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Gemeinsames Modellvorhaben

Universitätsschule

von Beate Kostka | 09.05.2018 | Campus|Hochschulpolitik|Presseinfo

Junge Menschen so zu begleiten und zu fördern, dass ihre Bildungs- und Lebenswege bestmöglich gelingen, ist ein gemeinsames Anliegen der Stadt Essen und der Universität Duisburg-Essen (UDE). Deshalb soll es bald auch eine Universitätsschule geben – in direkter Nachbarschaft des Essener Uni-Campus.

Mehr Kinder, mehr Zuzüge, mehr Neubaugebiete: die Essener Bevölkerung wächst in jüngster Zeit erheblich. Das hat Folgen: Mehr Kinder und Jugendliche benötigen einen wohnortnahen Schulplatz – vor allem im Stadtzentrum von Essen, wo die Kinderzahlen deutlich ansteigen werden. Hier werden mehr Eingangsklassen benötigt, die nicht durch zusätzliche Klassen oder Züge an den vorhandenen Grundschulen aufgefangen werden können. Eine neue Grundschule ist also dringend erforderlich.

Neu belebt: ehemalige Tiegelschule

Optimal hierfür geeignet ist die ehemalige Tiegelschule in der Tiegelstraße (Nordviertel) – ihre Reaktivierung wurde bereits im Förderprogramm Gute Schule 2020 bedacht. Ihr Neubau soll in Kooperation mit der UDE als inklusive Universitätsschule entstehen.

Um Chancengerechtigkeit gewährleisten zu können, sind passgenaue wissenschaftliche Konzepte erforderlich: Das Umfeld der Schülerschaft ist gekennzeichnet durch eine hohe Arbeitslosenquote, viele der Eltern beziehen existenzsichernde Leistungen. Hier leben mehr Doppelstaater und Nichtdeutsche als in anderen Essener Stadtteilen. Nur wenige dieser Schüler wechseln später auf ein Gymnasium.

In der Universitätsschule soll bestmögliche Unterstützung nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen angeboten werden. Dazu werden die Stadt Essen und die UDE eng zusammenarbeiten von der Bauplanungsphase bis zur Aufrechterhaltung und stetigen Weiterentwicklung der Schule. Das Vorhaben wird von allen Beteiligten mit großer Begeisterung aufgenommen. 26 Personen aus unterschiedlichen Fachdisziplinen bekundeten bereits ihr Interesse, an dem Projekt mitzuwirken.

Willenserklärung (LOI) wird derzeit abgestimmt

Das Zentrum für Lehrerbildung (ZLB) koordiniert und gestaltet diesen Prozess universitätsseitig. Für die Stadt Essen begleitet der Fachbereich Schule das Vorhaben ebenfalls mit entsprechender Expertise. Ein Letter of Intent wird derzeit abgestimmt, der der Zusammenarbeit zwischen den beiden Institutionen einen Rahmen geben soll.

Geplant ist, dass die Universitätsschule eine Ganztagsschule sein soll, die stark sozialräumlich vernetzt und inklusiv ist, die Teamarbeit und selbstgesteuertes und kooperatives Lernen fördert und zudem eine Forschungsschule für die Lehreraus- und –fortbildung ist. Auch nach der Gründung soll die Universitätsschule kontinuierlich von der UDE mitbegleitet werden.

Die UDE bringt vor allem ihre Expertisen aus den Bereichen Schul- und Unterrichtsentwicklung im Kontext von Inklusion und Bildungsgerechtigkeit ein. Der Bereich der Lehreraus- und -fortbildung wird ein wesentlicher Bestandteil der gemeinsamen Arbeit sein. Aber auch weitere, vielfältige bildungswissenschaftliche Perspektiven werden eingebracht.

Die Stadt Essen bringt ihre Expertisen aus dem Fachbereich Schule (vor allem aus den Bereichen Schulentwicklungsplanung und Pädagogische Dienste) und der Immobilienwirtschaft ein. Eine gemeinsame Arbeitsgruppe wird das Vorhaben inhaltlich und baulich ausgestalten, begleiten und evaluieren.

Redaktion: Beate Kostka, Tel. 0203/379-2430, beate.kostka@uni-due.de