zunächst schätzten sie ein, für wie wahrscheinlich sie es hielten, bereits an Diabetes erkrankt zu sein. Dann folgte der Blutzuckertest. Die Teilnehmer, bei denen dieser Test einen – ihnen selbst noch unbekannten – Diabetes anzeigte, schauten sich die Wissenschaftler näher an. 

Das Ergebnis: 74 Prozent dieser Teilnehmer stuften die Wahrscheinlichkeit, schon an Diabetes erkrankt zu sein, zuvor als gering oder sehr gering ein. Und: Über 70 Prozent aller Teilnehmer, die zwar noch keinen Diabetes, aber bereits erhöhte Blutzuckerwerte – einen sogenannten Prädiabetes – aufwiesen, gaben vor der Blutzuckermessung an, dass bei ihnen kein Risiko für einen späteren Diabetes vorliegt. 

Damit kommen die Wissenschaftler zu dem Ergebnis, dass Menschen ihren Gesundheitszustand häufig zu optimistisch einschätzen. Dies sei gerade bei Prädiabetes und Diabetes fatal, da die Betroffenen den Verlauf der Krankheit durch Lebensstil und Medikamente entscheidend beeinflussen können. 

Menschen mit Übergewicht, zu wenig Bewegung, ungesunder Ernährung, Menschen, die rauchen oder deren Eltern bereits Diabetes haben, tragen ein hohes Risiko, selbst daran zu erkranken. Sie sollten regelmäßig ihre Blutzuckerwerte prüfen lassen. 

Weitere Informationen:
http://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0171152 
Christine Harrell, Medizinische Fakultät, Tel. 0201/723-1615, christine.harrell@uni-due.de

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