Meldungen aus der UDE

Plesiosaurier - Lebendrekonstruktion
© Kai Caspar

Plesiosaurier-Forschung

Taucher der Vergangenheit

  • von Dr. Alexandra Nießen
  • 29.11.2019

Im Erdmittelalter, etwa 250 bis 65 Millionen Jahre vor unserer Zeit, bevölkerte eine Vielfalt großer Reptilien die Ozeane. Zu den erfolgreichsten gehörten die Plesiosaurier, die etwa zeitgleich mit den Dinosauriern existierten. Ihr Überleben sicherten vergrößerte rote Blutkörperchen. Das fanden Paläontologen der Universität Bonn und der UDE-Zoologe Kai R. Caspar heraus. Nachzulesen sind die Ergebnisse im internationalen biowissenschaftlichen Online-Journal PeerJ*.

Wieso nahm die Größe der roten Blutkörperchen zu? Das erklären sich die Wissenschaftler mit der Umwelt der Meerestiere. „Die Plesiosaurier entwickelten sich im offenen Meer erst, nachdem ihre Vorfahren vom küstennahen Flachwasser in die Hochsee eingewandert waren. Diesem Wechsel passten sich auch die Vorgänge in ihren Körpern an“, sagt Kai Caspar. Die vergrößerten Blutkörperchen seien für ihre längeren, wiederholt stattfindenden Tauchgänge im neuen Lebensraum vorteilhaft gewesen. „Je größer sie sind, desto mehr Sauerstoff kann pro Zelle gebunden werden“, so der Biologe.

Für ihre Untersuchung erstellten die Wissenschaftler mikroskopisch feine Schliffe von fossilen Knochen der großen Ruder- oder Paddelechsen und verglichen sie mit denen küstenbewohnender Vorfahren. „Die Schliffe bilden das Gefäßsystem der Knochen ab, von dem sich die Blutzellgröße ableiten lässt“, erklärt der UDE-Wissenschaftler. Das gefundene Muster sei eindeutig: „Mit dem Wechsel in die Hochsee nahm die Blutzellengröße dieser Meerestiere rapide zu.“

Evolutionsbiologisch ist diese Änderung offenbar immer noch nützlich. Heutige Wale, Robben und Pinguine haben ebenfalls ungewöhnlich große rote Blutzellen, ihre engen Verwandten an  Land- und im Süßwasser aber nicht. „Das bestärkt unsere Annahme, dass es sich um eine bedeutende Anpassung warmblütiger Meeresbewohner handelt“, sagt Kai Caspar.

* Hematological convergence between Mesozoic marine reptiles (Sauropterygia) and extant aquatic amniotes elucidates diving adaptations in plesiosaurs PeerJ 7 (2019)
DOI 10.7717/peerj.8022

Im Bild:
Plesiosaurier – Lebendrekonstruktion.

 

Weitere Informationen:
Kai R. Caspar, Zoologie, Tel. 0201/18 3-4310, kai.caspar@uni-due.de

Redaktion: Alexandra Nießen, Tel. 0203/37-91487, alexandra.niessen@uni-due.de

Zurück

Ihre Ansprechpartner/innen

Stabsstelle des Rektorats
Ressort Presse

Telefon: Teamübersicht
Fax: +49(0)203 37 92428
E-Mail: presse@uni-due.de

Campus Duisburg:
Forsthausweg 2
LG 119
47057 Duisburg

Campus Essen:
Universitätsstraße 2
T01 S03 B55
45141 Essen

Presseinformationen

Der Blick zurück (RSS)

Campus:Aktuell

Im Semester zwei Mal im Monat, ansonsten monatlich erhalten alle Hochschulangehörigen mit Campus:Aktuell alle Infos aus der und rund um die UDE. Extern gibt es unseren Newsletter auf Wunsch [per E-Mail] (Listenname: campusaktuell).