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Interview mit Kanzler Rainer Ambrosy

Ich bin stolz auf uns alle

  • von Beate Kostka
  • 13.12.2018

Seit 14 Jahren ist Dr. Rainer Ambrosy Kanzler – bald ein ehemaliger. C:R traf ihn zum Gespräch. 

Womit bringen Sie sich in Schwung: Tee oder Kaffee?
Eindeutig Kaffee, im zweistelligen Bereich bis mittags.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag aus?
Da wechselt meist eine Besprechung die nächste ab: sei es in der Dezernentenrunde, im Rektorat, im Ministerium, im Kollegenkreis oder auch in Einzelgesprächen in meinem Büro, wie jetzt.

Wie viel Stunden hat Ihre Arbeitswoche?
Schwer zu sagen, denn als Kanzler kann man sich meist nicht um 17 Uhr in den Feierabend verabschieden. Die Dinge müssen ja zu Ende gebracht werden – und sei es durch Erschöpfung.

Was ist Ihr Lieblingsessen in der Mensa?
Currywurst mit Pommes. Leider bin ich dann immer in der längsten Schlange.

Und Ihr Lieblingsort auf dem Campus?
Immer gern draußen, z.B. auf dem Sommerfest, wo man mit vielen Menschen ins Gespräch kommen kann, das ist wunderbar.

Wie entspannen Sie sich von einem stressigen Tag?
Ich sitze jede freie Minute auf dem Fahrrad oder auf meinem Segelboot, im Winter fahre ich Ski. Das tut mir total gut, denn es gibt natürliche Grenzen für Herz und Kreislauf – bei all dem Stress, den der Job so mit sich bringt.

Angenommen, Sie könnten in zehn Stunden zehn Millionen Euro ausgeben, wie würden Sie das Geld einsetzen?
Ganz ehrlich? Solche Summen beeindrucken mich nicht. Durch die Uni fließt jährlich fast eine halbe Milliarde Euro. Legt man 220 Arbeitstage zugrunde, sind dies über zwei Millionen täglich, die der Haushaltsbeauftragte verantwortet.

Womit bringt man Sie aus der Fassung?
Das ist eigentlich nicht so leicht. Es passierte allerdings bei der SAP-Einführung schon mal. Manchmal hatten wir alle das Gefühl, dass es nicht mehr weitergeht. Ich musste auch viel Kritik einstecken und wurde dünnhäutig. Ungemein dankbar bin ich aber allen Gremien, unseren Fakultäten und Beschäftigten, dass diese Kritik nie nach außen getragen wurde, wie das in anderen Unis schon mal der Fall war. Einmal bin ich im positiven Sinne aus der Fassung geraten, als ich in Hochschulrat und Senat einstimmig wiedergewählt wurde.

Auf welchen Erfolg als Kanzler sind Sie am meisten stolz?
Auf die Fusion, das war ganz klar die große Aufgabe. Dass sie so gut geklappt hat, war am Anfang nicht absehbar. Sie hat aber auch eine Menge Kraft gekostet, viele Entscheidungen haben richtig wehgetan. Mittlerweile sind wir weltweit hoch anerkannt, erbringen immense Leistungen. Ich bin stolz auf uns alle, dass wir das so gut geschafft haben.

Gibt es Dinge, die Sie bedauern?
Die zunehmende Bürokratisierung, in allen Bereichen von Lehre, Forschung und Verwaltung. Die enorme Regulierungswut auf allen Ebenen hat uns eine Menge zusätzliche Arbeit beschert, gerade auch in den Fakultäten und Einrichtungen.

Welche Entscheidung als Kanzler würden Sie heute anders treffen?
Ich würde mir mehr Zeit für die Mitarbeiter*innen nehmen. Gerade unsere Uni lebt von der Kommunikation.

Was würden Sie gern an der UDE noch zu Ende bringen?
Die großen Bauvorhaben müssen nochmal neu terminiert auf den Weg gebracht werden. Unsere Rolle beim Thema Bauen ist neu zu definieren. Das KKC würde ich gerne – in kleinerem Umfang – wiedereröffnen. Unsere Studierenden brauchen mehr Raum, um sich zu treffen und sich auszutauschen.

Was heißt für Sie Ruhestand?
All das, was ich bei meinen drei Söhnen verpasst habe, hole ich bei meinen Enkelkindern nach. Ich werde häufiger mit dem Kinderwagen auf dem Uni-Campus sein und sagen: Schaut einmal, hier habe ich etwas, was Hand und Fuß hat. Dann bin ich noch in zwei Hochschulräten. Und ich möchte auch künftig ehrenamtlich arbeiten, wie auch schon jetzt als Vorstand einer Stiftung. Und dann natürlich der Sport…

Der Campus:Report hat diesmal den Themenschwerpunkt Liebe. Was verbinden Sie mit diesem Wort?
Ganz klar meine Familie.

Was wünschen Sie Ihrem/Ihrer Nachfolger*in?
Dass er oder sie das Positive, was ich hier erfahren habe, auch erleben und auf der Basis von Rückhalt und Vertrauen arbeiten kann.

 

Zur Person:
Rainer Ambrosy (65) ist promovierter Wirtschaftswissenschaftler und ausgewiesener Verwaltungsexperte. Von 1992 bis 2004 war er Kanzler der Hochschule Bochum, um dann an die frisch vereinte UDE zu wechseln.

Bis vor Kurzem war er stellvertretender Sprecher der Universitätskanzler Deutschlands und zugleich Vorsitzender des Arbeitskreises Hochschulfinanzierung. Er gehört zwei Hochschulräten in Leipzig und Weimar (hier als Vorsitzender) an.

im Bild (oben)
Von Grainau nach Riva del Garda: Rainer Ambrosy bei seiner 25. Alpenüberquerung im August dieses Jahres.

 

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