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UA Ruhr begrüßt neue KWI-Direktorin

Wissenschaftliche Praxis als gesellschaftliches Handeln

von Kathrin Kraushaar | 10.07.2018 | Zur Person|UA Ruhr

Seit April ist Anglistin und Literaturwissenschaftlerin Julika Griem Direktorin des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen (KWI) und setzt bereits erste Akzente in der Region. Die neue Ausrichtung des Instituts erläuterte sie nun den Spitzen der Universitätsallianz Ruhr (UA Ruhr).

Die Rektoren, Prof. Ursula Gather (TU Dortmund), Prof. Ulrich Radtke (Universität Duisburg-Essen) und Prof. Axel Schölmerich (Ruhr-Universität Bochum), hießen die neue KWI-Chefin herzlich willkommen. Sie stellte ihnen die Zukunftspläne für das KWI vor und diskutierte mit ihnen über die Kooperationsmöglichkeiten innerhalb der UA Ruhr.

„Ich habe den Anspruch, wissenschaftliche Praxis als gesellschaftliches Handeln zu untersuchen und zu verbessern. Eine besondere Chance und Herausforderung liegen darin, dies innerhalb des komplexen UA-Ruhr-Gefüges umzusetzen. Das KWI wird zudem ein literarisches Veranstaltungsprogramm in enger Zusammenarbeit mit Akteuren und Institutionen der Region entwickeln“, so Griem. In vier Arbeitsfeldern sollen Zusammenhänge zwischen erkenntnistheoretischen Voraussetzungen, akademischen Routinen und Sozialformen analysiert werden.

Vier Arbeitsfelder

In der Kulturwissenschaftlichen Wissenschaftsforschung soll untersucht werden, welche Rolle Sprache, Symbole, Bilder und Medien für die Selbstbeschreibung und Organisation der Wissenschaft spielen. Im Feld Kultur- und Literatursoziologie wird geprüft, wie mit überzeugend kombinierten Methoden und Theorien Daten und Erkenntnisse gewonnen werden können, mit denen philologische und sozialwissenschaftliche Fragestellungen verbunden werden können.

Die Sektion Wissenschaftskommunikation widmet sich der Analyse aktueller Vermittlungsprobleme angesichts der Herausforderung einer populistischen Wissenschaftsskepsis. Ein Lehr-Labor soll dazu genutzt werden, neue geistes- und kulturwissenschaftliche Formate und Veranstaltungstypen zu entwickeln, die auch an anderen Hochschulen als Prototypen forschungsorientierter Lehre weiter modifiziert werden können.

Darüber hinaus sollen neue Formate einführt werden: Antrags- und Schreibwerkstätten für Doktoranden sind ebenso geplant wie Postdocs-Fellowships und Gastaufenthalte der internationalen Tandempartner, Master classes für Wissenschaftsjournalisten und Sachbuch-Autoren sowie wissenschaftspolitische Diskussionskreise. Damit bietet das KWI einen Ort im Ruhrgebiet, an dem die Erträge ambitionierter kulturwissenschaftlicher Forschung auch mit Interessierten aus der Stadt und der Region geteilt und diskutiert werden können. 

Zur Person:
Julika Griem, geboren 1963, leitet seit April 2018 das Kulturwissenschaftliche Institut Essen (KWI), ein Forschungskolleg der Universitätsallianz Ruhr, und ist Professorin für Anglistik und Literaturwissenschaft an der UDE. Sie studierte Anglistik und Germanistik an den Universitäten in Freiburg im Breisgau und in Amherst, Massachusetts. Nach ihrer Promotion an der Universität Freiburg habilitierte sie sich an der Universität Stuttgart. Von 2005 bis 2012 war sie Professorin für Anglistische Literaturwissenschaft an der TU Darmstadt, von 2012 bis 2018 lehrte und forschte sie an der Goethe-Universität Frankfurt/Main. Seit 2016 ist sie Vizepräsidentin der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).

Über das KWI:
Das Kulturwissenschaftliche Institut Essen (KWI) ist ein Forschungskolleg der Universitätsallianz Ruhr (UA Ruhr), zu der sich die Ruhr-Universität Bochum, die TU Dortmund sowie die Universität Duisburg-Essen zusammengeschlossen haben. Seine Aufgabe ist die Förderung hervorragender interdisziplinärer Forschung in den Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften mit regionalen, nationalen und internationalen Partnern. Innerhalb des Ruhrgebiets bietet das KWI einen Ort, an dem die Erträge ambitionierter kulturwissenschaftlicher Forschung auch mit Interessierten aus der Stadt und der Region geteilt und diskutiert werden.

im Bild:
(v.l.) Prof. Dr. Ulrich Radtke, Prof. Dr. Ursula Gather, Prof. Dr. Julika Griem und Prof. Dr. Axel Schölmerich

Weitere Informationen:
http://www.kulturwissenschaften.de