Meldungen aus der UDE

Atacama-Wueste
© Dirk Schulze-Makuch

Forschungskooperation liefert Beweise

Es gibt aktives Leben in der „Marswüste“

von Cathrin Becker | 27.02.2018 | Forschung|Presseinfo

Leben unter Mars-ähnlichen Bedingungen ist möglich, das haben jetzt zwei Arbeitsgruppen des Biofilm Centres an der Universität Duisburg-Essen (UDE) mit Experimenten nachweisen können. Die kleinen Lebewesen wurden in Bodenproben aus der Atacama-Wüste in Chile, einem der extremsten Orte der Erde, gefunden.

Alle paar Jahre ein paar Millimeter Regen, große Hitze und ein hoher Salzgehalt: Ihre Ähnlichkeit mit dem Planeten Mars macht die Atacama-Wüste, die sich entlang der Pazifikküste Südamerikas erstreckt, für Forscher besonders interessant. So auch für das Team des Astrobiologen Prof. Dirk Schulze-Makusch an der TU Berlin. Die Wissenschaftler suchten genau dort nach Leben im Erdboden – und wurden fündig. Sie entdeckten Bakterien in verschiedenen Proben und fanden je nach Lage auch unterschiedliche Organismen.

Trotz des Erfolg blieb eine wichtige Frage offen: Sind die Bakterien unter diesen Extrembedingungen aktiv? Können sie sich vermehren oder sind sie im salzigen Boden konserviert? Schulze-Makusch schickte Proben zum UDE Biofilm Centre. Von dort kam die eindeutige Antwort: Es gibt aktives Leben in der „Marswüste“.

Die Arbeitsgruppe von Prof. Rainer Meckenstock konnte gezielt Adenosintriphosphat, die universelle „Energiewährung“ jeglichen irdischen Lebens, in den Proben nachweisen. Mit bioinformatischen Methoden ergänzte die Gruppe um Dr. Alexander Probst die Analysen: Sie rekonstruierten Genome von unbekannten Mikroorganismen aus den Böden der Atacama-Wüste und fanden Beweise, dass dieses Erbgut dort aktiv durch die Mikroorganismen vervielfältigt wird. Das Leben vermehrt sich also trotz der widrigen Bedingungen.

In weiteren Forschungen soll nun festgestellt werden, wie sich die Mikroorganismen an die extremen Lebensbedingungen angepasst haben. Die gemeinsamen Ergebnisse der Wissenschaftler wurden aktuell in der renommierten Zeitschrift PNAS (Proceeding of the National Academy of Sciences of the United States of America) veröffentlicht.

Weitere Informationen:
Prof. Rainer Meckenstock, Biofilm Centre, Tel. 0201/183-6601, rainer.meckenstock@uni-due.de
Dr. Alexander Probst, Biofilm Centre, Tel. 0201/183-7080, alexander.probst@uni-due.de

Redaktion: Cathrin Becker, Tel. 0203/379-1488