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Neu an der UDE: Sabrina Disch

Nanomagnetismus im Blick

  • von Dr. Alexandra Nießen
  • 15.08.2023

Magnetismus steckt in Computern, Windkraftanlagen, medizinischen Geräten oder anderen Maschinen, die mit Motoren betrieben werden. Wie Magnetismus auf der Nanoskala wirkt, analysiert Dr. Sabrina Disch. Sie ist neue Professorin für Anorganische Chemie an der UDE-Fakultät für Chemie.

Der Magnetismus in Materialien wird oft von kleinsten Strukturen beeinflusst: Nanostrukturen haben eine Größenordnung von einem millionstel Meter. Im Labor hergestellte magnetische Nanoteilchen sind gute Modelle für nanoskalige Defekte oder Grenzflächen, finden aber auch direkte Anwendung, etwa in der Krebsbekämpfung, der medizinischen Bildgebung, in Trägerstoffen von Medikamenten oder als Katalysatormaterialien.

„Magnetismus auf der Nanoebene sowie in übergeordneten Strukturen zu verstehen, ist eine Voraussetzung, um Materialien mit maßgeschneiderten magnetischen Eigenschaften für diese gesellschaftlich hoch relevanten Anwendungsbereiche herzustellen“, sagt Professorin Disch. Die Chemikerin wendet Röntgen- und Neutronenstreumethoden an, um Struktur und Magnetismus von Nanomaterialien zu untersuchen. An der UDE möchte Disch die Informationen auf mehreren Größenskalen miteinander verbinden, um sie vollständig zu verstehen. „Ich werde zudem die magnetischen Eigenschaften von Nanoteilchen gezielt nutzen, um mehr über ihre strukturelle Zusammensetzung und Fehlordnungen im Nanobereich herauszufinden“, so die UDE-Professorin. Mit ihrer Forschung möchte sie eine Brücke von der Grundlagenforschung an Modellsystemen zu realen Materialien mit praktischer Anwendung schlagen.

Nach ihrem Studium der Chemie an der Universität Köln forschte Sabrina Disch am Forschungszentrum Jülich und wurde 2010 an der RWTH Aachen mit Auszeichnung promoviert. Danach folgten mehrere Auslandsjahre: zunächst als Postdoktorandin an der University of Oregon (USA) und der Université Libre de Bruxelles (Belgien). Dann war sie Marie Curie Fellow am Institut Laue-Langevin, einem internationalen Forschungszentrum im französischen Grenoble. Zurück in Deutschland etablierte sie ab 2014 an der Universität zu Köln eine unabhängige Forschungsgruppe, die zunächst als Liebig Gruppe, ab 2015 als Emmy Noether Gruppe gefördert wurde. Dischs Forschung wurde mehrfach ausgezeichnet, zuletzt 2020 für ihre Neutronenforschung mit dem Wolfram-Prandl-Preis.

Weitere Informationen:
Prof. Dr. rer. nat. Sabrina Disch, Anorganische Chemie, sabrina.disch@uni-due.de

Redaktion: Alexandra Nießen, Tel. 0203/37 91487, alexandra.niessen@uni-due.de

 

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