Masterstudiengang Survey Methodology

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Studiengang


Kurzbeschreibung
Studienverlauf
Anforderungen
Arbeitsmarkt
Ihre Vorteile

 

Kurzbeschreibung

Survey Methodology ist ein interdisziplinäres Gebiet, in dem die für wissenschaftliche Bevölkerungserhebungen (z.B. sozialwissenschaftliche Befragungen, epidemiologische Studien) relevante Grundlagenforschung zu Bevölkerungsstichproben und Erhebungsmethoden von Befragungen betrieben wird. Der Masterstudiengang soll die Absolventen befähigen, auf der Grundlage des erlernten Wissens selbständig Forschung mit und zu Surveys ausführen zu können. Ein vergleichbarer Studiengang existiert bislang weder in Deutschland noch im übrigen Europa.

Der MA Survey Methodology ist ein nicht-konsekutiver, viersemestriger Masterstudiengang. Er besteht aus einem für alle Studierenden verpflichtenden Curriculum, das neben der Einführung in die für den Studiengang relevanten Grundlagen der Soziologie und speziellen wissenschaftlichen Schlüsselqualifikationen bei der Durchführung von Surveys vor allem das Design, die Durchführung und die Analyse großer Surveys behandelt.

Sehr gute Studien- und Arbeitsbedingungen sowie die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses stehen im Mittelpunkt des Masters Survey Methodology. Diese Ziele sollen durch eine Begrenzung auf 16 Studierende pro Kohorte erreicht werden.

Studienverlauf

1. Fachsemester

  • Handlungstheorien (Modul 1)
  • Sozialstrukturanalyse (Modul 1)
  • Grundkurs Survey Methodology (Modul 2)
  • Werkzeuge wissenschaftlicher Arbeit (Modul 3)
  • Multivariate Datenanalyse (Modul 4)

2. Fachsemester

  • Fragebogenkonstruktion (Modul 2)
  • Stata (Modul 3)
  • Analyse von Längsschnittdaten (Modul 4)
  • Large Scale Surveys (Modul 5)
  • Official Statistics (Modul 5)

3. Fachsemester

  • externes Forschungspraktikum (vorlesungsfreie Zeit vor dem 3. FS)
  • Epidemiologie (Modul 6)
  • Erhebungsmodi (Modul 7)
  • Sampling (Modul 7)

4. Fachsemester

  • Kolloquium (Modul 8)
  • Masterarbeit (Modul 8)

Das ausführliche Modulhandbuch können Sie herunterladen. Darin finden Sie zusätzliche Informationen zu den einzelnen Modulen und Lehrveranstaltungen sowie Literaturhinweise. Der Studienverlaufsplan steht Ihnen hier zum Download zur Verfügung.

Anforderungen

Voraussetzung für die Zulassung zum MA Survey Methodology ist einerseits die allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife oder ein als gleichwertig anerkannter Abschluss, sowie andererseits ein Bachelorabschluss in den Sozial- bzw. Wirtschaftswissenschaften oder Statistik. Nach Prüfung werden auch anderer Studienabschlüsse mit einem Mindestumfang äquivalent zu 180 European Credit Points (ECTS) anerkannt. Das grundständige Studium muss mit einer Gesamtnote von mindestens 2,5 abgeschlossen worden sein.

Der Anteil der Methoden- und Statistikausbildung innerhalb des grundständigen Studiums muss einen Umfang von mindestens 18 ECTS haben. Die Auswahlentscheidung wird von der Prüfungskommission nach dem Grad der Eignung des Bewerbers für den Studiengang getroffen. In Fällen, in denen die Eignung der Bewerber unklar ist, werden Auswahlgespräche geführt.

Die Anrechnung von bereits in anderen Masterprogrammen oder Diplomstudiengängen (Hauptstudium) erbrachten Prüfungsleistungen ist aufgrund der geringen Zahl vergleichbarer Studiengänge nur nach Prüfung und Genehmigung durch den Prüfungsausschuss möglich. Genauere Informationen zur Anrechenbarkeit können gerne erfragt werden.

