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Zum Internationalen Tag gegen Rassismus

Fakten statt Empfinden

  • von Janina Balzer
  • 21.03.2024

Arbeit, Bildung, Gesundheit und Medien – Menschen mit Migrationsbiographie sind in vielen Bereichen mit Rassismus und Diskriminierung konfrontiert. Wie dies genau aussieht, wird am Interdisziplinären Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung der Universität Duisburg-Essen untersucht.

Im großen Forschungsverbund Diskriminierung und Rassismus (FoDiRa) koordiniert das Interdisziplinäre Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (InZentiM) der UDE seit 2022 zehn Teilprojekte zur Diskriminierungs- und Rassismusforschung. Dabei ist das thematische Spektrum groß. An der UDE wird vor allem zu den Themen Arbeitsmärkte und Bildung sowie dem Einfluss der medialen Berichterstattung auf das Auftreten rassistischer Übergriffe geforscht.

Prof. Dr. Andreas Blätte, Leiter des InZentIM und Sprecher des FoDiRa, betont die Bedeutung des Internationalen Tags gegen Rassismus: „Tage wie dieser sind wichtig, um die Diskussion wiederzubeleben. Wir müssen immer wieder darauf aufmerksam machen, dass wir eine schwere Belastung des gesellschaftlichen Zusammenlebens haben, wenn viele Menschen durch Rassismus ihrer Entwicklungsperspektiven beraubt sind.“ Diskriminierung und Rassismus äußern sich dabei oft versteckt. So gibt es rassistische Diskriminierung durch unterschwellige Aussagen, Verhaltensweisen oder institutionelle Muster. Dies ist auch schwierig für die Forschung, die belastbare Fakten zum Thema aufzeigen möchte. Die UDE treibt daher mit dem Verbund die Entwicklung neuer Methoden voran.

Die erste Säule bilden Umfragen anhand von Vignettenexperimenten: Gibt es zum Beispiel Unterschiede in der Wahrnehmung verschiedener Migrant:innengruppen, wenn Teile der Befragten mit unterschiedlichen Szenarien konfrontiert werden? Die zweite Säule bilden regional feingliedrige Arbeitsmarkt- und Bildungsdaten, die über repräsentative Umfragen hinausgehen und neue Erkenntnisse ermöglichen. Diese Daten sind erst durch Kooperationen mit anderen großen Partnern, wie zum Beispiel dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, möglich. Große Textdaten von Regionalzeitungen und Twitter, anhand derer die Folgen rassistischer Übergriffe für die betroffenen Regionen untersucht werden, bilden die dritte Säule. Prof. Blätte arbeitet hierzu mit dem Arbeitsmarkt- und Migrationsökonom Prof. Dr. Sebastian Otten von der Volkswirtschaftlichen Fakultät und Dr. Julia Bredtmann als Projektpartnerin vom Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung zusammen.

Die Forschung im FoDiRa läuft bis zum Sommer 2024. Insgesamt werden im Kontext der Forschungsgemeinschaft des Deutschen Zentrums für Integrations- und Migrationsforschung zehn Forschungsprojekte mit verschiedenen Themenschwerpunkten und Kooperationen durchgeführt. Der Verbund wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. Ziel ist, die Entstehung und die Reproduktion rassistischer Vorurteile vertieft zu untersuchen. Es entstehen zudem politikberatende Publikationen für die Praxis und für Entscheidungsträger.

Weitere Informationen:
https://www.uni-due.de/inzentim/projektblaette4

Prof. Dr. Andreas Blätte, Leiter des InZentIM an der UDE und Sprecher des Forschungsverbunds FoDiRa, (0203) 379-2286, andreas.blaette@uni-due.de

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