Meldungen aus der UDE

© Pixabay

Internationales Forschungsprojekt „Social Media Analytics“

Wie soziale Medien wirken

  • von Beate Kostka
  • 15.01.2019

Soziale Medien werden oft kritisiert: Fake News und Social Bots manipulieren und verunsichern die öffentliche Kommunikation. Gleichzeitig erzeugen sie bei Katastrophen einen großen Datenfundus in Echtzeit, der z.B. auch für die Ersthilfe wichtig ist. Mit diesem Spannungsfeld befasst sich das neue Forschungsprojekt "RISE_SMA – Social Media Analytics für Gesellschaft und Krisen". Koordiniert durch die Universität Duisburg-Essen (UDE) verbindet es neun Partnerinstitutionen in Europa, Australien, Lateinamerika und Südostasien.

Das disziplinübergreifende Netzwerk wird durch die EU mit knapp 1,2 Mio. Euro bis 2022 gefördert. Ihm gehören ausgewählte Spitzenforscher, Technologieunternehmen und politische Akteure an. Eingebunden sind die Universitäten Leiden (Niederlande), Agder (Norwegen), UNISINOS (Brasilien), Padjadjaran (Indonesien) sowie die University of Sydney und die Queensland University of Technology. Ebenso sind beteiligt das Softwareentwicklungsunternehmen Virtimo in Berlin und die Kommune Kristiansand (Norwegen).

Gefahr für den gesellschaftlichen Zusammenhalt?

Die Social Media-Kanäle werden immer wichtiger – nicht erst seit Präsident Trump sie nutzt, um eigene Meinungen aber auch offizielle Mitteilungen zu verbreiten. Twitter, Instagram und Facebook haben die gesellschaftliche Kommunikation enorm verändert. Sie werden von Privatpersonen ebenso eingesetzt wie von politischen, wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Akteuren, um Informationen und Botschaften zu verbreiten oder die Einstellungen anderer zu erfahren. Prof. Stieglitz, der RISE_SMA koordiniert: „Positiv ist, dass die Sozialen Medien öffentliche Diskurse fördern, allerdings stellen Fake News und Social Bots auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt in vielen Ländern zunehmend in Frage.“

Umso wichtiger sind theoretische Ansätze und Methoden zur Analyse von Social Media-Daten. Die wachsende Rolle der Sozialen Medien als schnelles Informationsmedien für Bürger und Rettungsdienste zeigt sich z.B. in Naturkatastrophen oder beim Versuch, vermisste Menschen wiederzufinden. RISE_SMA zielt darauf ab, Verfahren der Datenanalysen zu verbessern, um relevante Informationen herauszufiltern und sinnvoll aufzubereiten.

Prof. Stieglitz: „Neben den technischen Anforderungen ist hier vor allem auch ein verantwortungsvoller Umgang aus ethischer und datenschutzrechtlicher Sicht von Bedeutung.“ Konkret sollen Privatpersonen, Hilfsorganisationen und politische Akteure von einer höheren Transparenz profitieren, um bessere Entscheidungen treffen zu können, etwa im Zusammenhang von Wahlen oder Rettungseinsätzen.
 

Weitere Informationen:
https://www.uni-due.de/2019-01-15-chances-and-risks-social-media
https://social-media-analytics.org/

Prof. Dr. Stefan Stieglitz, Professionelle Kommunikation in elektronischen Medien / Social Media, Tel. 0203/37 9-1341, stefan.stieglitz@uni-due.de

Redaktion: Beate Kostka, Tel. 0203/37 9-2430, beate.kostka@uni-due.de

Zurück

Ihre Ansprechpartner/innen

Stabsstelle des Rektorats
Ressort Presse

Telefon: Teamübersicht
Fax: +49(0)203 37 92428
E-Mail: presse@uni-due.de

Campus Duisburg:
Forsthausweg 2
LG 119
47057 Duisburg

Campus Essen:
Universitätsstraße 2
T01 S03 B55
45141 Essen

Presseinformationen

Der Blick zurück (RSS)

Campus:Aktuell

Im Semester zwei Mal im Monat, ansonsten monatlich erhalten alle Hochschulangehörigen mit Campus:Aktuell alle Infos aus der und rund um die UDE. Extern gibt es unseren Newsletter auf Wunsch [per E-Mail] (Listenname: campusaktuell).