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Projekt zur Auswirkung von Zuwanderung

Wie geht die Polizei mit Migration um?

von Cathrin Becker | 22.10.2018 | Forschung|Presseinfo

Migration verändert die Gesellschaft – und damit auch die Polizei? Welchen Einfluss die Zuwanderung auf die Ordnungshüter hat, beleuchtet das neue Forschungsprojekt MIGRATE, an dem das Institut für Soziologie und das Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen (UDE) beteiligt sind. Das von der Deutschen Hochschule der Polizei initiierte Verbundprojekt wird vom Bundesforschungsministerium mit 1,2 Millionen Euro bis 2021 gefördert.

„Wir begreifen Migration als eine Form von gesellschaftlichem und institutionellem Wandel. Uns interessiert, wie die Personalpolitik der Polizei mit Migration umgeht und ob wir z.B. auch Diversity Management, also einen aktiven Umgang mit Vielfalt, beobachten können“, erklärt Soziologieprofessor Martin Brussig. Gemeinsam mit seiner Kollegin Prof. Dr. Anja Weiß vom Institut für Soziologie und zwei Promovierenden untersucht er in einem gerade gestarteten Teilprojekt, wie systematisch die Polizei auf verschiedenen Hierarchieebenen die migrationsbedingte Vielfalt handhabt. „Wie läuft das in der Praxis und wie in der Aus- und Fortbildung? Wir berücksichtigen dabei den Migrationshintergrund, aber auch Geschlecht, Alter und Religion“, so Weiß.

Das Projekt untersucht, ob die Personalverantwortlichen die zunehmende Vielfalt unter den Polizeifachkräften als Chance begreifen oder sie auch als Bürde ansehen. Durch den Vergleich von zwei ausgewählten Landespolizeien (u.a. Berlin) und der vertieften Untersuchung einzelner Dienststellen, wird das Projekt erforschen, wie das Personal eingesetzt wird und wie Weiterbildung und Beförderung aussehen. Zudem werden Interviews in Landesministerien und übergeordneten Dienststellen geführt.  

Die Ergebnisse des UDE-Projekts fließen anschließend in das Verbundprojekt ein. Ziel von MIGRATE ist es, eine höhere Kompetenz der Polizei im Umgang mit einer vielfältigen Bevölkerung zu erreichen, die Aus- und Fortbildung sowie die Strukturen und Arbeitsprozesse der Polizei zu optimieren. Die Deutsche Hochschule der Polizei leitet das Projekt, an dem auch die Akademie der Polizei Hamburg sowie die Landespolizeien von Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Berlin und Hamburg beteiligt sind.

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Anja Weiß, Institut für Soziologie, Tel. 0176/96879051, anja.weiss@uni-due.de
Prof. Dr. Martin Brussig, IAQ, Tel., 0203/379-3931, martin.brussig@uni-due.de

Redaktion: Cathrin Becker, Tel. 0203/379-1488