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Neu an UDE/UK Essen: Erika Sirsch

Pflegewissenschaft an der UDE

  • von Dr. Alexandra Nießen
  • 16.06.2023

Pflegefachkräfte sind systemrelevant, nicht erst seit COVID-19. In Deutschland werden sie traditionell an Fachschulen ausgebildet. „International ist in der Pflege ein Studium der Ausbildungsstandard. Wir hinken da hinterher“, sagt Dr. Erika Sirsch, neue Professorin für Pflegewissenschaft mit Schwerpunkt Interprofessionalität. Als Erstes verfolgt sie an der Medizinischen Fakultät der UDE den Aufbau eines Bachelor-Studiengangs.

Eine gute Ausbildung schätzt Sirsch. Von 1980 bis 2002 arbeitete sie als examinierte Krankenschwester langjährig als Stations- und Bereichsleitung in Kliniken. 1996 ließ sie sich zur Fachkraft für Gerontopsychiatrie weiterbilden, 1998 zur Fachkrankenschwester für Geriatrische Rehabilitation. Dann studierte sie Pflegewissenschaft an der Uni Witten/Herdecke
(2000-07)und wurde 2014 dort promoviert.

„Ein Studium für Pflegekräfte ist wichtig. Die pflegerische und medizinische Versorgung wird zunehmend hochkomplex, erfordert umfangreiche Kompetenzen“, sagt Sirsch. Für den Aufbau des Studiengangs kooperiert sie insbesondere mit der Stabsstelle „Entwicklung und Forschung Pflege“ der Universitätsmedizin Essen (UME).

Versorgen akademisch ausgebildete Pflegende einen Menschen mit Pflegebedarf anders als die mit einer Berufsausbildung? „Nach dem Studium sind sie ebenso Anfänger:innen wie nach der Berufsfachschule. Mit den erlangten Kompetenzen können sie aber wissenschaftliche Belege meist rasch in die klinische Entscheidungsfindung einbringen“, erklärt die 63-Jährige. Und die fachschulisch ausgebildeten Pflegefachkräfte? Sind sie überflüssig? „Auf keinen Fall, ein geeigneter Qualifikations-mix ist wichtig. Wir planen daher eine enge Zusammenarbeit mit der Bildungsakademie des Klinikums.“ Der neue Studiengang Bachelor of Nursing soll UDE-Studierende ab 2025 auf künftige Anforderungen der Gesundheitsversorgung vorbereiten – im Krankenhaus, in Pflegeeinrichtungen oder der ambulanten Versorgung. Auch ein Angebot für bereits ausgebildete Pflegefachkräfte ist geplant.

Sirsch forscht zugleich zum Umgang mit Schmerz. „Viele ältere Menschen leiden an chronischem Schmerz.“ Derzeit arbeitet sie mit anderen Kolleg:innen an der Leitlinie „Schmerzmanagement bei GERIatrischen PAtieNt:innen“ (GeriPAIN). Beteiligt sind auch die Deutsche Schmerzgesellschaft und EHS Dresden. Das Ziel ist es, evidenzbasierte interdisziplinäre Empfehlungen für das Schmerzmanagement von älteren Menschen zu entwickeln. Diese Leitlinie wird sowohl in der ambulanten sowie akut- und langzeitstationären Versorgung gelten. Das Projekt wird für zweieinhalb Jahre mit rund 300.000 Euro vom Innovationsausschuss des Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA)** gefördert.

Weitere Informationen:
* Die Leitlinie GeriPAIN ist bei der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) angemeldet.

** Der Innovationsausschuss des Gemeinsamen Bundesausschuss besteht aus Mitgliedern der Krankenkassen, der Kassenärztlichen und der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung, der Deutschen Krankenhausgesellschaft, des Bundesministeriums für Gesundheit, des Bundesministeriums für Forschung sowie einer/m Patientenvertreter:in.

Prof. Dr. rer. medic. Erika Sirsch,, MScN, RN, Professorin für Pflegewissenschaft mit Schwerpunkt Interprofessionalität, Institut für Didaktik in der Medizin, Tel. 0201/723-7293, erika.sirsch@uk-essen.de

Redaktion: Dr. Alexandra Nießen, Tel. 0203/37 9-1487, alexandra.niessen@uni-due.de

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