Mario Schaarschmidt
© UDE/fotoagentur roth

Neu an der UDE: Mario Schaarschmidt

Innovationsschub durch Open Source Software

  • von Dr. Alexandra Nießen
  • 10.07.2024

Open Source-Software ist nicht nur kostenlos, sie lässt sich auch individuell anpassen. Wie wichtig sie für Startups, Beschäftigte und Unternehmen ist, untersucht der neue Professor Dr. Mario Schaarschmidt am Beispiel firmengesponserter Programmentwicklung. Zudem erforscht er unter anderem digitale Nachhaltigkeit. Er hat den Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik und Applikationsmanagement an der Fakultät für Informatik der Universität Duisburg-Essen angenommen.

Open Source Software (OSS) ist für alle gut – für die, die bei PC-Programmen sparen möchten, und die, die sie gerne mitentwickeln. Basis für OSS ist ein sogenannter Quellcode, das heißt eine Sammlung von Anweisungen und Befehlen, die in einer Programmiersprache geschrieben werden. Da OSS offen ist, kann der Code von allen verändert werden, die die Software für eigene Bedürfnisse anpassen oder weiterentwickeln möchten. Durchgeführt werden die Änderungen oft weltweit von einer Gemeinschaft (Community) oder Einzelpersonen, teils von Unternehmen. Bekannte Beispiele sind der Webbrowser Firefox oder das Betriebssystem Linux (Kernel).

Professor Schaarschmidt interviewt Entwickler:innen von Linux. „Wir möchten herausfinden, wie sie zu dem System stehen und unter welchen Bedingungen sie es nicht mehr bearbeiten würden“, sagt er und fügt hinzu: „Je höher ihre Identifikation mit dem System ist, desto eher bearbeiten sie es weiter.“ Ähnlich sei es, wenn Entwicklerinnen und Entwickler bei Unternehmen angestellt sind. Wenn sie dort ihre Karriere planen, werden sie ihren Job kaum wechseln. „Die Studie ist bestimmt für Managerinnen und Manager interessant, die mit OSS-Communities zusammenarbeiten“, so der 44-Jährige.

Zudem erforscht der Diplom-Informatiker, wie kostenlose Reparaturangebote Kund:innen motivieren, erworbene Produkte länger zu nutzen. Es sei kaum erfasst, ob diese Servicestrategie sie beeinflusst. Derzeit befragen Professor Schaarschmidt und sein Team 1.320 Menschen, wie sich diese Dienstleistung im Online-Handel verbessern ließe. Interessant ist dabei: "Wenn KI und nicht Menschen die Angebote machen, werden sie eher angenommen. Sie fördern also die Wahrnehmung von Fairness."  Möglich ist das, wenn die KI-Algorithmen eine freundliche und klare Kommunikation mit den Kund:innen ermöglichen.

Mario Schaarschmidt studierte Wirtschaftsinformatik an der Universität Koblenz-Landau, wo er 2012 über Open Source Development mit Auszeichnung promoviert wurde. Beruflich hatte er sowohl in der Wirtschaft als auch an Universitäten zahlreiche Positionen: Von 2011 bis 2013 leitete er an der Friedrich-Schiller-Universität Jena etwa ein Projekt über die Dienstleistungsproduktivität von Customizing. Danach war er unter anderem Senior Vice President Sales bei der Groupon GmbH sowie Geschäftsführer in der Unternehmergesellschaft Marhara Research and Transfer Services (2013-2017) und Juniorprofessor an der Universität Koblenz-Landau (2013-2020). Vor seiner UDE-Berufung war er zuletzt Senior Lecturer am Amsterdam Campus der Northumbria University Newcastle, England (2022-2023). Seine Forschung wurde mehrfach ausgezeichnet.

Zurück
-------------------------
Post-Views: 303