Gruppenfoto mit Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen
© European Union

Matthias Brand in EU-Expert:innengruppe

UDE-Wissenschaftler berät EU zu Social Media und Jugendschutz

  • von Juliana Fischer
  • 10.03.2026

Wie lassen sich Kinder und Jugendliche im Netz besser schützen? Mit dieser Frage befasst sich eine neue Expert:innengruppe der Europäischen Kommission. Prof. Dr. Matthias Brand von der Universität Duisburg-Essen gehört zu den von der Präsidentin der EU-Kommission, Ursula von der Leyen, eingeladenen Fachleuten aus Wissenschaft und Praxis. Das Gremium soll Empfehlungen zum Umgang mit Risiken sozialer Medien entwickeln – auch mögliche Altersgrenzen stehen zur Debatte.

Sollte Europa dem Beispiel Australiens folgen? Das Land hat als erstes weltweit ein strenges Social-Media-Verbot für Minderjährige unter 16 Jahren eingeführt. Seit Dezember 2025 müssen Plattformen wie TikTok, Instagram, Snapchat oder Facebook den Zugang sperren – sonst drohen Strafen von bis zu 30 Millionen Euro. Auch in Europa wird intensiver über Altersgrenzen und Schutzmaßnahmen für junge Nutzer:innen diskutiert.

Mit diesen Fragen befasst sich eine neue Expert:innengruppe der Europäische Kommission. Prof. Dr. Matthias Brand, Leiter des Fachgebiets Allgemeine Psychologie: Kognition an der Universität Duisburg-Essen, gehört zu den eingeladenen Fachleuten aus Wissenschaft, Kinderrechten, Gesundheit und IT. Das Gremium berät Brüssel über mögliche politische Schritte zum Schutz von Kindern und Jugendlichen im digitalen Raum.

In die Beratungen bringt Brand vor allem seine Forschung zur Internetsucht ein. „Es ist besonders wertvoll, wenn wissenschaftliche Erkenntnisse direkt in politische Diskussionen einfließen können“, sagt er. „Gerade beim Schutz junger Menschen im Netz sollten Entscheidungen auf einer soliden Datenbasis beruhen.“

Grundlage seiner Beiträge sind zwei Verbund-Forschungsprojekte. In der von der Deutsche Forschungsgemeinschaft geförderten Forschungsgruppe FOR 2974 untersucht sein Team affektive und kognitive Mechanismen suchtartiger Internetnutzung. Im Fokus steht etwa, wie Plattformdesign aufgrund von Verstärkungslernen und Belohnungsgefühlen das Nutzungsverhalten beeinflusst.

Parallel arbeitet Brand im europäischen Projekt BootStrap, gefördert im Rahmen von Horizon Europe. Dort analysieren Forschende aus mehreren Ländern, wie problematische Internetnutzung bei Kindern und Jugendlichen entsteht und welche Folgen sie für die psychische Gesundheit haben kann.

Die Ergebnisse aus beiden Projekten sollen nun in die Arbeit der Expert:innengruppe einfließen. Bis zum Sommer sollen die Fachleute Empfehlungen für konkrete Schutzmaßnahmen vorlegen.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Matthias Brand, Universität Duisburg-Essen, Kognitionspsychologie, Tel.0203/379-2541, matthias.brand@uni-due.de

 

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