Da der größte Teil der fachspezifischen Literatur in englischer Sprache vorliegt, sind Englischkenntnisse mindestens auf dem Niveau A2 (Abiturniveau) obligatorisch. Empfehlenswert wären jedoch weiter gehende Kenntnisse (beispielsweise Niveau B2). Sollten Sie Zweifel haben, ob Ihre Englischkenntnisse ausreichend sind, empfehlen wir Ihnen, vor Beginn des Studiums einen zusätzlichen Sprachkurs zu absolvieren.

Neben den fachlichen Voraussetzungen erwarten wir von unseren Studenten großes Interesse an methodischen Fragestellungen und die Bereitschaft, sich auch in arbeitsintensiven und anspruchsvollen Veranstaltungen voll einzubringen.

Arbeitsmarkt

Standardisierte Interviews liefern die Grundlage für die überwältigende Mehrheit der Studien der empirischen Sozialforschung. Berücksichtigt man, dass auch Zensuserhebungen und andere Daten der amtlichen Statistik fast immer auf Surveys basieren, so liegt der Anteil dieser Datenerhebungsmethode bezogen auf die zur Verfügung stehenden Datenbasen sicherlich über 90%. Bei sozialwissenschaftlichen Publikationen beruht die Mehrzahl der empirischen Arbeiten inzwischen auf Survey-Daten (vgl. Saris/Gallhofer 2007).

Auch außerhalb der akademischen Sozialforschung wächst die Bedeutung von Survey-Daten. Etwa 200 Institute in der BRD können zur kommerziellen Sozial- und Marktforschung gezählt werden, davon gehören 47 zum "Arbeitskreis Deutscher Markt- und Sozialforschungsinstitute". Diese 200 Institute beschäftigen etwa 11.000 fest angestellte Mitarbeiter. Etwa 90% des Umsatzes dieser Institute werden durch Surveys erzielt. Entsprechend groß ist der Bedarf an Fachpersonal für die standardisierte Erhebung von Survey-Daten.

Seit Jahren übersteigt die Nachfrage durch die Institute als und die akademische Forschung nach Absolventen mit Kenntnissen im Umgang mit quantitativen Methoden das Angebot der Universitäten bei weitem. Um diesen subjektiven Eindruck zu belegen, beschloss die Sektion "Methoden" der Deutschen Gesellschaft für Soziologie im Jahr 2000, eine Reihe von Erhebungen zu diesem Problem durchzuführen.

So führten Schnell/Krebs (2002) im Wintersemester 2000/01 eine Befragung aller 104 an deutschen Universitäten Lehrenden im Bereich "Methoden der empirischen Sozialforschung" durch. Für 30 der zeitnah zu besetzenden 49 Projektstellen wurde Besetzungsschwierigkeiten aufgrund des Mangels an qualifizierten Nachwuchs berichtet. Die Hochschullehrer berichteten zum damaligen Zeitpunkt von 62 Anfragen außeruniversitärer Arbeitgeber nach geeigneten Absolventen. Davon richteten sich 49 Anfragen auf quantitativ ausgebildete Absolventen. In über 60% dieser Fälle konnten die Hochschullehrer keine geeignete Personen empfehlen.

In einer davon unabhängigen Studie der Qualifikationsprofile aller in der Bundesrepublik am 1.6.2001 arbeitslos gemeldeten 1.745 Soziologen konnte Schnell (2002:39-40) zeigen, dass mehr als als drei Viertel der arbeitslosen Soziologen weder über Kenntnisse eines Datenanalyseprogamms noch über spezielle Statistikkenntnisse oder Erfahrungen in der qualitativen und quantitativen Forschung verfügte. Personen mit all diesen Kenntnissen waren schlicht nicht arbeitslos.

