Meldungen aus der UDE

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Nachruf auf Monika Rögge

Eine Stimme der Universität

  • von Arne Rensing und Ulrike Bohnsack
  • 07.04.2020

Um Wissenschaft verständlich zu machen, braucht es Menschen, die ihr eine Stimme geben. Von einem dieser Menschen, einer dieser Stimmen, musste sich die UDE nun verabschieden. Am 19. März 2020 starb im Alter von 77 Jahren Monika Rögge. Die langjährige Leiterin der Pressestelle der Universität Essen, später der neu gegründeten UDE, hat die Hochschule 22 Jahre lang geprägt. Dabei stand sie sechs Rektoren, einer Rektorin und einem Gründungsbeauftragten als professionelle Kommunikatorin zur Seite.

Die gelernte Journalistin fand im März 1985 den Weg an die junge Gesamthochschule im Essener Nordviertel, und bis zu ihrem Ausscheiden im November 2007 sollte sie sowohl ihr Arbeitsumfeld als auch die Region in ständiger Veränderung erleben: Der Wandel vom Montanrevier zum internationalen Bildungs-und Wissenschaftsstandort Metropole Ruhr prägte auch Monika Rögges Arbeit. Und sie trug dazu bei, die Entwicklung ihrer Universität zu verstehen.

So lenkte sie den Blick der Medien auf die Forschungsstärke der Wissenschaftler*innen, auf die Chancen und Besonderheit der Gesamthochschule und lebte interne Kommunikation, bevor dies zum Schlagwort an Hochschulen wurde: Sie gab den Menschen an ihrer Uni Themen, über die sie ins Gespräch und zusammenkommen konnten – von der Medizin bis hin zu den Designwissenschaften. Sie hatte Freude daran, spannende Geschichten zu erzählen von Professoren, Studierenden, Beschäftigten, oft verbunden mit der Frage nach der gesellschaftlichen Relevanz ihres Handelns.

Als sich die Gesamthochschulen Duisburg und Essen 2003 zusammenschlossen zu einer der größten Universitäten Deutschlands, trug sie gemeinsam mit ihrer Duisburger Kollegin dazu bei, nach innen die Tonlage zu finden, damit die Standorte und ihre Mitglieder zusammenwachsen konnten. Nach außen positionierten sie die UDE schnell am Markt und gaben ihr ein einheitliches Gesicht.

Gute Entscheidungen entstehen, wenn man den Blick zurück mit dem Blick nach vorne verbindet, war Monika Rögges Devise, und sie war überzeugt, dass neue Herausforderungen die größte Konstante im Leben darstellen. Diesen Herausforderungen ist sie mit der ihr eigenen Art entgegengetreten: mit viel Liebe zur Sache, genau bis ins Detail, mit ehrlichem Respekt den Menschen gegenüber; beharrlich, oft geduldig und ungeduldig zugleich, streitbar, wo es angebracht war, und persönlich immer einen Schritt zurücktretend.

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