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UA Ruhr: Wandel durch Wissenschaft

75 Mio. Euro für neue Forschungszentren

  • 18.03.2021

Die Universitätsallianz Ruhr wird ihre internationale Spitzenforschung stark ausbauen. Die Landesregierung gab am Mittwoch, den 17. März bekannt, dass sie den Verbund im Rahmen der Ruhr-Konferenz darin unterstützt, vier Research Center und ein College zu gründen. Dazu werden die Ruhr-Universität Bochum, die Technische Universität Dortmund und die Universität Duisburg-Essen ihre langjährige Kooperation unter einem neuen Dach festigen: der „Research Alliance Ruhr“.

Die Landesregierung hatte bereits im vergangenen November verkündet, dass sie zur Förderung des Strukturwandels neue, innovative Forschungszentren an der UA Ruhr aufbauen und langfristig finanzieren wolle. Das inhaltliche Konzept dazu hatten die drei Universitäten im Dezember dann einem vom Wissenschaftsrat zusammengestellten Expertenteam vorgestellt. Das Votum fiel überaus positiv aus: Bestätigt wurde nicht nur die hohe wissenschaftliche Qualität, sondern auch der große Mehrwert des gemeinsamen Vorhabens für die Wissenschaftsregion Ruhrgebiet und darüber hinaus. Für den Aufbau fließen nun bis zu 75 Millionen Euro in den kommenden vier Jahren. 2025 soll der Vollbetrieb starten.

Vier Research Center, ein College

Durch die neuen Forschungszentren bündeln die drei Universitäten ihre Expertise in Bereichen, in denen sie bereits heute international anerkannte Spitzenforschung betreiben. Die vier Research Center werden sich mit zukunftweisenden Fragestellungen in den Lebens-, Natur- und Ingenieurwissenschaften befassen. Um nachhaltige Lösungen aus der Chemie geht es im Bereich „Chemical Sciences and Sustainability“, während sich „Trustworthy Data Science and Security“ mit Datensicherheit befasst. Der Bereich „Future Energy Materials and Systems“ widmet sich Fragen der Energietechnik, und „One Health“ umfasst einen ganzheitlichen Forschungsansatz zur Gesundheit des Menschen. Für die Geistes- und Sozialwissenschaften wiederum wird ein College eingerichtet, das den internationalen Austausch durch Gastaufenthalte fördern wird.

„Mit diesen neuen Strukturen gewinnt das Ruhrgebiet an Attraktivität für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus aller Welt, die sich mit den drängenden Fragen der Zukunft befassen wollen“, sagte Prof. Axel Schölmerich, Rektor der Ruhr-Universität Bochum. „Die gesamte Region wird davon profitieren, dass durch die Forschung innovative Ideen für Anwendungen in der Praxis entstehen, für große Unternehmen genauso wie für Startups“, fügte sein Dortmunder Kollege Prof. Manfred Bayer an. „Dass die Ruhr-Konferenz die UA Ruhr nun fördert, bestätigt unser Credo: Zusammenarbeit zahlt sich aus“, sagte Prof. Ulrich Radtke. Der Rektor der Universität Duisburg-Essen gehört zu den Gründungsvätern der UA Ruhr, die im März 2007 mit einem Kooperationsvertrag zwischen den drei Partneruniversitäten ihren Anfang nahm.

"Schulterschluss der Innovation"

Ministerpräsident Armin Laschet nannte das Vorhaben „einen neuen Schulterschluss der Innovation“. Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen sagte, die Landesregierung wolle mit dem Beschluss „die internationale Strahlkraft des Ruhrgebiets als exzellente Wissenschaftsregion auf ein neues Niveau heben“. Europaminister Dr. Stephan Holthoff-Pförtner, dem die Federführung der Ruhr-Konferenz obliegt, betonte, dass die Ruhr-Konferenz gestartet sei, um auf breiter Front das Potenzial der Metropolregion auszuschöpfen: „Die neuen Forschungszenten belegen: Wir kommen voran.“

Bevor es an die konkrete Umsetzung geht, müssen die Empfehlungen des vom Wissenschaftsrat eingesetzten Expertenteams im Detail ausgewertet werden.

Zukunftsregion Ruhrgebiet

Die Ruhr-Konferenz ist eine Initiative der Landesregierung, um die Metropole Ruhr als wirtschaftlich star­ke und lebenswerte Zukunftsregion für alle Men­schen zu ge­stal­ten. Im Jahr 2019 wurden in über 50 Ver­an­stal­tun­gen Ideen gesammelt, über deren För­de­rung die Landesregierung beraten hat. Dabei hatte sich der Vorschlag durchgesetzt, an der UA Ruhr standortübergreifende For­schungs­zen­tren von internationaler Sichtbarkeit aufzubauen. Im Rah­men der Ruhr-Konferenz wer­den an der UA Ruhr bereits andere Projekte für die „Chancenregion Ruhr“ ge­för­dert, etwa das Ta­lent­scou­ting oder das For­schungs­pro­jekt InnaMoRuhr zur Ver­bes­se­rung der nachhaltigen Mo­bi­li­tät zwischen den vier Universitätsstandorten.

Die Uni­ver­si­täts­allianz Ruhr

Seit 2007 arbeiten die Ruhr-Uni­ver­si­tät Bochum, die Technische Uni­ver­si­tät Dort­mund und die Uni­ver­si­tät Duisburg-Essen unter dem Dach der UA Ruhr strategisch eng zu­sam­men. Durch Bündelung der Kräfte wer­den die Leis­tun­gen der Part­ner­u­ni­ver­si­tä­ten systematisch ausgebaut. Unter dem Motto „ge­mein­sam besser“ gibt es inzwischen über 100 Kooperationen in For­schung, Lehre und Ver­wal­tung. Mit mehr als 120.000 Stu­die­ren­den und nahezu 1.300 Pro­fesso­r*in­nen gehört die UA Ruhr zu den größten und leistungs­stärksten Wissen­schafts­stand­orten Deutsch­lands.

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