Schmuckbild Abwasserkanal
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Bund fördert Forschungsprojekt WBEready

Mit Abwasser frühzeitig Pandemien aufdecken

  • 13.11.2023

Bereits während der Corona-Pandemie lieferte Abwasser frühzeitig Hinweise auf das Infektionsgeschehen. Das neue Forschungsprojekt „WBEready“ soll nun ein konkretes System für die Umsetzung der abwasserbasierten Epidemiologie (WBE) für verschiedene Erkrankungen erstellen, um bei künftigen Pandemien schneller reagieren zu können. Beteiligt ist ein Forschungskonsortium* unter Federführung der Wasserwirtschaftsverbände Emschergenossenschaft und Lippeverband. WBEready wird gefördert vom Bundesministerium für Gesundheit. An der UDE sollen unter anderem neue Erreger frühzeitig erkannt und die gesammelten Daten analysiert werden.

Rund 782 Kilometer Wasserläufe und 1533 Kilometer Abwasserkanäle – die Infrastruktur der Emscher-Lippe-Region dient den Wissenschaftler:innen als einzigartiges Real-Labor. Hier sollen innerhalb des Forschungsprojektes WBEready neue analytische, technische, epidemiologische und institutionelle Forschungsfragen geklärt werden. Der Fokus richtet sich dabei nicht nur auf die weitverbreiteten Erreger, wie SARS-CoV-2 oder die Influenza, sondern auch auf bislang weniger beachtete Erreger, die durch den Klimawandel immer näher heranrücken, sowie auch auf antibiotikaresistente Bakterien.

Dazu werden unter der Leitung der Universitätsmedizin Essen neue Methoden der Nukleinsäuresequenzierung in Umweltproben erforscht, um nicht nur bereits bekannte Erreger (Viren und Bakterien) wiederzuentdecken, sondern auch neue oder veränderte Erreger frühzeitig zu erkennen. „Ein wichtiger Ausgangspunkt sind hier die gewonnenen Erfahrungen während der Corona-Pandemie zur Analyse von Abwasser, die in Kooperation mit dem ZWU und dem Emscherverband gemacht wurden”, erklärt dazu Prof. Dr. Folker Meyer vom UK Essen.

Ein bedeutender Teil des Projekts an der UDE ist zudem, so Meyer weiter, „die Optimierung des Datenflusses. Daher werden Laborverfahren neu und weiterentwickelt sowie Datenbanken bzw. Datenintegration in der Medizin in den Fokus genommen.” Das Institut für künstliche Intelligenz in der Medizin (IKIM) und das Institut für Urban Public Health (InUPH) übernehmen hier die Koordination mit dem öffentlichen Gesundheitsdienst, bauen eine projektinterne Dateninfrastruktur auf und führen Analysen zu zeitlichen und räumlichen Unterschieden in der Erregerlast nach demographischen und sozioökonomischen Aspekten durch.

*Unter der wissenschaftlichen Leitung des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt und der Beteiligung der Forschungsinstitut für Wasserwirtschaft und Klimazukunft und des Instituts für Siedlungswasserwirtschaft der RWTH Aachen sowie den UDE-Instituten IKIM und InUPH soll eine Roadmap für ein praxisorientiertes System in der Emscher-Lippe-Region entwickelt und erprobt werden. Gefördert wird das Projekt mit über einer Millionen Euro bis Ende 2024.

Weitere Informationen:
Die ausführliche Pressemitteilung finden Sie hier.

Prof. Dr. Folker Meyer, Medical Data Science,folker.meyer@uk-essen.de

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