Die Sektion "Methoden" der Deutschen Gesellschaft für Soziologie führte darüber hinaus 2001 eine gemeinsame Tagung mit der Arbeitsgemeinschaft sozialwissenschaftlicher Institute (ASI), dem Arbeitskreis Deutscher Markt- und Sozialforschungsinstitute (ADM), dem Berufsverband Deutscher Markt- und Sozialforscher (BVM) sowie dem Berufsverband Deutscher Soziologinnen und Soziologen (BDS) zum Thema "Praxisrelevanz der Methodenausbildung" durch. Alle Beiträge dieser Tagung stimmen in dem Punkt überein, dass die Universitäten zu wenige quantitativ kompetente Absolventen ausbilden. Da im Prinzip genügend Mathematiker und Ökonometriker für die rein statistischen Probleme zur Verfügung stehen, wurde der Mangel an geeigneten Absolventen vor allem im Bereich der Datenerhebung - also im Bereich Survey Methodology - einhellig als besonders gravierend angesehen. Einzelheiten finden sich vor allem in den Beiträgen der Vertreter der großen Markt- und Sozialforschungsinstitute wie Infratest oder der GfK, also bei Wildner (2002), Schneekloth (2002) und Gabriel (2002).

Literatur:

Gabriel, Matthias (2002): Hochschulausbildung in Methoden empirischer Sozialforschung aus Marktforschungssicht. In: Engel, Uwe (Hrsg.): Praxisrelevanz der Methodenausbildung. Informationszentrum Sozialwissenschaften, Bonn, S. 159-170.

Saris, Willem E. und Gallhofer, Irmtraud N. (2007): Design, Evaluation, and Analysis of Questionnaires for Survey Research. Wiley, Hoboken.

Schneekloth, Ulrich (2002): Praxisrelevanz und Methodenausbildung: Anforderungen aus der Sicht von Infratest Sozialforschung. In: Engel, Uwe (Hrsg.): Praxisrelevanz der Methodenausbildung. Informationszentrum Sozialwissenschaften, Bonn, S. 117-122.

Schnell, Rainer (2002): Ausmaß und Ursachen des Mangels an quantitativ qualifizierten Absolventen sozialwissenschaftlicher Studiengänge. In: Engel, Uwe (Hrsg.): Praxisrelevanz der Methodenausbildung. Informationszentrum Sozialwissenschaften, Bonn, S. 35-44.

Schnell, Rainer und Krebs, Dagmar (2002): Die Ausbildung in Methoden der empirischen Sozialforschung. Ergebnisse der Befragung der Lehrenden der empirischen Sozialforschung durch die AG "Methodenausbildung". In: Soziologie, Jahrgang 31, Heft 1, S. 39-49.

Wildner, Raimund (2002): Praxisrelevanz der Methodenausbildung aus der Sicht eines Marktforschungsinstituts. In: Engel, Uwe (Hrsg.): Praxisrelevanz der Methodenausbildung. Informationszentrum Sozialwissenschaften, Bonn, S. 109-116.

Ihre Vorteile

Wir bieten Ihnen im Rahmen eines einmaligen Masters Lehre auf höchstem Niveau. Durch die kleinen Kohorten ist ein enger Kontakt mit den Lehrenden und individuelle Betreuung gewährleistet.

Als Absolvent des MA Survey Methodology werden Sie fachliche Fähigkeiten und Kompetenzen besitzen, die Sie insbesondere für Tätigkeiten in der Forschung qualifizieren. Dies gilt sowohl für universitäre Forschung, als auch für Tätigkeiten an außeruniversitären Instituten wie beispielsweise dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) oder auch den Instituten der amtlichen Statistik.

Die günstige Lage auf dem Arbeitsmarkt und die exzellenten Kontakte der Lehrenden nicht nur zu Forschungseinrichtungen, sondern auch kommerziellen Erhebungsinstituten, wird es den Absolventen des MA Survey Methodology erleichtern, einen interessanten und fordernden Arbeitsplatz zu finden. Kontakte mit potenziellen Arbeitgebern werden durch das obligatorische externe Forschungspraktikum zusätzlich erleichtert.

Da der Bedarf an qualifizierten Absolventen aber auch innerhalb der Universitäten für die Forschungsprojekte der empirischen Sozialforschung besteht, wird für einen nicht unwesentlichen Teil der Absolventen sicherlich die Option als wissenschaftlicher Mitarbeiter in Universitätsprojekten eine Promotion anzustreben von Interesse sein.