Meldungen aus der UDE

© privat

Humboldt-Stipendiat in Eukaryotischer Mikrobiologie

Indikator Bakterienfresser

  • von Dr. Alexandra Nießen
  • 17.02.2021

Ohne Wasser kein Leben. Wie gut seine Qualität ist, offenbaren nicht nur chemische Analysen. „Wimpertierchen riechen und schmecken, ob es mit Chemikalien verschmutzt ist“, sagt Dr. Lubomir Rajter. Der Forschungsstipendiat der Alexander von Humboldt-Stiftung entwickelt bei Prof. Dr. Micah Dunthorn an der UDE-Fakultät für Biologie Methoden, mit denen sich die winzigen Lebewesen besser identifizieren lassen.

Wimpertierchen (Ciliaten) sind Einzeller, zwischen 10 und 300 Mikrometer groß, sie fressen Bakterien im Meer, Süßwasser oder Boden. Ihren Namen tragen sie aufgrund der teilweisen oder vollkommenen Behaarung ihrer Zelloberfläche mit Wimpern, mit denen sie sich fortbewegen und Nahrung aufnehmen können.

Rajter ist Experte für Wimpertierchen. Nach einem ausgezeichneten Biologiestudium (2010-15) an der slowakischen Comenius-University erforschte er 2017 an der Boise University (USA) mikroskopisch Lebewesen. Für die Promotion (2019) rekonstruierte er die Stammesgeschichte freilebender Ciliaten. „Sie erzählen uns viel über die Gesundheit von Flüssen, wenn wir das Wasser untersuchen, so können wir Vorhersagen treffen. Für uns sind Ciliaten dabei völlig harmlos“, erklärt er.

Wegen ihrer minimalen Größe sind die Wimpertierchen allerdings nur mühsam in der Natur zu finden, schwierig daher auch, sie wissenschaftlich einzusortieren. Dr. Rajter möchte daher in der Eukaryotischen Mikrobiologe der UDE eine spezielle Färbetechnik entwickeln. „Bislang basiert sie auf dem Prinzip der Filmentwicklung in der Dunkelkammer“, so der 32-Jährige. Sie ist schon über 100 Jahre alt. Die Alternative des Slowaken soll sowohl bei Umwelt- als auch ökologischen und taxonomischen Forschungen einsetzbar sein. „Derzeit versuchen wir es mit Fluoreszenzmethoden, die oft in der Zellbiologie verwendet werden.“

Rajters Arbeit ist Grundlagenforschung. „Wenn alles klappt, werden aber viele angewandte Wissenschaftler profitieren. Süßwassersysteme lassen sich damit viel besser bewerten.“ Zudem wolle er Methoden für weitere Mikroorganismen erstellen, die in Süßgewässern relevant sind.

Weitere Informationen:
Dr. Lubomir Rajter, Eukaryotische Mikrobiologie, Tel. 0201/18 3-4923, lubomir.rajter@uni-due.de

Redaktion: Alexandra Nießen, Tel. 0203/37 9-1487, alexandra.niessen@uni-due.de

Zurück