Grafik Nachhaltigkeitstag
© UDE/Bergmeister/Meina

3. Thementag zur Nachhaltigkeit an der UDE

Campus und Unialltag im Fokus

  • 27.03.2024

Mit dem Fahrrad zur Uni, Leitungswasser trinken statt Einweg-Flaschen kaufen oder Heizung ausschalten beim Verlassen des Raumes. Jede:r Einzelne kann nachhaltiger und klimafreundlicher leben. Doch um dem Klimawandel wirklich entgegen zu wirken, braucht es Institutionen und Kollektive – wie die Universität Duisburg-Essen. Einiges wurde hier schon erreicht. Was zukünftig in Sachen Campus und Unialltag geplant ist und welche Ideen es noch gibt, stand im Fokus des Thementages „Practicing Sustainable Solutions@UDE“ am Mittwoch, 20. März.

„Realistische Szenarien sagen voraus, dass bedingt durch den Klimawandel bestimmte Regionen auf der Erde unbewohnbar werden. Wenn wir jetzt nicht mehr tun, dann werden extreme Wetterlagen weiter zunehmen und vermehrte Migration nach Mitteleuropa unvermeidlich“, so die eindringlichen Worte von Prof. Dr. Barbara Albert, Rektorin der Universität Duisburg-Essen (UDE) zu Beginn der Veranstaltung. Die Rektorin weiter: „Nur gemeinsam können wir etwas ändern“. Dem stimmte Prof. Karen Shire PhD zu. Die Prorektorin für Universitätskultur, Diversität und Internationales betonte, dass das Ziel des Thementages sei, zu inspirieren und motivieren – und so die Universität gemeinsam als Ganzes voran zu bringen. Nach den vorherigen Thementagen, die im vergangenen Jahr ihren Fokus auf Forschung und auf Lehre legten, stand nun der Campus und der Unibetrieb im Fokus. Viele Initiativen seien schon sehr aktiv, wie etwa der Campusgarten, das Universitätsnetzwerk AURORA mit dem Fokus auf Nachhaltigkeit oder UDE4Future, unter anderem mit ihrer regelmäßigen Klimaringvorlesung, die am 18. April startet. Auch die Initiative „Flyless“ sei besonders wichtig, so Shire: Denn nach Heizen und Stromversorgung sind Dienstreisen der nächstgrößte Posten im CO2-Ausstoß einer Universität. „Jede:r muss sich fragen: Kann ich die Strecke nicht auch mit der Bahn erreichen? Und bei Langstreckenflügen gilt: Muss ich so oft fliegen?“

Der Kanzler der UDE, Jens Andreas Meinen, machte deutlich, dass die Uni auch Ökostrom nutzt, doch Gas und aus fossilen Quellen erzeugte Fernwärme sind aktuell noch die Hauptenergieträger. Zudem, so der Kanzler, stellt der Baubestand die UDE vor große Herausforderungen. „Wir arbeiten gemeinsam mit dem BLB, dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW, daran, Lösungen zu finden. Unser Ziel ist es, energetisch zu sanieren, wenn sich sinnvolle Optionen bieten. Bei Neubauten denken wir natürlich den Ressourceneinsatz und die Klimaneutralität mit, zum Beispiel durch Photovoltaikanlagen auf dem Dach, grüne Fassaden, mehr E-Lade-Stationen und bessere Fahrradwege und -abstellmöglichkeiten."

Wie sieht die nachhaltige Universität aus?

Sabine Hampel, Dezernatsleiterin des Gebäudemanagements, bestärkte diesen Ansatz in der folgenden Podiumsdiskussion. Wie sieht für sie die nachhaltige Universität aus? „Man muss sich fragen: Wie viel Fläche verbrauchen wir; können wir die Zukunft der Arbeit in Zeiten von Homeoffice auch anders denken?“ Hampel weiter: „Es ist unser Ziel, recycelte Materialien einzusetzen und Weiterverwertung zu forcieren. In Sachen Energie möchten wir perspektivisch noch mehr nachhaltige Quellen nutzen." André Kreft, Geschäftsführer der Fakultät Biologie, nahm das Kühlen der Campi beispielsweise durch Fassadenbegrünung in den Blick. Die Fakultät Biologie wird sich für mehr Grün, Nachhaltigkeit und Biodiversität engagieren. „Wir alle sollten den Campus nicht nur als Lebensraum für uns Menschen sehen, sondern die Aufenthaltsqualität auch für Pflanzen und Tiere mitdenken“, so Kreft. Prof. Dr. Pedro José Marrón, Prorektor für Transfer, Innovation und Digitalisierung, sieht die Datenerfassung als zentrale Voraussetzung, um Veränderungen auslösen zu können: „Wo verlieren wir Energie, warum verbrauchen wir wieviel Strom und Gas? Das alles müssen wir auflisten, um es dann intelligent steuern zu können und optimale Lösungen zu finden.“

Zwei Impulsvorträge regten zudem neue Überlegungen für die Diskussion an: Zunächst stellte der Nachhaltigkeitskoordinator der Universität Innsbruck, Lorenzo Anatol Rieg (Ph.D.), die strukturelle Verankerung und das Monitoring von Nachhaltigkeit an Universitäten vor, bevor Dr. Carsten Gerhardt als Geschäftsführer der Circular Valley Stiftung die Initiative präsentierte, die das Ziel hat, die erweiterte Metropolregion Rhein-Ruhr als globales Zentrum für die nachhaltige Kreislaufwirtschaft aufzubauen.

Das Fazit von Prorektorin Shire: „Für die Einen verändern wir uns zu langsam und tun zu wenig.“ Aber echter Wandel brauche Zeit. „Wir sind eine Universität und vermitteln Lösungen durch Forschung und Wissen. Für die zusätzliche Umsetzung braucht es Wille, Toleranz und Konfliktfähigkeit. Doch so bewegen wir uns stetig auf den Punkt zu, indem wir nicht mehr individuell denken, sondern als Kollektiv.“ Nach Abschluss der Trilogie der Thementage steht nun die Entwicklung einer auf die gesamte Universität bezogene Nachhaltigkeitsstrategie an.

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